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Wie gewinnt man einen Sorgerechtsstreit?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:44
Unter Sorgerecht versteht man das Recht der persönlichen Sorge über ein minderjähriges Kind.
Das Sorgerecht kann eine Person alleine oder gemeinsam mit einer anderen, zumeist dem zweiten Elternteil, ausüben. Per Gesetz steht das Sorgerecht über ein Kind den Eltern zu, wobei bei unehelichen Kindern zunächst der Mutter das Sorgerecht zusteht, die Eltern aber durch Erklärung gegenüber dem Jugendamt das Sorgerecht gemeinsam ausüben können.
Das Sorgerecht über die gemeinsamen Kinder ist einer der Hauptstreitpunkte nach einer Trennung und im Rahmen des Scheidungsverfahrens. Jeder der das alleinige Sorgerecht für sich beanspruchen möchte, muss sich darüber im Klaren sein, dass das Familiengericht sein Urteil am Kriterium des Kindswohls festmachen wird. Nicht zu verwechseln ist das Sorgerecht mit der Regelung Unterbringung des Kindes. Der Elternteil bei dem das Kind seinen regelmäßigen Aufenthalt hat, muss nicht zwingend das alleinige Sorgerecht haben.

  • Will man das alleinige Sorgerecht für sich beanspruchen sollte man sich überlegen worin die Vorteile für das Kind liegen. 
  • Zunächst ist die Wohnsituation zu klären und das Kind sollte möglichst seit der Trennung im eigenen Haushalt leben. 
  • Entscheidend ist die Betreuungsfrage, Eigenbetreuung geht immer vor Fremdbetreuung. 
  • Wie ist die finanzielle Situation, ist für das gemeinsame Auskommen gesorgt. 
  • Gegebenenfalls sind Sozialleistungen zu beantragen und der ehemalige Partner auf Unterhalt in Anspruch zu nehmen. 
  • Sodann sollt man sich überlegen, warum der ehemalige Partner das gemeinsame Sorgerecht eben nicht mehr ausüben soll. 
  • Stehen Schwierigkeiten bevor, ist etwa mit Problem bei Alltagsentscheidungen zu rechnen, wie etwa Arztbesuche, Schulwahl und ähnlichem.

  1. Auch wenn man keine schmutzige Wäsche waschen will, so muss man sich doch mit der Gegenseite befassen. Das Gericht wird sich fragen, warum der Expartner das Sorgerecht eben nicht mehr (mit-) ausüben soll. Diese Frage gilt es zu bereits vorab beantworten.
  2. Hat man sich mit diesen Dingen befasst, sollte einen entsprechenden Antrag an das örtlich zuständige Amtsgericht stellen. 
  3. Es empfiehl sich dringend einen auf das Familienrecht spezialisierten Rechtsanwalt hinzuzuziehen. 
  4. Verfügt man nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, so besteht die Möglichkeit Prozesskostenhilfe zu beantragen. 
  5. Die Rechtsprechung in diesem äußerst sensiblen Bereich ist äußerst uneinheitlich und ein Spezialist kann den Finger deutlicher in die Wunde legn, als das jeder Laie könnte. 
  6. Insbesondere ist davon auszugehen, dass der zweite Elternteil sich ebenfalls anwaltlicher Hilfe bedienen wird.
  7. Insgesamt lässt sich sagen, dass ein Sorgerechtsprozess zu gewinnen ist, wenn dieser gut vorbereitet und ordentlich geführt wird. 
  8. Die richtigen Argumente und den Blick auf das Wohl des Kindes gerichtet, wird den Richter überzeugen.

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