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Letztes Update am 28.11.2014, 12:55

Heutzutage schlichtet man Streits und Auseinandersetzungen im Normalfall vor einem staatlichen Gericht oder man setzt sich an einen Tisch und versucht es auszudiskutieren. Schuss-Duelle auf Leben und Tod sind schon lange verboten, doch im Wilden Westen war das durchaus eine legitime Art eine ernsthafte Fehde aus der Welt zu schaffen. Unsere Vorstellung vom Wilden Westen ist durch Hollywood aber natürlich stark verzerrt, doch trotzdem entstanden durch folgende Schießereien Legenden, an die sich noch heute erinnert wird.

 

Hickok-Tutt Duell

Hier ging es um ein klassisches Duell zwischen 2 Personen, bei dem derjenige als Sieger hervorging, der seine Waffe schneller ziehen und auf den Gegner abfeuern konnte, nämlich ein so genanntes "Quick-Draw" Duell. In Realität war das aber entgegen der heutigen Vorstellung keineswegs ein alltägliches Vorkommnis.

Die beiden Kontrahenten waren Bill Hickok, heute besser bekannt als „Wild Bill“, und David Tutt. Sie waren rivalisierende Glücksspieler aber ursprünglich eigentlich Freunde. Doch wie es in diesen Kreisen oft passierte, entflammte ein Streit wegen einer Spielschuld, der sich durch Diskussionen und Verhandlungen nicht aus der Welt schaffen ließ.

Deshalb trafen sich die beiden am 21. Juli 1865 in Springfield zu einem Duell, das Wild Bill mit einem tödlichen Schuss in Tutt´s Brust aus rund 70 Metern für sich entschied. Interessanterweise wurde Hickok daraufhin verhaftet und wegen Mordes angeklagt, aber wegen Selbstverteidigung freigesprochen.

The El Paso Gunfight

Diese Schießerei ist besser bekannt als „4 Tote in 5 Sekunden“ und hatte als Hauptfigur Dallas Stoudenmire, einen bekannten, äußerst schießwütigen US Marshal.

Ursprünglich ging es um 2 vermisste Mexikaner in El Paso, im Zuge dessen 2 Bekannte von Johnny Hale, einem Farmer, wegen Mordes verurteilt wurden. Gus Krempkau fungierte in dem Gerichtsverfahren als Dolmetscher, weil er Spanisch beherrschte. Nur wenige Stunden nach dem Urteil wurde Krempkau von einem alkoholisierten Hale und einem Freund, dem ehemaligen Marshal George Campbell, zur Rede gestellt, weil diese der Ansicht waren, dass er sich auf die Seite der Mexikaner geschlagen hatte. 

Nun überschlugen sich die Ereignisse, denn Hale nahm die Waffe von Campbell und schoss im Affekt auf Krempkau. Stoudenmire hörte das auf der gegenüberliegenden Straßenseite und stürmte mit gezogenen Waffen aus einem Restaurant. Sein erstes Opfer war versehentlich ein unschuldiger Passant, dann feuerte er Hale, der kurz aus seiner Deckung schaute, zwischen die Augen. Zur gleichen Zeit schoss der getroffene Krempkau kurz vor seinem Ableben auf Campbell, traf aber nur seine Hand und einen Fuß. Daraufhin erhob Campbell seine Waffe, doch Stoudenmire schoss ihm in den Bauch, woraufhin ihn dann gleichzeitig mit Krempkau das Zeitliche segnete.

Das alles passierte nicht wirklich innerhalb von 5 Sekunden, aber durch die sich überschlagenden Ereignisse, war das der Name der sich durchsetzte.

Coffeyville Bankraub

Die nächste Geschichte hat als Hauptcharaktere Mitglieder der „Dalton Gang“, die später Vorlage für die Daltons in Lucky Luke sein sollten. Mitglieder der Gang waren nämlich unter anderem die Brüder Gratton, Bob und Emmett Dalton.

Am 5. Oktober 1892 wollten sie ihren bis jetzt größten Coup landen, indem sie in Coffeyville 2 Banken in der selben Straße zur selben Zeit ausrauben. Bei der Aktion konnte aber ein Mitarbeiter der Banken die Räuber hinhalten, so dass die Einwohner von Coffeyville von dem Raub erfuhren und sich vor den Banken ein Mob bildete, der auf die Dalton Gang wartete. Sowohl 3 Einwohner, als auch der Town Marshal und 4 Mitglieder der Gang, unter anderem Gratton und Bob Dalton, wurden bei der anschließenden Schießerei getötet. Emmett Dalton überlebt schwer verletzt und verbrachte die nächsten 14 Jahre im Gefängnis, um danach 1918 ein Buch über die Gang zu verfassen und dieses auch noch in einem Western zu verfilmen.

Davis - „Sydney Ducks“ Schießerei

Eine der bekanntesten Geschichten einer Schießerei ist die zwischen Captain Jonathan R. Davis und einer gefährlichen Gang von 13 Räubern, wovon sich rund die Hälfte „Sydney Ducks“ nannten. Der Name kam daher, dass die Kriminellen Immigranten aus Australian waren.

Davis war ein ehemaliger Army Captain und war mit 2 Partnern bei der Arbeit als Prospektor, als sie von der Gang hinterrücks angegriffen wurden. Mit gezogenen Waffen stürmten sie auf Davis und seine Partner zu, welche sofort erschossen wurden und starben. Davis konnte aber in Deckung gehen und fing an auf die Gang zu feuern, bis er keine Patronen mehr hatte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits 7 Gang Mitglieder erschossen und 4 kamen, bewaffnet mit Messern und einem Schwert, auf ihn zu. Aber auch das stellte sich als schlechte Idee heraus, da Davis alle vier, selbst mit einem Bowiemesser bewaffnet, entwaffnen und töten konnte. Die restlichen beiden Räuber gaben daraufhin auf und flohen.

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