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Letztes Update am 18.12.2014, 15:07
Neidisch zu sein wird als moralisch verwerflich, böse und sozial inakzeptabel angesehen. Trotzdem sind wir es alle. Egal ob Wollust, Habgier, Zorn, Trägheit, Stolz oder Völlerei – all diese Sünden entspringen einem Lustprinzip und sind menschliche Bedürfnisse, die durchaus positiv besetzt sind. Neid wird jedoch ausschließlich negativ erlebt und nimmt damit unter den sieben Todsünden eine Sonderstellung ein.

Neid vs. Stolz

Jeder kennt das unangenehme Gefühl des Neids und der Eifersucht, wenn andere haben, was wir gerne hätten, oder etwas können, was wir gerne könnten. Eine interessante Frage drängt sich hier quasi fast auf: Wann gönnen wir unseren Mitmenschen das Erreichte von ganzen Herzen? Wo befindet sich der Übergang von Neid zu Stolz?

 

Aus rein psychologischer Sicht lässt sich das ganz einfach erklären. Bei einer überlegenen Leistung auf einer für das Selbstwert zentralen bzw. relevanten Dimension seitens eines psychologisch nahen Menschen setzt ein Vergleichsprozess ein und verringert das eigene Selbstwertgefühl. Wer zum Beispiel seit Monaten vergeblich auf Arbeitssuche ist und der beste Freund dann auch noch von einer Beförderung erzählt, wird es demjenigen schwer fallen das langsam aufsteigende, unangenehme Gefühl der Eifersucht zu unterdrücken. Um sich diesem Gefühl nicht mehr aussetzen zu müssen, distanzieren sich laut Studien einige dann von der beneideten Person um das eigenes Selbstbild zu schützen und aufrechtzuerhalten. 

Im Vergleich dazu, setzt bei einer überlegenen Leistung auf einer für das Selbstbild irrelevanten Dimension seitens eines psychologisch nahen Menschen ein Reflexionsprozess ein und äußert sich in dem Gefühl des Stolzes. Bestes Beispiel: Die Beziehung zwischen dem Vater und seiner Tochter. Der Vater wird in den allerseltesten Fällen neidisch auf die Note der Tochter im Grundschulalter sein. :-)

Selbstwertsteigerung: Above-Average Effekt

Wir Menschen haben mit der Zeit unsere Taktiken entwickelt um uns vor diesen unguten Gefühlen, de im Vergleich zu anderen entsteht, zu schützen. So sind viele der Annahme sozialer, athletischer und mit mehr Führungsqualitäten sowie mit besseren Fertigkeiten in Grammatik und Logik als der Durchschnitt ausgestattet zu sein, auch wenn objektive Kriterien eindeutig etwas anderes zeigen.  

Unrealistischer Optimismus

Andere glauben fest daran, dass sie mehr positive Lebensereignisse und weniger Krankheiten als anderen im Laufe des Lebens haben werden. Diese Menschen sind auch der Überzeugung in die Zukunft sehen zu können.

Attributionen

15px;">Die Art und Weise mit der Situation umzugehen hängt auch von den Attributionsstil des Einzelnen ab. Hier gibt es zwei verschiedene Gruppen: man unterscheidet zwischen 'Internale' und 'Externale'. Inernale glauben, dass sie zum Großteil ihr Schicksal beeinflussen frei nach dem Motto "Things happen, because i make them happen", sie sind aktiv und werden definitiv versuchen aus dieser Neid-Situation hinauszukommen. External veranlagte glauben, dass sie einen sehr geringen Einfluss auf ihr Schicksal haben und fühlen sich fremdbestimmt. Diese Gruppe ist eher passiv und neigt zu Depressionen. 

Fazit

'Open Sans', sans-serif; font-style: normal; font-variant: normal; line-height: 22.5px; font-size: 15px;">Ob man sich nun selbst besser als alle anderen einschätzt oder die naive Vorstellung vertritt, es wird einem nie etwas Böses zustoßen - eigentlich sind alle noch so absurden Methoden der Selbstwert- Steigerung besser, als sich vom Neid auffressen zu lassen. Eine bessere Methode wäre jedoch den Neid als Ansporn zu nutzen, das zu erreichen oder zu besitzen, worum man andere so sehr beneidet. Oder noch effektiver: den anderen direkt fragen, wie er zu dem Erfolg gekommen ist und sich Ratschläge einholen. Aktiv werden und tun, was notwendig ist um ein Stück vom Kuchen ab zu bekommen!