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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Aufstieg und Ausdehnung des Islam gehören zu den bedeutendsten und nachhaltigsten Entwicklungen der Geschichte.
a href="/de/artikel/bildung/zum-islam-konvertieren-wie-wird-man-ein-moslem" target="_self" title="asklubo- Wie wird man ein Moslem?"> Islam bedeutet Unterwerfung unter Gottes Willen. Dieser wurde den Menschen durch die Propheten kundgetan, deren größter Mohammed war. Der Koran ist das Wort Gottes, Mohammed, das Siegel der Propheten.
 

Mohammed und die Etalbierung des Islams

Mohammed wurde um 570 in Mekka geboren und hatte 610 erste Offenbarungen. Seine wachsende Anhängerschaft war der Handelsaristokratie in Mekka ein Dorn im Auge. Die Gruppe war schließlich gezwungen, sich nach Medina, etwa 480 Kilometer nordöstlich von Mekka, zurückzuziehen. Diese Wanderung, hijra auf Arabisch, stand am Beginn der islamischen Ära und des islamischen Kalenders. Mohammed kehrte 630 im Triumph nach Mekka zurück und starb 632.
Der Islam breitete sich rasch aus. Innerhalb von einhundert Jahren trugen die arabischen Heere die neue Religion bis nach Spanien und das Mittelmeer im Westen und bis Nordindien im Osten.

Kalifat der rechtgeleiteten Kalifen (632-661)

  • Abu Bakr (632-634)
  • Omar I. (634-644)
  • Othman ibn Affan (644-656)
  • Ali ibn Abi Talib (656-661)


Kalif ist der seit 632 offizielle Titel von Mohammeds Nachfolgern in der Herrschaft über die muslimische Gemeinschaft (Kalifat). Nach sunnitischer Auffassung wurden die Kalifen gewählt; sie hatten ihren Sitz bis 657 in Medina. Die ersten vier rechtgeleiteten Kalifen begründeten das islamische Großreich (Kalifenreich). 

Kalifat der Omaijaden (661-750)

  • Moawija I. (661-680)
  • Jesid I. (680-683)
  • Moawija II. (683-683)
  • Merwan I. (684-685)
  • Abd al-Malik (685-705)
  • Walid I. (705-715)
  • Suleiman (715-717)
  • Omar II. (717-720)
  • Jesid II. (720-724)
  • Hischam (724-743)
  • Walid II. (743-744)
  • Jesid III. (744-744)
  • Ibrahim (744-744)
  • Merwan II. (744-749/750) 

 

Die Omaijiden in Spanien

  • Abd ar-Rahman III. (seit 912 Emir) (929-961)
  • Hakam (AL-Hakam) II. (961-976)
  • Hischam II. (976-1009)
  • Verfall (sechs Herrscher) 1009-1031)


Die Herrschaft über das arabisch-islamische Reich ging 661 in die Hände der Omaijaden über, die die Kalifenwürde errangen. Deren Vertreter entstammten einem Herrscherhaus aus dem Mekka der vorislamischen Zeit. Ihr Machtzentrum war jetzt Damaskus. 

 

Kalifat der Abbasiden (750-1258)

  • Abu I-Abbas (749/750-754)
  • Mansur Abu Djafar (754-775)
  • Al-Mahdi (775-785)
  • Al-Hadi (785-786)
  • Harun ar-Raschid (786-809)
  • Mohammed al-Amin (809-813)
  • Al-Mamum (813-833)
  • Al-Mutassim (833-842)
  • Al Wathik (842-847)
  • Al-Mutawakkil(847-861)
  • Al-Muntassir (861-862)
  • Al-Mustain (862-866)
  • Al-Mutass (866-869)
  • Al-Muhtadi (869-870)
  • Al-Mutamid (870-892)
  • Al-Mutadid (892-902)
  • Al-Muktafi (902-909)
  • Al-Muktadir (909-932)
  • Al-Kahir (932-934)
  • Al-Radhi (934-940)
  • Al-Muttaki (940-944)
  • Al-Mustakfi (944-946)
  • Al-Muti (946-974)
  • Al-Tai (974-991)
  • Al-Kadir (991-1031)
  • Al-Kaim (1031-1075)
  • Al-Muktadi (1075-1094)
  • Al-Mustashir (1094-1118)
  • Al-Mustarschid (1118-1135)
  • Al-Raschid (1135-1136)
  • Al-Muktafi (1136-1160)
  • Al-Mustandjid (1161-1170)
  • Al-Mustadi (1170-1180)
  • An-Nasir (1180-1225)
  • Al-Sahir (1225-1226)
  • Al-Mustanssir (1226-1242)
  • Al-Mustassim (1242-1258)


