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Letztes Update am 05.11.2014, 13:53
Die warmen Tage sind vorbei und mit großen Schritten geht es auf den Winter zu. Für Tiere ist diese Zeit mit die stressigste, denn sie bereiten sich auf den Winterschlaf vor. Aber was steckt eigentlich dahinter und schlafen die Tiere wirklich den ganzen Winter durch?

Fact-Box:

  • Der Winterschlaf ist nicht einheitlich, der Siebenschläfer verschläft beispielsweise bis zu sieben Monate, wogegen ein Igel nur drei bis vier Monate verschläft.
  • Bären halten keinen „echten“ Winterschlaf, sondern nur eine Winterruhe. Ihre Körpertemperatur nimmt nicht so stark wie bei anderen Tieren ab und sie müssen sich häufiger im Winter auf Nahrungssuche begeben.
  • Auch einige Vögel halten Winterschlaf. Kolibris verharren zum Beispiel mehrere Wochen in einer Starre, um den Winter ohne Nektar überstehen zu können. 

Schlafen Tiere im Winter wirklich?

Energiespar-Modus
Beim Winterschlaf handelt es sich vereinfacht ausgedrückt um eine Taktik, mit der die Tiere sich gegen die schlechten Lebensbedingungen im Winter schützen. Denn durch die niedrigen Temperaturen und den daraus resultierenden Frost, Schnee und Regen werden die natürlichen Futtervorkommen der Tiere im Winter drastisch reduziert, sodass sie keine Früchte, Nüsse oder andere Pflanzen fressen können.

 

Gleichzeitig zwingt die niedrige Temperatur die Tiere dazu, ihren Stoffwechsel anzukurbeln, um sich warmzuhalten, wenn sie in der freien Natur unterwegs sind. Da sie früher oder später schlichtweg verhungern würden, wenn sie den ganzen Winter über wach blieben, haben sich die Tiere im Laufe der Evolution eine Art „Energiespar-Modus“ angeeignet – den Winterschlaf

Vorbereitungszeit
Bereits im Sommer planen die Tiere für den Winter voraus. Während sich einige von ihnen, wie beispielsweise Bären oder Igel, ein Fettpolster anfressen, um den Winter überstehen zu können, horten andere Tiere Vorräte für den Winter. Besonders Nagetiere wie Eichhörnchen und Hamster sind dafür bekannt, dass sie sich gleich mehrere Verstecke mit Nüssen und Körnern anlegen, damit sie ihren Kalorienbedarf abdecken können.


Neben der Nahrungsversorgung bilden die meisten Säugetiere im Herbst ein Winterfell aus. Dieses ist wesentlich dichter und schließt mehr Luft ein, wodurch eine Wärmeschicht entsteht, welche die Tiere vor den kalten Temperaturen des Winters schützen soll. Selbst bei Haustieren wie Hunden kann man noch die Ausbildung eines Winterfells beobachten, obwohl diese Tiere es eigentlich aufgrund ihrer anderen Lebensumstände kaum benötigen.


Das mit am wichtigste Element des Winterschlafs ist aber die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Bären bevorzugen hierbei Höhlen, während sich Nagetiere wie ein Eichhörnchen eher in Baumlöchern einquartieren. Andere Tiere wie Mäuse graben sich dagegen Tunnel in die Erde, welche sie mit Gräsern oder Heu auspolstern, um es während ihrer Schlafphase bequem und warm zu haben.

Schlafend durch den Winter
Wenn im Herbst die ersten frostigen Nächte eintreten, gehen die Tiere in den Winterschlaf. Dabei senkt sich ihre Körpertemperatur soweit herunter, dass sie fast der Umgebungstemperatur gleicht, was einen Unterschied von bis zu 30°C ausmachen kann. Durch den Wechsel ihrer Körpertemperatur kurbeln die Tiere ihren Stoffwechsel und damit auch ihren Energieverbrauch runter. 

 

Entgegen der allgemeinen Vorstellung ist ein Winterschlaf allerdings kein durchgehender Schlaf. Die meisten Tiere haben auch im Winter ihre kurzen Wach-Phasen, in denen sie entweder noch einmal auf Futtersuche gehen oder im Vorfeld angelegte Futterspeicher aufsuchen. Nur wenige Tiere wie beispielsweise die Fledermaus verfallen wirklich in einen durchgehenden Winterschlaf und wachen in dieser Zeit überhaupt nicht auf.


Wenn die Temperaturen wieder zu steigen beginnen, geht auch die Körpertemperatur der Tiere wieder in die Höhe und sie wachen allesamt zum Frühlingsanfang aus ihrem Schlaf auf.

Unterscheidungen: Winterschlaf, Winterstarre, Winterstarre

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