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Wie erzieht man ein Kind bi-lingual?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:44
Die Aufgabe der bilingualen Erziehung ist es, die sprachliche Entwicklung des Kindes so zu fördern.

Im Rahmen der Globalisierung kommt es immer häufiger zu Situationen, in denen ein Kind gleichzeitig mit zwei verschiedenen Sprachen konfrontiert wird. Die Aufgabe der bilingualen Erziehung ist es, die sprachliche Entwicklung des Kindes so zu fördern, dass zumindest die Sprache, die in der sozialen Umgebung der Familie gesprochen wird, fehlerfrei beherrscht wird, im besten Fall natürlich sollten beide Sprachen zur Muttersprache werden.

  • Die Liste der Vorteile der Zweisprachigkeit ist lang. Wichtigster Punkt ist natürlich, dass ein zweisprachig aufgewachsenes Kind zwei Sprachen perfekt beherrscht, was ihm später im Berufsleben große Vorteile bringen kann. 
  • Außerdem wird das Sprachgefühl der Kinder gefördert, so fällt ihnen das Erlernen weiterer Fremdsprachen sehr viel leichter.

  1. Die bilinguale Erziehung besteht darin, dass man mit seinem Kind in verschiedenen Sprachen kommuniziert, seien es die verschiedenen Sprachen der Eltern oder verschiedene Sprachen in Elternhaus und Umgebung. 
  2. Wichtigste Voraussetzung ist es, dass man die Sprache, die man seinem Kind beibringt, sehr gut beherrscht, im besten Fall ist es natürlich die Muttersprache.
  3. Unterscheiden muss man bei der bilingualen Erziehung zwischen einer natürlichen und einer künstlich erzeugten bilingualen Konstellation. Eine natürliche Konstellation ist es zum Beispiel, wenn die Eltern unterschiedliche Muttersprachen haben oder die Muttersprache der Eltern zwar die gleiche ist, sie aber in ein anderes Land ausgewandert sind, in dem eine andere Sprache gesprochen wird. 
  4. Eine künstliche Konstellation hingegen ist es, wenn das Kind eine Schule mit einer fremden Unterrichtssprache besucht oder wenn die Eltern in einer Sprache mit dem Kind kommunizieren, die weder ihre Muttersprache, noch die in der Umgebung gesprochene Sprache ist.
  5. In einer natürlichen bilingualen Situation findet der Erwerb der Sprache automatisch statt, wenn die Eltern in ihrer jeweiligen Muttersprache mit dem Kind sprechen. Hier muss man lediglich aufpassen, dass der Einfluss der beiden Sprachen ausgewogen ist. 
  6. Wenn zum Beispiel ein Elternteil die Umgebungssprache spricht und der andere eine andere Sprache, muss der Spracherwerb der zweiten Sprache intensiv von den Eltern gefördert werden. 
  7. Dies kann man dadurch erreichen, dass auch der andere Elternteil in der Sprache seines Partners mit dem Kind spricht oder durch spielerische Übungen, die die Sprachentwicklung fördern.
  8. Bei einer künstlich hergestellten Situation ist die Sachlage komplizierter. Da selbst bei sehr guten Sprachkenntnissen der Eltern Fehler in Aussprache und Grammatik auftreten, wird dem Kind kein authentischer Umgang mit der Sprache vermittelt. 
  9. Das kann die Sprachentwicklung des Kindes hemmen, insbesondere wenn in den ersten Lebensjahren in der Familie ausschließlich in der Fremdsprache kommuniziert wird. Hier sollte man ganz genau die Vor- und Nachteile abwägen.

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