750 wurden die Omaijaden durch die Abbasiden verdrängt, die sich in direkter Linie vom Propheten herleiteten. Die Hauptstadt verlagerte sich jetzt von Syrien nach Bagdad. Die Macht ging allmählich von der arabischen Minderheit auf die nichtarabischen Moslems über, die seit jeher im Islamischen Reich die zahlenmäßige Mehrheit bildeten. Zur Zeit der Abbasiden herrschte Wohlstand, Kultur und Geist blühten. Allmählich verlor die islamische Welt ihre politische Einheit und zerfiel in mehrere kleine Reiche.


Darunter befanden sich die Omaijaden und Almorawiden in Spanien und Nordafrika, die Fatamiden in Ägypten und die Ghasnawiden in Nordindien. 
Im Jahre 945 wurde das Zentrum des Reichs von den Bujiden erobert, die im Namen der Abbasiden über ein Jahrhundert regierten, bevor sie von den Seldschuken, Türken aus Mittelasien, verdrängt wurden, die allmählich bis nach Anatolien vordrangen. Die Niederlage, die sie dem byzantinischen Heer 1071 bei Manzikart beibrachten, bewirkte Byzanz den Westen um Hilfe anzurufen.


Daraus entwickelten sich die Kreuzzüge, besonders im späten 11. und im 12. Jahrhundert. Die Kreuzzüge blieben ohne nachhaltigen Einfluss auf die arabische Gesellschaft, doch die Eroberung Süditaliens durch die Normannen und die Südausdehnung der christlichen Staaten Nordspaniens verdrängte Ende des 15. Jahrhunderts den Islam aus Europa. Das Zentrum der islamischen Welt verlagerte sich dauerhaft weiter nach Osten.


Im 12. und 13.Jahrhundert geriet die islamische Welt durch die Einfälle der Mongolen in Unruhe. Diese errichteten Staaten im Iran, in Mittelasien und Südrußland. Die Mongolen schlugen die Seldschuken 1243 und plünderten 1258 Bagdad. Das bedeutete das Ende des Abbasidenreichs. 

Kalifat der Osmanen

Die Niederlage der Abbasiden durch die Mamelucken von Ägypten 1260 bei Ain Dschalut in Palästina war gleichzeitig der westlichste Punkt ihres Vordringens. Der Rückzug der Mongolen hinterließ ein Vakuum, das durch mehrere turkmenische Herrscherdynastien ausgefüllt wurde. Eine davon, die Osmanen, waren bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts hervorgereten.


Neben dem rechtmäßigen Kalifat haben auch die Omaijaden in Spanien (756-1031), die Fatimiden (909-1171) und die Abbasiden (1261-1517) in Ägypten die Kalifenwürde beansprucht. Mit der Eroberung Ägyptens durch den Osmanensultan Selim I. 1460 ging die Würde des Kalifen an die Sultane von Konstantinopel über (endgültig 1517). Nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg kam es zur Abschaffung des Kalifats durch die Türkische Republik (03.03.1924). 
Der Islam breitete sich in Indien, Indonesien und in Afrika südlich der Sahara weiter aus. Heute bekennen sich weltweit etwa 400 Millionen Menschen, d.h. ein Siebtel der Weltbevölkerung, zu dieser Religion.

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