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Letztes Update am 22.10.2014, 14:38
Gerade in Zeiten von Haushaltsdefiziten sind eine Vielzahl von Ländern, wie zum Beispiel Österreich, dazu gezwungen...

Gerade in Zeiten von Haushaltsdefiziten sind eine Vielzahl von Ländern, wie zum Beispiel Österreich, dazu gezwungen schmerzliche Sparmaßnahmen in ihrem Budget vorzunehmen. Auch der Verteidigungsetat wird in vielen Bereichen zusammen gestutzt, was wiederum zwangsläufig unter anderem zu Kasernenschließungen und Entlassungen führt.

Quick Facts:

  • Reduzierung des Verteidigungshaushalts
  • Kasernenschließungen
  • Verkauf von schweren Transportfahrzeugen
  • Einschränkung bei den Luftstreitkräften
  • Internationale Einsätze nur noch schwer zu realisieren

Das Sparprogramm der großen Koaition

Das Sparprogramm lässt die Schlagkräftigkeit der Österreichischen Armee ziemlich fragwürdig erscheinen.
Das Sparprogramm lässt die Schlagkräftigkeit der Österreichischen Armee ziemlich fragwürdig erscheinen. Foto: Shutterstock.com

Die große Koalition in Österreich aus der sozialdemokratischen SPÖ und der konservativen ÖVP einigten sich auf finanzielle Einschnitte im Verteidigungshaushalt. Ein wichtiger Punkt des Sparprogramms beim Bundesheer ist die Schließung von mehreren Kasernen.

 

Dadurch soll ein wesentlicher Kostenfaktor gesenkt werden. Die freistehenden Kasernen sollen dabei anderweitig genutzt werden. Die Wiener Maria-Theresien-Kaserne, wo die Panzerdivisionen für einen möglichen Kriegseintritt Österreichs bereitstehen, soll zum Beispiel dem naheliegenden Zoo als Nutzfläche dienen. 

Abbau von Kampfmitteln

Auch Österreichs Luftstreitkräfte sind von den Einsparungen betroffen.
Auch Österreichs Luftstreitkräfte sind von den Einsparungen betroffen. Foto: Shutterstock.com

Eine weitere Maßnahme ist der Verkauf von 900 Pinzgauern, die dem Bundesheer als gepanzerte Militärfahrzeuge zur Verfügung stehen. Zudem wird die Steyr-Lkw-Flotte komplett stillgelegt, da aus Kostengründen der Treibstoff für die Fahrzeuge nicht mehr bezahlt werden kann.

 

Die Auswüchse werden immer dramatischer und rufen mittlerweile den konservativen Flügel der ÖVP auf den Plan, der die harten Einschnitte in der jetzigen Form nicht mittragen möchte. Die österreichische Armee würde dadurch empfindlich geschwächt werden, heißt es, wobei vor allem für Auslandseinsätze erhebliche Probleme zu erwarten sind.

 

Auch bei den Kampfverbänden kommt es zu harten Einschnitten, sodass bei der 7. Jägerbrigade in Klagenfurt von insgesamt 27 Kompanien nur noch drei beweglich sind und für Kampfeinsätze bereitstehen. Dadurch wird das Bundesheer empfindlich in seinen internationalen Aktivitäten eingeschränkt.

 

Neben der Infanterie bekommen auch die Luftstreitkräfte die Sparwut der Großen Koalition zu spüren, durch die neuen Beschlüsse wurden nämlich schon 6 Eurofighter-Piloten entlassen. Nun kommt die österreichische Luftwaffe auf gerade einmal 12 Piloten, die für 15 Flugzeuge zuständig sind. Vor allem Einsparungen beim Kraftstoff sind einer der Gründe, warum die Luftstreitkräfte personell geschwächt werden.

Finanzen in der Übersicht und ein Ausblick

Allein das Bundesheer-Personal kostet Österreich rund 1,6 Mrd. Euro.
Allein das Bundesheer-Personal kostet Österreich rund 1,6 Mrd. Euro. Foto: Shutterstock.com

Um dem Unheil auf den Grund zu gehen, muss man sich die Finanzlage des Verteidigungsetats anschauen. Für das Personal des Bundesheers benötigt Österreich 1,6 Mrd. Euro, hinzu kommen noch hohe Kosten für den laufenden Betrieb der Einheiten.

Dem gegenüber stehen aber nur Einnahmen von rund 1,84 Milliarden Euro, wodurch sich insgesamt ein Defizit von ungefähr 160 Millionen Euro ergibt. Versucht wird nun diese Lücke mit Schließungen von Kasernen und Verkauf von Panzern oder Transportern zu schließen.
 

Weitere Sparmaßnahmen?

Ein Ende der Sparprogramme ist jedenfalls im Moment noch nicht abzusehen. Ähnlich wie in Deutschland können diese Restriktionen allerdings zu einem empfindlichen Imageschaden führen, wenn ein großer Teil der Flugzeuge oder Panzer nicht jederzeit abrufbar ist. Vor allem das westliche Militärbündnis NATO verlässt sich auf die vereinbarten Truppen- und Kampfmaschinenkontingente, um rechtzeitig in Krisenherden eingreifen zu können.

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