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Was ist der Keynesianismus?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
Der Keynesianismus ist eine Wirtschaftstheorie,...

Der Keynesianismus ist eine Wirtschaftstheorie, die auf den Briten John Maynard Keynes zurückgeht. Der Ökonom ging aufgrund seiner Erfahrungen während der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er- und Anfang der 1930er-Jahre davon aus, dass die Selbstregulierung des Marktes durch Angebot und Nachfrage nicht zu stabilen wirtschaftlichen Situationen und Vollbeschäftigung führt. Stattdessen sei es die Aufgabe des Staates für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung zu sorgen, sowie die Schwankungen von Angebot und Nachfrage auszugleichen. Denn vor allem Schwankungen im Bereich der Investitionen in wirtschaftliche Betriebe sorgen für eine instabile Wirtschaft und in der Folge zu Arbeitslosigkeit.

Theoretischer Hintergrund

  • Keynes empfiehlt dem Staat in Bezug auf die Wirtschaftspolitik deshalb ein antizyklisches Verhalten in Form von aktiver Konjunkturpolitik. 
  • Schließlich kann sich die Wirtschaft in Phasen der Rezession nicht ohne Hilfe von der Politik wieder erholen. 
  • Das heißt, bei einer geringen Nachfrage nach produzierten Gütern und Arbeitskraft soll die Nachfrage durch über Kredite finanzierte staatliche Zuschüsse gesteigert werden. 
  • Im Gegenzug sollen diese öffentlichen Ausgaben wieder zurückgenommen werden, sobald sich die Nachfrage auf dem gewünschten Niveau befindet. 
  • Diese Wirtschaftstheorie dominierte vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis weit in die 1970er-Jahre die wirtschaftspolitischen Entscheidungen in allen westlich orientierten Staaten der Welt.
  • Auch dem modernen Wohlfahrtsstaat, wie wir ihn hier in Deutschland kennen, liegt der Keynesianismus in einigen Teilen zugrunde. 
  • So orientiert sich die heutige Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik noch immer am 1967 eingeführten Stabilitäts- und Wachstumsgesetz. 
  • Allerdings ist der Keynesianismus im Laufe der Jahre auch immer wieder an seine Grenzen gestoßen. 
  • So mussten Politiker immer wieder erkennen, dass sich die Wirtschaft nicht im Sinne der Wirtschaftstheorie des Briten Keynes steuern lässt, beziehungsweise das ihre fiskal- und konjunkturpolitischen schlicht zu spät kamen. 
  • Dadurch war eine Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Situation und Vermeidung von Arbeitslosigkeit durch staatliche Maßnahmen nicht mehr möglich, oder sie haben die Instabilität und damit die Krise noch verstärkt.

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