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Letztes Update am 11.03.2015, 13:50
Das heimische Internet wird heuer 25 Jahre alt. Anfangs gab es Anlaufschwierigkeiten.

Laut der International Telecommunications Union verzeichnete das Internet Ende des vergangenen Jahres drei Milliarden Netzbürger. Während es zu Beginn nur der Datenübertragung im Bereich der Wissenschaft diente, ist die Nutzung heute alltäglich und teilweise auch recht kurios.

 

Netbanking, Onlineshopping, Mailverkehr, virtuelle Reisen – betrachtet man die Vielfalt der heutigen Internetnutzung, dann ist es umso überraschender, dass diese Technologie am Anfang ihrer Entwicklung nicht als besonders aussichtsreich galt. „Die Firmen haben gesagt: ‚Warum sollen wir eine Webseite einrichten, wer soll das denn angucken?‘ Und die breite Masse hat gesagt: ‚Was sollen wir im World Wide Web, da gibt es doch nichts‘“, beschreibt der Netztechnik-Pionier Michael Rotert das anfängliche „Henne-Ei-Problem“.

 

Praktische Motive

Es war der 10. August 1990, als auch Österreich sozusagen online ging: An diesem Tag wurde eine Standleitung vom Genfer Kernforschungszentrum CERN zum Zentralen Informatikdienst an der Universität Wien installiert. Fortan war man hierzulande permanent mit dem Internet verbunden und das immerhin mit einer für damalige Verhältnisse außerordentlichen Leistung von 64 Kilobit pro Sekunde. Zweck dieser Verbindung war ursprünglich die vereinfachte Datenweiterleitung und -archivierung. Zunächst wurde die Entwicklung des Netzes vor allem in den USA vorangetrieben, bis es sich auch in Europa durch setzte und nun zur Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen Systems beiträgt: „Ohne Internet würde das Land nicht stehen“, meint Andreas Wildberger, Generalsekretär der Vereinigung der Österreichischen Internet Service Provider. Alleine durch streikende Supermarktkassen und Bankautomaten wäre der Schaden eines Netzausfalles aus wirtschaftlicher Sicht enorm.

Ständiger Fortschritt

Die Meinung aus früheren Zeiten, nämlich, „dass es im Web nichts gibt“, hält heute jedenfalls nicht mehr stand. Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco schätzt beispielsweise, dass sich der mobile Datenverkehr bis zum Jahr 2018 weltweit mehr als verzehnfachen wird, in den kommenden fünf Jahren wird man in Österreichs Bundeshauptstadt zudem bereits ultraschnell, mit 100 Mbit pro Sekunde, im Internet surfen können – die „Breitbandmilliarde“ des Bundes macht es möglich. So sehr sich die Infrastruktur im Laufe der Jahre verändert hat, ist es auch bei der Nutzung des Netzes der Fall: Mittlerweile können User ihre verstorbenen Avatare auf dem Online-Friedhof „Herolymp“ zu Grabe tragen und Nutzer sind von „digitalen Krankheiten“ wie etwa dem Google-Stalking oder dem Ego-Surfing betroffen.

Wie es wohl zu Beginn jeder Erfindung der Fall ist, konnte man vor 25 Jahren kaum abschätzen, welchen enormen Einfluss das Internet einmal auf die Gesellschaft haben wird. Angesichts der florierenden Netzkultur wird man noch viele anfangs kuriose, aber im Endeffekt sicherlich nützliche Innovationen erwarten können.

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