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Kinder am Beifahrersitz: Rechtslage in Deutschland

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:37
Dürfen Kinder auf dem Beifahrersitz transportiert werden? Wenn ja, ab welchem Alter?

Dürfen Kinder auf dem Beifahrersitz transportiert werden? Wenn ja, ab welchem Alter? Wann braucht man einen Sitz? Solche und ähnliche Fragen stellt man sich als Autofahrer, der ein (oder auch mehrere) Kind/er befördern möchte. Wenn es darum geht, ob Kinder auf dem Beifahrersitz transportiert werden dürfen, bestehen oft große Unsicherheiten. Im Folgenden soll deutlich gemacht werden, wie die momentane Rechtslage in Deutschland ist.

Vorschriften zur Beförderung von Kindern auf dem Beifahrersitz

Grundsätzlich ist es möglich, dass Kinder (hier bereits auch Säuglinge) auf dem Beifahrersitz befördert werden können. Es ist aber wichtig, sich durch die Gebrauchsanleitung des Kindersitzes zu informieren, ob es von der Hersteller des Sitzes auf Einschränkungen hinweist. Wenn sich im Auto zum Beispiel ein betriebsbereiter Beifahrer-Airbag befindet, so ist es nicht erlaubt, auf dem Beifahrersitz für Kinder Rückhalteeinrichtungen entgegen der Fahrtrichtung anzubringen. Wenn dagegen verstoßen wird, werden in diesem Fall ein Verwarnungsgeld fällig. Des Weiteren muss man bei allen Fahrzeugen, die über einen betriebsbereiten Airbag auf dem Beifahrersitz verfügen, ein Warnhinweis (nämlich eine Plakette) an einer eindeutig sichtbaren Stelle anbringen. Wenn dieser Warnhinweis jedoch fehlt, muss man als Autofahrer mit einem Verwarnungsgeld von fünf Euro rechnen. Generell gilt: Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr sind zu sichern, wenn sie kleiner als 150 cm sind. Ältere (oder auch größere Kinder) müssen auf jeden Fall den regulären Gurt nutzen. 

 

Vorschriften für Rückhalteeinrichtungen

Außerdem ist es vorgeschrieben, dass jene Kinder mit Rückhalteeinrichtungen, also einem Kindersitz bzw. einem Sitzkissen, gesichert werden, die entsprechend der ECE-Regelung-Nr. 44 (mindestens ECE 44/03) gebaut, geprüft, genehmigt und gekennzeichnet sind (dies ist durch ein orangenes Zeichen gekennzeichnet) und zudem auch für das jeweilige Kind geeignet sind. Für behinderte Kinder auf dem Beifahrersitz ist die ärztlich bestätigte Eignung der jeweilig benutzten Einrichtung ausreichend. Ob die jeweilige Kinderrückhalteeinrichtung die passende ist, ergibt sich aus der Genehmigung sowie der Einbauanweisung, die vom Hersteller den Kindersitzen beizufügen ist. Die Rückhaltesysteme gelten als geeignet hierbei nur, wenn sie für den betreffenden PKW und zusätzlich für den jeweils zu benutzenden Fahrzeugsitz zugelassen sind und auch für das jeweilige Gewicht des Kindes zugelassen sind. Der Fahrer des Autos ist dazu verpflichtet, sich an diese beschriebenen Vorschriften zu halten. Das heißt konkret, dass er sich darum kümmern muss und auch die Verantwortung dafür trägt, dass die Kinder auf die vorgeschriebene Weise gesichert sind.

 

Wo kann ich das im Gesetzbuch nachlesen?

In der StVO (§21 Personenbeförderung) kann man sich über diese Rechtslage nochmals selbst informieren.



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