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Letztes Update am 03.12.2014, 13:36
Wie viele Dinge des Alltags, werden auch Feste in diversen Ländern verschieden interpretiert und mit Bräuchen versehen.

Sei es bei uns das Christkind oder in den USA das Warten über Nacht bevor die Geschenke geöffnet werden, immer wieder haben sich Kleinigkeiten eingebürgert, die anderen Ländern fremd erscheinen mögen. Hier sind ein paar Bräuche aus aller Welt, die Sie vielleicht noch nicht kannten.

 

Die Vereinigten Staaten:

In Amerika werden am Weihnachtsabend typischerweise ein Teller Schokoladen-Kekse und ein Glas Milch für den Weihnachtsmann als Wegzehrung bereit gestellt. Schließlich muss er ja jedes einzelne Haus der Welt bereisen, da bekommt man schon einmal Hunger! Dieser Brauch ist natürlich hauptsächlich den Kindern gewidmet, die immer wieder völlig erstaunt bemerken, dass am nächsten Tag alle Kekse und die Milch verschwunden sind. Außerdem gibt es viele Leute, die ihre Häuser reich beschmücken und daraus regelrecht einen Wettbewerb machen.

Venezuela:

In der Weihnachtszeit werden in Caracas, Venezuela, von 16. bis 24. Dezember ganze Straßenzüge gesperrt und zwar für etwas was Sie wahrscheinlich nicht erwartet haben. Nämlich, dass die Einwohner mit Rollschuhen zur Messe fahren können. Jedes Jahr lassen viele Venezuelaner diese Tradition immer wieder aufleben, welche sich immer noch großer Beliebtheit erfreut. Außerdem ziehen zu Weihnachten immer Musikgruppen von Haus zu Haus, die so genannten „Aguinaldos“, um diverse Weihnachtslieder zum Besten zu geben. Das Nationalgericht für den Weihnachtsabend ist „Hallaca“, gefüllte Teigtaschen.

Austrialien:

Weihnachten in Australien ist natürlich schon alleine wegen dem Klima ein ganz besonderes Erlebnis, wodurch sich natürlich auch die Bräuche ziemlich von der nördlichen Hemisphäre abheben. Während alles bei uns in der Kälte versinkt, ist es in Australien Sommer, deshalb feiern auch viele Australier und vor allem Touristen ihr Weihnachtsfest gerne mitten am Tag an einem schönen Strand. In Melbourne treffen sich jedes Jahr Zehntausende um am Abend bei Kerzenschein Weihnachtslieder zu singen, diese Veranstaltung heisst „Carols by Candlelight“. Das Essen hat viele Parallelen zum „Thanksgiving“ Dinner in Amerika und beinhaltet oft Truthahn, Schinken und Schwein.

Frankreich:

In Frankreich wird die Weihnachtszeit oft mit spektakulären Lichtshows zelebriert. In Lyon zum Beispiel werden beim so genannten „Fete des Lumieres“, von 5.-8- Dezember, über 70 wahnsinnig aufwendige und beeindruckende Licht Shows gezeigt. In der Nacht vom 24. auf 25. Dezember bringt „Pere Noel“ die Geschenke und am 25. Dezember werden traditionell „Foie Gras“ (Gänseleber) und der „Buche de Noel“, ein Buttercreme Kuchen, serviert.

Brasilien:

In Brasilien sind rund 90 Prozent der Bevölkerung gläubige Christen, weshalb auch Weihnachten ein sehr wichtiges Ereignis ist. Auch dort ist aufgrund der Geografie natürlich Sommer in unseren Wintermonaten, trotzdem gibt es eine Vielzahl anWeihnachtsschmuck und meist unechten Tannenbäumen. Gefeiert wird erst zu Mitternacht am 24. Dezember, meist mit einer festlichen Mahlzeit und Bescherung. Am Weihnachtstag finden oft große Familienfeste statt, bei denen nicht selten bis zu 70 Leuten auftauchen, und der Rest der Weihnachtsmahlzeiten aufgegessen wird. Verzehrt wird traditionell viel Fleisch undFisch, sowie Reis und Kartoffeln.

Japan:

In Japan ist Weihnachten kein offizieller Feiertag, da fast 90% Shintoisten und nur rund 2% Christen sind. Trotzdem hat sich das Weihnachtsfest durch die Kommerzialisierung auch auf der Insel durchgesetzt und es gibt kleine Geschenke und Weihnachtsbeleuchtungen. Der Charakter an sich ist aber ein ganz anderer als in den USA oder Europa, denn ist es bei uns eher ein Familienfest, wird diese Zeit in Japan mehr dazu benutzt um mit seinen Freunden und Kollegen Zeit zu verbringen. Es gibt viele Feste und Partys und wird deshalb auch oft von vielen Singles benutzt um eventuell endlich die wahre Liebe oder zumindest eine Partnerin kennen zu lernen. Ein großer Unterschied ist auch, dass in Japan nicht die bei uns bekannten deftigen Fleisch- und Fischgerichte serviert werden, sondern oft eine süße Sahnetorte mit Erdbeeren.

Italien:

Auch Italien ist als sehr katholisches Land bekannt, deshalb ist natürlich auch hier Weihnachten von großer Bedeutung. In Italien kommt allerdings nicht der Weihnachtsmann oder das Christkind und bringt die Geschenke, sondern eine Hexe, die „La Befana“ genannt wird, saust auf ihrem Besen die Schornsteine hinunter und bringt ihre Gaben. Statt Cookies und Milch werden außerdem für die Hexe Wein und ein kleiner Happen bereit gestellt. Zu den bekanntesten italienischen Weihnachtsbäckereien gehören die Torrone aus Cremona, die neapolitanischen Struffoli und der Mailänder Panettone.

Österreich:

Eine der bekanntesten Traditionen in der Weihnachtszeit sind Krampus und Nikolaus am 5. und 6. Dezember. Der Krampus soll ungezogenen Kindern mit seiner Route das Fürchten lehren, wohingegen der Nikolaus die braven Kinder belohnt. Oft gibt es auch Krampusläufe, in den aufwändige und furchteinflößende Kostüme verwendet werden und einigen Kindern und auch Erwachsenen ein gehöriger Schrecken eingejagt wird. Ansonsten feiert man Bescherung in Österreich im Normalfall schon am Abend des 24. Dezember mit Geschenken und einem festlichen Familienessen. Außerdem spricht man hier in den meisten Fällen auch nicht vom Weihnachtsmann, sondern vom Christkind, das die Geschenke bringt.

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