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Was ist Politik? – Definition und Herkunft

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Woher kommt der Ausdruck Politik? Und was bedeutet er konkret?

Das Wort "Politik" geht auf das alte Griechenland mit seinen antiken Stadtstaaten zurück. Die altgriechische Bezeichnung "politika" umfasste alle Aktivitäten, Institutionen und Fragen, die das Gemeinwesen (die "Polis", auch Stadt) betrafen. Der Begriff stand auch analog zum römischen Ausdruck "res publica" (die Sache des Volkes), das Pate für unseren heutigen Ausdruck "Republik" stand.

Unter Politik versteht man sämtliche Prozesse und Aktionen, aber auch Inhalte, die dazu dienen, das Zusammenleben in einer Gesellschaft zu regeln. Diese Prozesse werden von einer Institution, dem Staat, gesteuert, wo auch mit allen in der Demokratie gewählten Vertretern Entscheidungen über Bestimmungen getroffen werden, die innerhalb dieses Staates gelten sollen.

 

Bitte beachten

Um an einer politischen Wahl teilnehmen zu können, musst Du in dem betreffenden Land wahlberechtigt sein. Natürlich darfst Du nur ein Mal pro Wahlgang wählen. Deine Wahlstimme zählt nur, wenn Du gültig wählst. Das heißt, Du darfst nur ein Kreuz auf das dafür vorgesehene Feld neben der von Dir bevorzugten Partei und ihrem Vertreter setzen. Ein durchgestrichenes Kreuz zählt nicht. Ebenso gilt eine Wahl als ungültig, wenn auf dem Wahlzettel irgendein Kommentar gekritzelt oder er zerrissen wird.

Die Staatsgewalt in einer Demokratie teilt sich in drei Teile

  • Eine Legislative (gesetzgebende Gewalt): Das ist das Parlament, wo die relevanten Themen diskutiert werden und schließlich über die Gesetzesbeschlüsse abgestimmt wird. In Deutschland setzt sich die Legislative aus Bundestag und Bundesrat zusammen. Damit ein Gesetz in Kraft tritt, benötigt es eine Mehrheit, im Falle einer Verfassungsänderung sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit.
  • Eine Exekutive (ausführende Gewalt): Um beim Beispiel Deutschland zu bleiben, ist das die Bundesregierung. Diese verfasst die Gesetzesentwürfe, über die abgestimmt werden soll, und hat nach der Abstimmung die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Beschlossene umgesetzt wird.
  • Eine Judikative (gerichtliche Gewalt): Diese Rolle kommt in Deutschland dem Bundesverfassungsgericht, den Bundesgerichten sowie den Gerichten der Bundesländer zu. Die Judikative hat die Aufgabe, nach den geltenden Gesetzen Recht zu sprechen. Das Bundesverfassungsgericht hingegen prüft, ob diese Rechtssprechung mit dem Grundgesetz übereinstimmt. 

 

Der Bundespräsident erfüllt vor allem eine repräsentative Funktion. Beispielsweise ist er bei öffentlichen Anlässen, wo das Land repräsentiert werden soll, anwesend und vertritt das Land und dessen offiziellen Standpunkt dann mit seinen Worten. Er verkündet aber auch die Gesetze, die erlassen wurden.

Außer der Demokratie gibt es aber auch noch andere Staatsformen, wie etwa Monarchien, wo eine Person, die dieses Amt geerbt hat, über die Geschicke eines Landes / Volkes bestimmt, Oligarchien ("Herrschaften der Wenigen") und Diktaturen.

Es gibt auch noch die Sonderform "parlamentarische Monarchie" - ein demokratisches System, an dessen Spitze anstatt eines Bundespräsidenten noch ein König oder eine Königin steht. Ein Beispiel hierfür ist Belgien. Neben der repräsentativen Funktion ernennt der König dort auch die Minister selbst - wie es eben in Deutschland oder auch Österreich der Bundespräsident tut. Auch in den Niederlanden ist der Monarch mächtig. Dort können Gesetze ohne die Unterschrift des entsprechenden Monarchen nicht rechtskräftig werden. Der niederländische König oder die Königin kann theoretisch sogar das dortige Parlament auflösen. Bei der Ministerernennung hat in den Niederlanden allerdings auch der Ministerpräsident ein Wörtchen mitzureden. Die Queen von Großbritannien hingegen repräsentiert vor allem. Die Minister werden dort vom Premierminister ernannt, und die Kabinettmitglieder ernennt sie auf dessen Rat.

Für die Politik an sich:

  • ein Staat
  • ein Staatssystem für seine Organisation
  • in einer Demokratie: Gewaltenteilung (gesetzgebende, ausführende und juristische Gewalt)
  • politische Vertreter und Mitarbeiter im Staatsapparat
  • Menschen, die die politischen Vertreter wählen

Zur Mitwirkung am politischen Prozess:

  • Erreichen des 18. Lebensjahres
  • Staatsangehörigkeit in dem Land, in dem man wählen / sich politisch beteiligen will
  • Information über die politischen Parteien und ihre Positionen
  • Fähigkeit zu lesen
  • selbstständiges Denken und Bildung einer eigenen Meinung
  • Wahlunterlagen
  • Kugelschreiber

Sonstiges:

  • Internetanschluss zur Teilnahme an Online-Petitionen

Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. Informiere Dich gut, bevor Du Dich entscheidest, wo Du bei einer politischen Wahl Dein Kreuz setzen möchtest. Wäge ab, was Dir persönlich in der Politik wichtig ist, vergleiche die Positionen der Kandidaten und überlege, welche Partei / welcher Kandidat Deine Interessen und Meinungen zu den für Dich wichtigen Themen am ehesten vertreten könnte.
  2. Wenn Du per Briefwahl wählen willst, solltest Du Dich rechtzeitig darum kümmern, die Wahlunterlagen anzufordern. Damit die Wahl reibungslos verläuft, gibt es hierfür Fristen.
  3. Wenn Du vor Ort in dem für Dich zutreffenden Wahllokal wählen gehen willst, dann bringe hierzu Deine Wahlberechtigung und Deinen Personalausweis mit.
  4. In Deutschland bzw. Österreich sind Wahlen geheim. Das heißt, Du wählst anonym und niemand darf sehen, was Du gewählt hast. Deshalb nimmst Du den Wahlzettel, den Du erhältst, mit an den mit einem Sichtschutz versehenen Platz im Wahlraum, kreuzt das Gewünschte an und faltest den Zettel am besten ein Mal, so dass Deine Wahl beim Einwerfen in die Wahlurne nicht sichtbar ist. 
  5. Wahlen sind nicht die einzige Möglichkeit der politischen Beteiligung als Bürger. Weitere Möglichkeiten bieten Petitionen, Online-Aktionen wie etwa die von Campact, die man unterschreiben kann und Volksentscheide. Zudem kann man jederzeit seine Meinung kundtun oder öffentlich auf bestimmte Sachthemen aufmerksam machen, die einem wichtig sind.

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