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Letztes Update am 11.03.2015, 09:36
Österreich liegt bei erneuerbaren Energien im EU-Spitzenfeld. Potential ist weiterhin da.

Bei einem vor kurzem in Brüssel präsentierten „Ökosozialen Energie- und Klimaradar“ liegt Österreich beim Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoenergieverbrauch im europaweiten Spitzenfeld. Nach Schweden, Lettland und Finnland nimmt man mit einem Anteil von 32,1 Prozent Platz vier in diesem Ranking ein.

 

Die Alpenrepublik ist demnach im europäischen Vergleich durchaus ein Vorzeigeland, wenn es um erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit geht. Diesen grundsätzlich recht erfreulichen Nachrichten steht allerdings ein gewaltiges Potenzial gegenüber, das bisher noch nicht genutzt wird. „Österreich kann nicht nur zu 100 Prozent energieautonom werden, sondern hat auch das Potenzial als Energielieferant zu dienen“, wird Energie-Experte Jurrien Westerhof im Interview mit der Plattform oekonews.at zitiert. Westerhof, seines Zeichens Geschäftsführer des Dachverbands „Erneuerbare Energie Österreich“, sieht die Republik mitten in der Energiewende und bezeichnet eine Energieautarkie in Österreich als realistische Zielsetzung.

Gezielte Förderung

Erneuerbare Energie ist ein Thema, dass alle angeht. Diese Message dürfte nun immer mehr ankommen. So hat auch das Lebensministerium im Namen der österreichischen Bundesregierung bereits umfassende Zielsetzungen aufgestellt, die bis zum Jahr 2020 umgesetzt werden sollen. Österreich bekennt sich nämlich zum aktiven Klimaschutz und will erneuerbare Energien gezielt fördern und die Entkoppelung zwischen Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch vorantreiben. Durch Information, Preisausschreibungen und der angesprochenen Bundesförderung, soll der Wirtschaft sowie der Bevölkerung die Notwendigkeit der Energiewende klargemacht werden.

Spezieller Energiemix

Wie jüngste Zahlen aus Brüssel feststellen lassen, kommt mit 32,1 Prozent der Energie bereits ein beträchtlicher Anteil aus dem erneuerbaren Sektor. Traditionell besonders stark daran beteiligt ist in Österreich die Stromerzeugung, wo in der Alpenrepublik vor allem auf Wasserkraft gesetzt wird. Ein weiterer großer Anteil wird durch die Fernwärme-Kraftwerke erzeugt. Potenzial nach oben gibt es aber noch in allen Bereichen: Vor allem beim Verkehr ist die Quote der erneuerbaren Energien nach wie vor verschwindend gering.

Im Endeffekt ist Österreich also im Bereich Energie und Nachhaltigkeit weder „top“ noch „flopp“. Aktuelle Werte sind - vor allem im Vergleich mit anderen EU-Staaten – äußerst positiv zu interpretieren, dennoch ist das noch nicht genutzte Potenzial viel zu groß, um in verfrühte Jubelstimmung zu verfallen.

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