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Ab welchem Alter darf man Kinder stundenweise alleine lassen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:48
Hauptsächlich hängt das vom Entwicklungstand und der Selbständigkeit des Kindes ab.

Hauptsächlich hängt das vom Entwicklungstand und der Selbständigkeit des Kindes ab, eine klare Altersgrenze gibt es nicht.
Das Kind sollte sich sprachlich ausdrücken und eine (voreingestellte) Nummer am Telefon wählen können. Solange es sich weinend und ängstlich vor der "Stunde des Abschieds" fürchtet, ist es gewiss noch zu früh.

  • Während Ihrer Abwesenheit muss sichergestellt sein, dass keine Gefahr im Haushalt besteht. Sind die Fenster mit einer Kindersicherung versehen? Sind chemische Reinigungsmittel, Feuerzeuge usw. außer Reichweite?
  • Ein stundenweises Alleinlassen sollte nicht plötzlich erfolgen, sondern schon einige Wochen vorher in kleinen Schritten einstudiert werden. Das festigt das Vertrauen des Kindes und gibt ihm die Sicherheit, dass die Eltern auch wirklich zurückkommen.

  1. Erklären Sie Ihrem Kind verständlich, warum und für welchen Zeitraum es allein sein wird. Eine Abwesenheit von 10 min genügt für das erste Mal. 
  2. Basteln Sie mit Ihrem Kind gemeinsam eine Uhr, stellen Sie die Zeiger auf Ihre Rückkehrzeit ein. Es ist wichtig, dass Sie unbedingt pünktlich wieder da sind.
  3. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie stolz auf seine "Leistung" sind.
  4. Erhöhen Sie über ein paar Tage oder Wochen die Zeitspanne Ihrer Abwesenheit.
  5. Üben Sie mit Ihrem Kind, in Form von Rollenspielen, wie es sich bei einem Anruf bzw. einem Klingeln an der Tür verhalten soll.
  6. Ebenso sollten spielerisch Testanrufe geprobt werden, damit Ihr Kind (wenn die Angst doch zu groß wird) Sie sicher erreichen kann.
  7. Setzen Sie Ihr Kind keinesfalls unter Druck mit Sätzen: "Du bist doch jetzt groß!" oder "Du bist doch tapfer!". Es könnte dadurch seine Ängste "verstecken" und in der Folge Schaden in seiner Entwicklung nehmen.
  8. Nehmen Sie die Ängste Ihres Kindes ernst. Sprechen Sie detailliert über sie und entlarven Sie die Schreckensvisionen. Besteht die Angst, dass ein böser Zauberer kommen könnte, dann spielen Sie die Situation vorher durch. So könnte Ihr Kind dem Zauberer z. B. ein Glas Milch anbieten, um ihn friedlich zustimmen oder gemeinsam mit ihm sein Lieblingsbuch anschauen. Denken Sie dabei auch an Gewitter!
  9. Günstig ist es, wenn es Nachbarn gibt, die das Kind gut kennt und mag. Sie sollten für diese Zeit einen Schlüssel zur Wohnung erhalten, um bei Bedarf (lautes Weinen, ungewöhnliche Geräusche) nach dem Kind schauen zu können.
  10. Schließen Sie Ihr Kind niemals ein! Bei Gefahr kann es niemanden zu Hilfe holen!
  11. Seien Sie pünktlich zurück und loben Sie Ihr Kind.

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