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Kind will nicht lernen? - So klappt's

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:16
Kind will nicht lernen? - Neues Ausprobieren!

Die meisten Eltern mit Kindern im schulfähigen Alter kennen das Problem der weit verbreiteten "Lernfaulheit". Viele Eltern stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Daher werden im Folgenden verbreitete Fehler bei der Lernmotivation aufgedeckt und Alternativen aufgezeigt. In vielen Fällen beginnt die Misere schon damit, dass nicht nach den Ursachen geforscht wird. So werden mit jedweden Mitteln die Symptome bekämpft, anstatt das Problem an der Wurzel anzugehen. Lernfaulheit ist ein individuelles Problem und verlangt nach individuellen Lösungen. Oftmals liegt die Ursache weit zurück. Auch lernen will gelernt sein und damit anzufangen ist es nie zu früh. Das heißt, dass die oft mangelhafte kindliche Früherziehung nicht selten zumindest ein Faktor für spätere fehlende Lernbereitschaft ist.

So klappt´s mit dem Lernen

  • Die Kinder haben nie gelernt zu lernen und sind später leicht überfordert. Doch nicht nur Über-, sondern auch Unterforderung ist ein weitverbreitetes Problem. Ungeachtet der individuellen Fähigkeiten werden Kinder einer Altersgruppe hierzulande zusammen unterrichtet und das Unterrichtstempo wird im Idealfall - soweit möglich - an die schwächeren Schüler angepasst. 
  • Das führt dazu, dass Andere unterfordert sind, sich langweilen und die Lust am Lernen verlieren. Teilweise stören diese Kinder zusätzlich den Unterricht, was nicht selten zu einer fälschlich diagnostizierten ADHS-Erkrankung führt. Krankheiten sind eine seltene, aber durchaus denkbare Ursache für "Faulheit".
  • Dazu zählt neben ADS/ADHS auch Legasthenie und Anderes. Nicht zwangsläufig eine Erkrankung, aber doch eine ernstzunehmende Sache ist die Schulangst, die wiederum viele Auslöser haben kann. Hierbei ist nicht der Lernstoff das Problem, sondern das schulische Umfeld. Was ist nun zu tun, wenn die Ursache der Lernfaulheit erkannt wurde? Im Falle einer tatsächlich gesundheitlichen Ursache ist ärztliche Hilfe unerlässlich. 
  • Auch bei Schulangst kann ein Gespräch mit einem erfahrenen Pädagogen helfen, wichtig ist aber vor allem, sich mit der Schule in Verbindung zu setzen und zu versuchen, die Situation des Kindes zu verändern. Das allein kann eine große Wirkung erzielen. Schwieriger ist das Problem bei Unter- oder Überforderung. In letzter Instanz ist es meist möglich, das Kind in eine andere Klassenstufe oder auf eine andere Schule zu versetzen, doch hilft oft schon Unterstützung von Zuhause aus. 
  • Unterforderte Kinder sehen keinen Reiz darin, den Lerninhalten Aufmerksamkeit zu schenken. Abhilfe schafft meist, diese Inhalte, die man selten beeinflussen kann, auf neue und interessante Art und Weise zu vermitteln.
  • Kreativität ist gefragt, um den Stoff durch neue Methodik zu etwas Neuem zu machen, das das Kind überrascht und zum Handeln animiert. Dabei darf dem Kind nicht von Anfang an klar sein, wie es das Problem lösen kann. Es muss vor eine Aufgabe gestellt werden, die lösbar aber nicht zu einfach erscheint. Das motiviert zum Ausprobieren und macht Spaß. Selbst typische Lernfächer wie Mathematik können mit alltagsbezogenen Inhalten gefüllt werden und so dem Kind eine neue Herausforderung bieten. 
  • Für überforderte Kinder ist die schrittweise Verbesserung ein wichtiger Ansatz. Zu schnell zu viel zu verlangen macht Druck und verschlimmert das Problem. Auch Strafen wie Hausarrest oder Taschengeldentzug bei schlechten Leistungen wirken stark contraproduktiv auf die Lernmotivation. Besser sind positive Konsequenzen, kleine Belohnungen für erbrachte Leistungen treiben das Kind zu weiteren Bemühungen an.

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