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Wie bringt man seinem Kleinkind schlafen bei?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:49
Viele Babys und Kinder haben mit dem Einschlafen Probleme.

Viele Babys und Kinder haben mit dem Einschlafen Probleme, da sie noch keinen ausreichenden Tag-Nacht-Rhythmus entwickelt haben. Im Mutterleib schlief das Baby schließlich wann es wollte – immer umgeben von derselben Dunkelheit. Lediglich schwächste Lichtstrahlen, konnten durch die Bauchdecke in Richtung Baby durchdringen. Nachdem es auf der Welt ist, weiß es natürlich nicht, wann Schlafenszeit ist und wann nicht, zumal es zu diesem Zeitpunkt den Schlaf noch an die Abdeckung der Grundbedürfnisse anlehnt und dann schläft, wenn es beispielweise gerade keinen Hunger hat. 

Auch wenn sich das Baby anfangs noch den Schlaf holt, wann es ihn braucht: es ist trotzdem an der Zeit dem Kind zu helfen, einen regelmäßigen Schlafrhythmus zu finden und es an ein Einschlafritual zu gewöhnen.

  • Säuglinge brauchen anfangs ungefähr doppelt so viel Schlaf wie Erwachsene, wovon sehr viel am Tag geschlafen wird.
  • Säuglinge müssen anfänglich nachts mehrfach aufwachen, da sie viele kleinere Mahlzeiten benötigen. Das ändert sich im Laufe der ersten Monate.
  • In etwa ab dem dritten Monat beginnen die Babys weniger tagsüber und dafür mehr nachts zu schlafen.

  • Abgedunkeltes Zimmer
  • Gute oder schlechte Gesangsstimme
  • Leises Mobile oder Spieluhr
  • Buch mit Geschichte
  • Kuscheldecke
  • Kuscheltier
  • Schnuller
  • Badeeimer oder Badewanne
  • Kleines Nachtlicht
  • „Himmel“ für das Bettchen

  1. Ein dunkler Raum ist mit wenigen Monaten bereits eine wichtige Voraussetzung für das Baby und Kind, um gut zu schlafen. Wird es von der Sonne geblendet oder schläft in einem hell erleuchteten Raum (z.B. im Juni, wenn die Sonne spät unter und früh auf geht), werden eher seine Lebensgeister wach, als das Baby und Kind müde. 
  2. Späte (Nach)Mittagsschläfchen des Kindes sorgen dafür, dass es abends noch ausgeschlafen ist. Das Mittagsschläfchen sollte um spätestens 15 Uhr zu Ende sein, damit das Kind bis abends wieder müde wird. 
  3. Das Entwickeln eines (Einschlaf)Schlafrituals hilft dem Kind „loszulassen“ und die Situation als Einschlafsituation zu erkennen. Ein (Einschlaf)Schlafritual sollte keinesfalls über eine dreiviertel Stunde dauern. 
  4. Als Einschlafrituale eignen sich beispielsweise: Vorsingen, ein Bad nehmen bzw. Waschen, eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, das Anziehen eines kuscheligen Schlafanzuges, das Baby noch sanft zu wiegen, mit dem Stubenwagen ein wenig herumzufahren,...
  5. Eventuell kann man sich ein gesondertes Einschlafritual für abends ausdenken und ein anderes für die nächtlichen Unterbrechungen (z.B. verschiedene Melodien des Vorsingens). 
  6. Um das Baby nächtlich rasch zum Weiterschlafen zu bewegen, sollte man möglichst wenig mit ihm sprechen. Andernfalls glaubt es, dass es aktiv werden darf oder soll. 
  7. Gesang der Eltern entspannt das Baby und Kind. Es ist dabei nicht erforderlich, die Töne sehr exakt oder melodiös zu treffen – das Baby und Kleinkind erkennt noch keinen Unterschied, es lebt lediglich die singende Stimme seiner liebsten Bezugspersonen. 
  8. Wer mit seinem Baby und Kleinkind untertags sehr viel kuschelt und schmust, erleichtert ihm auch das Ein- und Durchschlafen. 
  9. Wenn das Baby abends aus dem Bettchen möchte und signalisiert, dass es nicht schlafen will, sollte man sich angewöhnen, es lieber im Bettchen zu beruhigen als es sofort herauszunehmen – es sei denn, das Kind hat ein Problem. Doch wer sein Baby beim kleinsten „Quäker“ sofort aus dem Bettchen holt, trainiert es darauf, das ständig zu verlangen.
  10. Manche Theoretiker lehren, dass man das Baby von Zeit zu Zeit einfach weinen lassen soll. Das ist eine Sache der Philosophie - an dieser Stelle wird dies nicht geraten. Ein Baby oder Kind soll sich nicht alleine in den Schlaf weinen, sondern von Küsschen gesäumt, in den Schlaf begleitet werden. Die Intervalle der Besuche des Babys in seinem Bettchen, um ihm ein Küsschen zu verpassen, sollten sich langsam aber stetig erweitern. 
  11. Babys kuscheln nicht nur gerne mit den Eltern, sie kuscheln auch gerne mit Kuscheltieren und – Deckchen. Das Anbieten von kuscheligen Accessoires ist daher auch schlaffördernd für Baby und Kind. Der Schnuller stillt das "Nuckel-Bedürfnis" eines Kindes und wirkt beruhigend. 
  12. Das Abspielen eines (leisen) Mobiles oder einer Spieluhr, beruhigt manche Babys und Kinder ebenso, wie das Aufhängen eines Himmels an das Kopfende des Bettes. 
  13. Sollte das Kind Angst im Dunklen haben, kann man ein kleines, sehr schwaches Nachtlicht aktivieren, um dem Kind diese Angst sukzessive zu nehmen. 
  14. Der Raum und die Babybekleidung sollten angenehm temperiert, gelüftet und atmungsaktiv sein. 
  15. Sollte das Baby aus Gründen wie Hunger/Durst, Koliken, volle Windel unbequeme Lage weinen und nicht schlafen können, sollte die „Wurzel allen Übels“ rasch behoben werden: Stillen/Fläschchen, Bauchmassage/Kümmelzäpfchen/Fencheltee/warmes Kirschkernkissen, Windel-Wechsel oder Lageveränderung. 
  16. In der letzten Stunde vor dem Schlafengehen ist es sehr förderlich, bereits leise zu sprechen, das Licht zu dimmen und von Fernseher oder Radio rigoros Abstand zu nehmen. Somit kann ein „überdreht Sein“ des Babys und Kindes vermieden werden. 
  17. Der optimale Einschlafzeitpunkt ist ein Müdigkeitstief des Kindes. Sollte dieses übergangen werden, muss auf das nächste gewartet werden – ähnlich vorstellbar wie ein „Tor zum Einschlafen“. Wenn das Kind das „Tor zum Einschlafen“ „übertaucht“, ist es meist sehr überdreht und man muss häufig auf das nächste "Tor zum Einschlafen" warten. Es empfiehlt sich daher, das Baby und Kind abends genau zu beobachten, um herauszufinden, wann der ideale Einschlaf- Zeitpunkt ist. Ein übermüdetes Kind hat oft große Probleme einzuschlafen. 
  18. Eines Tages wird man mithilfe dieser Methoden das Kind ausreichend konditioniert haben, sodass es von ganz alleine in einen „Schlafmodus“ übergeht, sobald das Schlafritual, umspielt von all seinen Begleit-Komponenten und Facetten, durchgeführt wird. Ein Kennenlernen des eigenen Babys und seiner Schlafbedürfnisse, ist ebenfalls erforderlich, um wirksam beim Einschlafen zur Hand zu gehen.

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