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Was ist ein Vaterkomplex – Diagnose und Behandlung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:26
Unter dem Begriff Vaterkomplex versteht man eine besonders große Nähe oder aber auch eine negative Erfahrung einer Tochter ihren Vater betreffend.

Unter dem Begriff Vaterkomplex versteht man eine besonders große Nähe oder aber auch eine negative Erfahrung einer Tochter ihren Vater betreffend, die sich im Verlauf der Adoleszenz dahingehend auswirkt, dass die junge Frau sich stark zu älteren Männern hingezogen fühlt.

  • Starke Väter werden oft für junge Mädchen das positive Vorbild des Mannes. Also sucht die junge Frau einen Partner, der ihrem Vater in gewisser Weise ähnelt. Sie möchte beschützt und behütet werden von einem ihr überlegenen Mann. Dabei wendet sich ihre Aufmerksamkeit unweigerlich auf ältere Männer, die ihr scheinbar Halt und Schutz geben.
  • Auch, wenn dadurch eine zunächst harmonische Beziehung entstehen kann (denn Männer umgeben sich gerne mit wesentlich jüngeren Frauen), so kann eine solche Bindung doch dazu führen, dass sich die Frau nicht ihrem Alter entsprechend entwickeln kann und in Abhängigkeit zu diesem Mann gerät.
  • Aber auch die völlige oder teilweise Abwesenheit eines Vaters kann dazu führen, dass ein Mädchen einen Vaterkomplex bekommt. Hierbei sucht sie nach einem Vater-Ersatz, einem älteren Mann, der das verkörpert, was das junge Mädchen sich idealerweise als Vater gewünscht hat. Dabei haben diese Phantasien oft wenig mit der Realität zu tun.
  • Das Gegenteil vom Vaterkomplex ist bei Männern der Mutterkomplex, auch Ödipuskomplex genannt. Er geht zurück auf eine Sage aus der griechischen Mythologie, in der Ödipus unwissentlich seinen Vater erschlägt, um anschließend seine Mutter zu heiraten.
  • Gesellschaftlich ist der Vaterkomplex, also die Beziehung einer jungen Frau zu einem weitaus älteren Mann sehr viel mehr akzeptiert als der Ödipuskomplex, bei dem ein junger Mann mit einer Frau zusammen lebt, die von ihrem Alter her seine Mutter sein könnte.
  • Der Begründer der Psychoanalyse, Siegmund Freud (1856-1939) hat sowohl über den Vaterkomplex als auch über den Mutterkomplex zahlreiche Abhandlungen geschrieben. Er betrachtete die triebhaften Phantasien eines Kindes seinen Eltern gegenüber als den Ursprung vieler Störungen.

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