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Letztes Update am 11.03.2015, 13:36
Gegenstände, von denen man es nie erwarten würde, werden in Zukunft online gehen.

Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hat auch heuer wieder das Technikjahr eingeläutet. Als Vorreiter in technischen Innovationen aller Art hat sich dort vor allem ein Trend heraus kristallisiert: In Zukunft könnte so gut wie jeder Alltagsgegenstand mit dem Internet verbunden sein.

 

Fotos mit dem Smartphone schießen, sie anschließend auf sozialen Netzwerken und via App teilen - Das entspricht bisher dem, was man allgemein unter „digitaler Vernetzung“ verstehen mag. In Zukunft, so zeigen es die richtungsweisenden CES-Trends, ist das aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf einen digital vernetzten Alltag, dessen Marschrichtung lautet: Was mit dem Internet vernetzt werden kann, wird auch vernetzt werden.

 

Digital aufgeschlossen

Der Trend der Vernetzung bahnt sich schon länger seinen Weg: Wie eine Studie des GfK-Institutes zeigt, wünscht sich jeder dritte Österreicher einen schnellen Internetzugang im Auto, europaweit möchte das sogar jeder Zweite. Vor allem die frühzeitige Gefahrenerkennung und das aktive Eingreifen des Wagens in brenzligen Situationen werden hier als Motive angegeben. Auch die Schulen befinden sind hierzulande bereits mitten im Digitalisierungsprozess: Wie eine Befragung des Nachhilfeinstitutes Lernquadrat zeigt, surfen drei von zehn Schülern während des Unterrichts im Internet, 65 Prozent davon tun das auch wirklich, um etwas zur jeweiligen Einheit beizutragen. Vernetzte Gadgets können das Leben – so der Tenor auf der CES – in vielerlei Hinsicht erleichtern.

Nichts ist mehr unmöglich

Laut Shaun DuBravac, Chefökonom des Messeveranstalters CEA, sind momentan nur etwa vier Prozent der genutzten Produktkategorien digital vernetzt. Mit smarten Zahnbürsten, die erkennen, wenn sich die Mundhygiene verschlechtert, digitalisierten Insulinspritzen, Snowboards, Tennisschlägern, Küchenwaagen, Pool-Thermometern, Hunde-Halsbändern oder Fitness-Trackern, soll dieser Prozentsatz in Zukunft deutlich angehoben werden. Smarte Dienste wie wir sie heute kennen, werden sich nach Meinung des Experten deutlich weiterentwickeln. So sei es beispielsweise möglich, dass Streaming-Dienste nicht mehr nur Filmvorschläge machen, sondern diese Empfehlungen etwa anhand eines Sensors für Raumklima, der misst, wie viele Leute anwesend sind, beeinflusst werden. Auch smarte Uhren, die den Gemütszustand des Trägers erkennen, könnten sich dann auf die Liste der Vorschläge auswirken. „Die Technik wird sich immer mehr nach dem richten, was passieren wird, nicht, was passiert ist“, zieht DuBravac daher Resümee.

Die digitale Vernetzung des Alltages stellt viele Innovationen in Aussicht, die man sich heute vielleicht noch gar nicht vorstellen kann. Angesichts der Tatsache, dass sich die Gesellschaft schon in den vergangenen Jahren schnell an zuvor seltsam anmutende digitale Produkte gewöhnt hat, darf man die tatsächliche Markteinführung dieser vernetzten Gadgets gespannt abwarten.

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