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Letztes Update am 11.03.2015, 14:06
Laut Experten wird es das Internet - so wie wir es heute kennen - bald nicht mehr geben.

Über 80 Prozent der Österreicher verwenden laut Online-Plattform Statista das Internet, die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt bei 10,4 Stunden pro Woche. Schenkt man Experten Glauben, wird man derartige Statistiken bald nicht mehr finden: Ihnen zufolge wird das Internet in Zukunft verschwinden…

 

Ob am Arbeitsplatz, von zuhause aus oder mobil per Smartphone: Wer will, kann schon jetzt jederzeit mit dem Netz verbunden sein. Umso überraschender schien auch die Aussage des Google-Chairmans Eric Schmidt am diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos, bei dem er vom „Ende des Internets sprach. Was radikal klingt, ist etwas anders gemeint: „Es wird so viele IP-Adressen geben, so viele Geräte, Sensoren, Dinge, die wir am Körper tragen, Dinge, mit denen wir interagieren, dass wir diese nicht einmal mehr wahrnehmen werden“, erklärt Schmidt. Anders formuliert wird das Netz also zum fixen Bestandteil unseres Daseins, die ständige Interaktion von Technik und Internet wird selbstverständlich.

"Internet der Dinge"

Die Entwicklung, von der Schmidt spricht, wird auch als „Internet der Dinge“ bezeichnet: Selbst einfache Gegenstände werden in diesem Konzept online sein und verwandeln sich so in interaktive und intelligente Gegenstände, die autark Informationen austauschen und sich gegenseitig steuern. Für Privatnutzer soll sich dadurch eine höhere Lebensqualität im Sinne von mehr Komfort und Sicherheit ergeben. Unternehmen hingegen profitieren durch die Technik in Form einer Effizienzsteigerung, Kostensenkung und besserer Ressourcennutzung. Nach Schätzungen des Technik-Unternehmens Bosch werden bis 2022 bereits 14 Milliarden Geräte mit Sensoren ausgestattet sein.

Breitbandausbau

Neben dem momentanen Bestreben, ein flächendeckendes Netz von Highspeed-Internetanschlüssen zu bieten – hierzulande soll dies bis 2020 realisiert sein – fordern Internet-Spezialisten wie Schmidt, aber auch der Microsoft-Chef Satya Nadella und Facebook-CEO Mark Zuckerberg, den globalen Ausbau des Breitbandes. „Nahezu alle Probleme, über die wir heute reden, können durch bessere Anbindungen gelöst werden“, betont Schmidt und nennt Bildung, Menschenrechte und fähigere Regierungen als mögliche Verbesserungen.

In wie fern der globale Internetzugang das Leben von Menschen beispielsweise in Schwellenländern verbessern soll, bleibt dahin gestellt – Bill Gates bezeichnete diese Idee jedenfalls als „Witz“. Dass das Netz in Zukunft immer natürlicher und schneller Zugang in unseren Alltag finden wird, scheint aber angesichts der momentanen technischen Entwicklungen und dem Breitbandausbau naheliegend.

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