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Alltagsrassismus: Was kann man dagegen tun?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Immer sachlich und logisch bleiben und Aggressivität unbedingt vermeiden.

Wer kennt das nicht? Ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder einfach nur in der Freizeit - überall findet man den kleinen, lästigen Begleiter namens Rassismus wieder. Nur leider wird man allzu oft Zeuge dieser Begegnung und umso schlimmer ist es für die Betroffenen. Dabei wird eine Person, beispielsweise wegen seiner Hautfarbe, diskriminiert und ausgeschlossen.

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3>Rassismus im Alltag

 

Ein Beispiel dafür ist, als eine Familie asiatischer Herkunft in eine Nachbarschaft zieht und dort ein Restaurant eröffnet. Die Kinder fahren regelmäßig mit dem Bus zur Schule, als an einem Nachmittag eine Gruppe Jugendlicher den Bus betritt. Sie bemerken die Anwesenheit der asiatisch stämmigen Kinder und schon werden die ersten abfälligen Kommentare abgegeben. "Seht mal, da sind die Schlitzaugen wieder", sagt ein Mitglied der Gruppe. Im Bus wird es ganz still. "Gestern ist mein Hund verschwunden. Habt ihr den gebraten und gefressen?", schreit ein anderer.

 

Solche Aussagen sind für die Betroffenen verletzend, besonders dann, wenn sie gegen das eigene Land und die eigene Kultur gerichtet sind. Doch leider selten traut sich jemand aufzustehen und zu sagen, dass genau solche diskriminierenden Worte nicht in Ordnung sind. Oft ist die Angst größer, selbst angegriffen und verletzt zu werden, als den Opfern in solchen Situationen zu helfen, gerade dann, wenn eine größere Gruppe rassistische Äußerungen ausspricht.

 

Auch im Klassenzimmer sind rassistische Bemerkungen keine Ausnahme. Vielen Leuten sieht man ihre Herkunft nicht an und dennoch fallen unüberlegte Anmerkungen, die man schnell bereuen kann. Ein Schüler leiht sich einen Stift bei seinem Sitznachbarn aus und vergisst ihn später wieder zurückzugeben. Der Sitznachbar bemerkt das Fehlen seines Stiftes als ihm nun einfällt, diesen verliehen zu haben. "Hey, du Pole hast noch meinen Stift!", sagt dieser spaßeshalber. Schnell ist bewusst, welche Absicht hinter dieser Aussage steckt.

 

 

Deutschland als Einwanderungsland

 

Deutschland zählt als ein Einwanderungsland. Das erkennt man nicht nur an den verschiedenen Menschen, denn ihre Religion sieht man ihnen gar nicht an. Wenn man genauer hinsieht, sieht man hin und wieder auch eine Moschee oder Synagoge. Und mal ganz ehrlich, was wäre ein Tag in der Stadt ohne Pommes Frites, einem Döner, einer Pizza oder einer asiatischen Nudelbox?

 

Schaltet man das Radio oder den MP3- Player ein um mal ein wenig Musik zu hören erkennt man schnell, dass das Lied auf Englisch oder sogar französisch ist. Würde man auf die Dinge verzichten und jeden Tag typisch deutsche Gerichte essen, Lieder mit nur deutschen Texten hören oder Spiele von deutschen Herstellern spielen dann wäre das erst gar nicht so schlimm.

 

Aber früher oder später fehlt es einem dann doch den Fernseher einzuschalten und eine amerikanische Serie anzusehen. Deutschland wäre nicht das, was es heute ist ohne unsere Bürger, die hierhin gewandert sind. Jeder profitiert von Migration und eine solche Vielfalt bereichert uns alle.
 

Was kann man gegen Alltagsrassismus tun?

 

Jede Situation verläuft anders. Was man bedenken sollte ist, dass es bei Beschimpfungen in der Regel nur darum geht, den Betroffenen einzuschüchtern. Nie fallen dabei richtige Argumente. Entscheidet man sich dafür gegen die Beschimpfungen und Parolen anzugehen, achtet man am besten auf seine eigene Körpersprache.

 

Man sollte sich nicht aufspielen, ruhig und gelassen bleiben, denn dann bekommt man die größte Aufmerksamkeit. Man sollte immer sachlich und logisch bleiben und Aggressivität unbedingt vermeiden, da dies sonst nur Widerstand verursacht. Wenn man merkt, dass man alleine nicht gegen den Angreifer ankommt, spricht man einen Zuschauer oder Zeugen direkt an. Wenn man jedoch alleine ist, kann man einfach gehen. Jedoch sollte man dem gegenüber sagen, warum man geht.

 

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