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Wie entgegnet man der Trennungsangst eines Kindes?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:44
Dass Kinder ab einem gewissen Alter, fremdeln gehört zur ganz normalen, kindlichen Entwicklung.

Dass Kinder ab einem gewissen Alter- meist beginnt diese Phase um den vierten Lebensmonat herum- fremdeln, gehört zur ganz normalen, kindlichen Entwicklung. Das Kind beginnt nämlich, zwischen fremden und vertrauten Personen zu unterscheiden.

  • Wichtig ist es in dieser Phase, dem Kind Zeit zu geben, sich an ihm unbekannte Personen zu gewöhnen und diese schrittweise kennenzulernen. Man sollte sich einem Baby nicht abrupt, sondern vorsichtig nähern, es nicht sofort anfassen und in den Arm nehmen. Das Kind selber sollte von klein an lernen, dass es das Tempo des Kennenlernens mitbestimmen kann und darf.
  • Wichtig ist aber auch, dass ein Kind nun neue Bezugspersonen neben den Eltern kennenlernt. Dies ist ein großer Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Normalerweise sind es die Großeltern, die das Kind in Abwesenheit der Eltern betreuen.

  1. Von großer Bedeutung ist es, dass ein Kind lernt, ohne Trennungsangst bei anderen, ihm bekannten Personen zu bleiben. Ein gutes Übungsfeld ist hier eine Krabbelgruppe, die man gemeinsam mit seinem Kind besuchen kann. Hier lernt das Kind in einer angenehmen, stressfreien Situation andere Kinder und Erwachsenen kennen. Es entsteht eine familienähnliche Atmosphäre, in der das Kind erste Kontakte zu anderen Personen knüpfen kann. 
  2. Möchte man das Kind ab und zu in der Obhut eines Babysitters lassen, sollte dieser das Kind in seiner Umgebung unbedingt vorher kennenlernen. Fühlt das Kind sich bei dem Babysitter wohl, können Mutter und Vater versuchen, die beiden für einen kurzen, überschaubaren Zeitraum alleine zu lassen.
  3. Kommt ein Kind dann mit etwa drei Jahren in den Kindergarten, gibt es in den meisten dieser Einrichtungen für Eltern die Möglichkeit, die ersten Tage stundenweise bei dem Kind zu bleiben, um ihm die Eingewöhnungszeit zu erleichtern. Hier sollte man auch als Eltern dem Kind signalisieren, dass man sich freut, wenn es selbstständig woanders bleibt. Im Kindegartenalter sollten Kinder auch die Möglichkeit erhalten, ohne die Eltern bei Freunden oder Bekannten zu übernachten, denn auch das muss geübt werden.
  4. Ist eine plötzliche Trennung durch ein Ereignis wie Krankenhausaufenthalt des Kindes nötig, sollten die Eltern bei einem Kind unter drei Jahren möglichst immer versuchen, gemeinsam mit diesem im Krankenhaus zu bleiben. Dass Kinder, die plötzlich von den Eltern getrennt wurden, hierauf verstört und mit Trennungsangst reagieren, ist ganz normal. Man sollte den Kindern ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, indem man ihre Ängste ernst nimmt und dann allmählich zum normalen Familienalltag zurückkehren.

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