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Wie geht man mit einem schlafwandelden Kind um?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
Schlafwandlen ist im Kindesalter durchaus normal und wird von jedem sechsten Kind durchlebt.

Parasomnien, Somnambulismus oder Nocturnismus wie die Fachleute sagen, sind im Kindesalter durchaus normal und werden von jedem sechsten Kind in irgendeiner Altersphase zwischen dem Gundschulalter und der Pubertät durchlebt. Kinder schrecken dann plötzlich aus dem Schlaf (pavor nocturnus) auf und geistern durchs Haus. Buben schlafwandeln häufiger als Mädchen.

Man kann hier von keiner Erkrankung im Allgemeinen ausgehen, es sei denn das Kind hat Fieber und schlafwandelt im Zusammenhang damit. Eher sind es Lärm oder Psycho-Stress Situationen, die das Kind tagsüber erlebt hat und auf diesem Weg abbaut . Da das kindliche Gehirn noch längst nicht ausgewachsen ist, aber das Hirnwachstum vor allem nachts aktiv ist, geschehen Entwicklungsschübe im Stirnlappen (der besonders beim Schlafwandeln aktiv ist), die neue Neuroverbindungen schaffen, obendrein wird das Langzeitgedächtnis ausgebildet.

  • Wie alle Schlafwandler tut auch das Kind durchaus logische Dinge. Meist ordnet es etwas (Bettzeug, Kleidung),zieht Schuhe an und läuft geradeaus los.
  • Und genau darin liegen die Gefahren, denn das schlafwandelnde Kind kann nicht mehr entscheiden, wo ein Gang zu Ende ist, wo eine Tür oder "nur" ein Fenster oder eine Balkontür (Achtung Absturzgefahr!)ist. 
  • Von der sprichwörtlichen "schlafwandlerischen Sicherheit" kann überhaupt nicht die Rede sein. 
  • Viele schlafwandelnde Kinder sind schlaftrunken, d.h. sie scheinen wach, sprechen, sind hektisch, verwirrt und können sich am nächsten Morgen an nichts mehr erinnern.

  1. Man muss sich bewusst sein, dass man in solchen Momenten nicht zum Kind vordringen kann. 
  2. Man kann nur darauf achten, dass das Kind sich nicht verletzt. Meist dauert ein solcher Zustand eine halbe Stunde an, danach schläft das Kind wieder weiter. 
  3. Manche Kinder sind auch sehr aggressiv, man muss damit rechnen, dass sie um sich schlagen. Versuchen Sie Ihr schlafwandelndes Kind behutsam ins Bett zurückzuführen, wecken Sie es nicht auf. 
  4. Und vor allem beachten Sie, dass Sie ihrem Kind niemals am kommenden Tag von den Gefahren der Nacht berichten. Das könnte zusätzliche Ängste auslösen.
  5. Sollte das Schlafwandeln nicht mit zunehmendem Alter abnehmen oder ganz verschwinden, klären Sie in einer (Kinder)ärztlichen Praxis ab, dass kein Anfallsleiden vorliegt.

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