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Das Einsparpotenzial einer Thermografie-Messung am Haus

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
In Zeiten zur Neige gehender fossiler Rohstoffe wird es auch für Hausbesitzer immer wichtig einzusparen.

In Zeiten zur Neige gehender fossiler Rohstoffe (wie Erdöl, Erdgas und Kohle) und vor dem Hintergrund explodierender Energiepreise, wird es für die Besitzer einer Immobilie immer bedeutsamer, ihr Haus vollständig zu isolieren und vor unkontrollierter Abstrahlung von Wärme zu schützen. Diese ist bei nahezu jedem Haus nachweisbar.

Um ein mögliches Einsparpotenzial des Hauses bezüglich seiner energetischen Bilanz zu erkennen, sollte man keinesfals damit beginnen, das Gebäude einfach zu isolieren, sondern es empfiehlt sich, zunächst eine sogenannte Thermografie-Messung durchführen zu lassen, die die energetischen Schwachstellen eines Gebäudes offenlegt und damit zugleich auf das Einsparpotenzial des Hauses bezüglich der Heizung klar und eindeutig hinweist. 

Thermografie: Quick-Facts

  • Ist vor dem Hauskauf unbedingt empfehlenswert
  • Auch vor dem Umbau empfiehlt sich eine Thermografie-Messung
  • Energiesparpotenzial gibt es bei nahezu jedem Objekt
  • Es empfiehlt sich diese Messung von Experten durchführen zu lassen
  • Diese können im Anschluss auch eine umfassende Energieberatung liefern

3>Die Technik

Die Technik einer Thermografie-Messung geht unmittelbar zurück auf den Astronomen Wilhelm Herschel, der um 1800 die Wärmestrahlung entdeckte, für die später die Begrifflichkeit der Infrarot-Strahlung eingeführt wurde. Aus der Erkenntnis heraus, dass man auf kontaktlosem Wege die jeweilige Wärmestrahlung eines Objektes messen konnte, wurden zunächst Geräte für den militärischen Einsatz und ab 1960 auch für den nichtmilitärischen Gebrauch entwickelt. Heute ist die Thermografie ein modernes bildgebendes Verfahren, das seinen Einsatz in Gestalt sogenannter ungekühlter Infrarotdetektoren auch in der Bauthermografie findet. Der Einsatz der Wärmebildkamera ermöglicht hier einiges. So kann beispielsweise zunächst die Wärmedämmung eines Hauses durch die Infrarotkamera geprüft werden. Dazu wird die Fassade des Gebäudes aufgenommen, wobei ungedämmte oder nur unzureichend wärmegedämmte Bereiche der Fassade in sogenannten Fehlfarben, meist in Rottönen, deutlich angezeigt werden. 
 

Der Nutzeffekt

Dies ermöglicht es dem Immobilienbesitzer, Kosten zu sparen, indem er bei der Wärmeisolierung seines Gebäudes selektiv vorgeht und sich auf diejenigen Stellen mit unzureichender Wärmeisolierung konzentriert, wo er in Punkto Energiebilanz den nachhaltigsten Effekt erzielen kann. Oft finden sich solche Stellen mit unzureichender Isolierung um die Fenster eines Gebäudes herum, was auf unzureichende Wärmeisolierung oft veralteter Fenster hin deutet. Hier wäre es beispielsweise effektiv und kostensparend, die entsprechenden Fenster durch Thermofenster zu isolieren, anstatt pauschal die komplette Fassade des Gebäudes zu dämmen. Die Thermografie eignet sich jedoch nicht nur dazu, um Schwachstellen bezüglich der Wärmeisolierung eines Gebäudes zu erkennen. Sie ist darüber hinaus im Rahmen der kompletten Gebäudediagnostik einsetzbar. 
 

Energieausweis

So wird die Wärmebildkamera beispielsweise dazu verwendet, um den sogenannten Energieausweis zur energetischen Bewertung eines Gebäudes zu erstellen. Dieser ist  in Österreich durch das Energieausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG) und die entsprechenden Landesgesetze vorgeschrieben (in Deutschland durch die Energiesparverordnung), im Falle der Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Gebäuden. Außerdem kann jeder Käufer, Mieter, Leasingnehmer oder Pächter von Gebäuden gemäß Gesetzestext die unverzügliche Vorlage eines Energieausweises für das betreffende Gebäude vom Eigentümer verlangen.

 

Empfindliche Geräte 

Ferner empfiehlt sich der Einsatz einer modernen Wärmebildkamera zur energetischen Kontrolle sämtlicher Flachdächer, zur Analyse der Struktur von Mauerwerk, zum Aufspüren von Feuchtigkeit in Wänden und in Dächern und zum Erkennen von Rissen und Haarrissen in Rohrleitungen. Die empfindlichen Geräte decken dabei bereits Temperaturbereiche ab, die von minus 20 Grad Celsius bis zu plus 900 Grad Celsius reichen. Die aufgenommenen Bilder der Fassade oder des Daches eines Gebäudes können jeweils problemlos gespeichert und auch an einen PC oder Laptop übertragen werden. Somit dient die Wärmebildkamera dem effektiven Erkennen von Wärmeverlusten und Kältebrücken an der Fassade von Gebäuden, die in der Folge durch eine quasi punktgenaue Außen- oder Innendämmung reduziert werden, beziehungsweise durch den punktgenauen Einsatz von Baustoffen oder kompletten Bauteilen, die die Wärmeleitung und Wärmestrahlung durch die Gebäudehülle wirksam einschränken

 

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