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Welche Dopingmittel kommen bei der Tour de France zum Einsatz?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:59
Die Tour de France zählt schon seit ihrer ersten Austragung...

Die Tour de France zählt schon seit ihrer ersten Austragung im Jahr 1903 zu einer der prestige-trächtigsten Radrundfahrten der Welt. Sie wird gleichzeitig als die anspruchsvollste und schwerste Rundfahrt angesehen, bei der die besten Fahrer der Welt um jeden einzelnen Etappensieg mit großem Ehrgeiz kämpfen. In den letzten Jahren ist allerdings, durch verschiedene Dopingskandale, der Glanz der Tour ein wenig in den Schatten getreten. Einigen Fahren begegneten dem ungeheuren Gewinndruck der Tour de France mit unerlaubten Dopingmitteln. Als Konsequenz wurden mehrere Fahrer nachträglich von der Tour gesperrt oder ihre Titel komplett aberkannt und neu vergeben.

  1. In den letzten Jahren kamen vor allem die folgenden Dopingmittel zum Einsatz.
  2. Dazu zählen Clenbuterol (2010), Cera und Epo (2008).
  3. Ursprünglich wird das Arzneimittel Clenbuterol zur Asthmabehandlung eingesetzt, es findet jedoch auch seinen Einsatz in der illegalen Kälbermast.
  4. Ebenso wird es von Sportlern, wie Radfahrern oder Bodybuildern, als leistungssteigerndes Dopingmittel verwendet, da es eine anabole Wirkung auf die Muskulatur ausübt, dabei aber nicht als anaboles Steroid eingestuft ist.
  5. Nebenwirkungen, wie erhöhte Temperatur oder Kopfschmerzen verschwinden, bei gesunden Menschen, in der Regel bei fortdauernder Anwendung.
  6. Die typischen Nebenwirkungen von Anabolika sind hier eher nicht zu erwarten, die leistungssteigernde Wirkung ist jedoch unbestritten.
  7. Das Blutdopingmittel Cera ist bereits seit 2004 bei den Radsportlern bekannt und nachweislich bei der Tour de France zum Einsatz gekommen.
  8. Als Nachfolger des bekannten Epo, steigert auch Cera die Leistungsfähigkeit der Sportler erheblich. Continous Erythropoiesis Receptor Activator, kurz Cera, erhöht die Regenerationsfähigkeit vor, während und nach dem Wettkampf.
  9. Lange Zeit schien dieses Blutdopingmittel als nicht nachweisbar. Überführte Sportler berichteten im Nachhinein von negativen Dopingproben trotz der Einnahme von Cera.
  10. Der Grund dafür liegt darin, dass die Cera Spuren im Urin wahrscheinlich so gering konzentriert waren, dass die Kontrollen es nicht erfassen konnten.
  11. Allerdings führen extreme Belastungen zu einer erhöhten Ausscheidung, wodurch das Erkennungsrisiko steigt.
  12. Die Liste der Dopingmittel lässt sich beliebig fortsetzten. In der jüngeren Geschichte der Tour de France gab es nur wenige Jahrgänge ohne (nachgewiesene) Dopingfälle.
  13. Dem Ideenreichtum sind fast keine Grenzen gesetzt und wenn ein Dopingmittel erkannt und verboten wurde, steht bei den Fahrern womöglich schon das nächste Präparat bereit.

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