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Wie entsteht eine Revolution?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:59
In der Geschichte der Menschheit gab es viele Revolutionen.
Fast alle davon hatten - zumindest langfristige - Auswirkungen auf die Geschichte ihrer Länder. Doch viele davon hatten auch Auswirkungen auf die gesamte Menschheit, man denke nur an die französische Revolution, die die Ideale der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, salonfähig gemacht hat. Doch wie entstehen Revolutionen?

3>Geboren aus der Unzufriedenheit
  • Auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht: Eine Revolution entsteht, weil gewisse Teile eines Volkes unzufrieden mit der momentanen Lage sind. 
  • Dabei können sowohl Teile des Volkes, als auch das gesamte Volk, mit Teilen oder der Gesamtheit der Lage unzufrieden sein. Diese Unzufriedenheit alleine startet allerdings noch keine Revolution. 
  • Der unzufriedene Teil des Volkes wird zuerst versuchen auf die von ihm empfundenen Unzulänglichkeiten aufmerksam zu machen. Die öffentliche Meinung soll dabei zunehmend aufmerksam auf diese Unzulänglichkeit werden, um die Herrschenden zu einem Umbruch in ihrer Politik zu bewegen. 
  • Wenn diese Versuche nicht erfolgreich sind, versucht der unzufriedene Teil des Volkes meist, mit direkten Petitionen an die Regierung die Lage zu ihren Gunsten zu ändern.
  • Bis hierhin ist die unzufriedene Gruppe nur ein Teil der politischen Kultur ihres Landes. In diesem Stadium zeigt sich noch keine Gewaltbereitschaft, die für Revolutionen typisch ist. 

 

Die Regierung ist am Zug...
  • Erst nachdem die Regierung den als ungerecht empfundenen Zustand nicht geändert hat, und die legalen Möglichkeiten zur Intervention ausgeschöpft sind, entwickelt sich eine Bereitschaft zur Gewalt. 
  • Diese Bereitschaft, von Teilen oder vom Ganzen der unzufriedenen Gruppe getragen, wird von der herrschenden Klasse als Widerstand gegen ihre Herrschaft betrachtet, und dementsprechend mit Sanktionen belegt. 
  • Diese Sanktionen treiben die Unzufriedenen - man kann in dieser Phase der Eskalation bereits von Aufständischen oder Revolutionären sprechen - ihrerseits zu Gegenaktionen. Da die legale Seite der Gegenwehr sich bereits erschöpft hat, werden nun zunehmend Wege der rechtlichen Grau- und Schwarzzonen genutzt, um die eigene Sache voranzutreiben. 

 

Die Spirale der Gewalt
  • Da die Regierung auf diese Aktionen dann widerrum mit immer härteren Maßnahmen reagiert, entwickelt sich eine Spirale der Gewalt, die nur zwei Ergebnisse haben kann: Im ersten Fall werden die Aufständischen ausgelöscht oder lösen sich als Gruppe auf, dies ist ein Niederschlagen der Revolution, bevor sie zur Revolution geworden ist. 
  • Im zweiten Falle greifen die Aufständischen offen zu den Waffen und rufen zur allgemeinen Verteidigung gegen die von ihnen als Unrecht empfundenen Reaktionen der Regierung auf. 
  • In diesem Fall hat sich die Unzufriedenheit vom Stadium der politischen Gegenmeinung, bis hin zum offenen Aufbegehren gegen die herrschende Klasse gewandelt. 
  • Gleich ob das System als Ganzes, oder nur ein geringer Teil davon der ursprüngliche Grund der Unzufriedenheit war, im Normalfall hat nun ein Kampf um den Fortbestand des herrschenden politischen Systems begonnen.

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