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Wie zahlt man Unterhalt für ein Kind?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:44
Wenn sich die Eltern eines Kindes trennen, stellt sich auch die Frage nach Unterhaltszahlungen.

Wenn sich die Eltern eines Kindes trennen, stellt sich neben vielen anderen zu klärenden Themen auch die Frage, wer für die gemeinsamen Kinder verpflichtet ist, Unterhalt zu zahlen. Diese Verpflichtung besteht grundsätzlich gegenüber minderjährigen unverheirateten Kindern sowie volljährigen Kindern, die gerade ihre Berufsausbildung absolvieren. Es wird dabei nicht unterschieden, ob es sich um ehelich oder nicht ehelich geborene Kinder handelt.

  1. Die Frage, wie man Unterhalt für ein Kind zahlt, klärt sich durch die sogenannte Düsseldorfer Tabelle. Diese ist unterteilt in Einkommensstufen und nach den Altersstufen des Kindes. 
  2. Je höher das Einkommen des Unterhaltpflichtigen und je älter das Kind, desto höher ist der Betrag, der als Unterhalt gezahlt werden muss. 
  3. Bei den Angaben der Düsseldorfer Tabelle ist davon ausgegangen worden, dass der Unterhaltspflichtige zwei Personen Unterhalt gewähren muss. Sind mehr oder weniger Unterhaltsberechtigte vorhanden, wird eine entsprechende Anpassung nach oben oder unten vorgenommen. 
  4. Manche Beträge sind aber grundsätzlich festgelegt. So bekommt ein Student, der nicht mehr bei seinen Eltern oder einem Elternteil lebt, 640 EUR Unterhalt. 
  5. Auf den ersten Blick sieht die Anwendung der Tabellen zur Berechnung des Unterhalts relativ einfach aus. Doch es gibt zahlreiche Besonderheiten, die es zu berücksichtigen gibt. 
  6. Deshalb sollte sich jeder Betroffene von einem Anwalt beraten lassen, wenn Unterhalt für ein Kind zu berechnen ist.
  7. Eine Besonderheit stellt das Kindergeld dar. Es wird grundsätzlich dem Elternteil ausgezahlt, bei dem das Kind auch wirklich ständig im Haushalt lebt. 
  8. Ist das Kind minderjährig, reduziert das Kindergeld zur Hälfte den zu zahlenden Kindesunterhalt. Ist es volljährig, reduziert sich der Unterhalt um den vollen Betrag des Kindergeldes. 
  9. Zu beachten ist bei der Berechnung des Kindesunterhalts, dass dem Unterhaltsschuldner ein Selbsthalt bleiben muss. 
  10. Unterschieden wird hier nach zwei verschiedenen Selbstbehalten. Es gibt zum einen den notwendigen Selbstbehalt gegenüber minderjährigen, unverheirateten Kindern (privilegiert), und Kindern, die volljährig und ihnen gleichgestellt sind. 
  11. Die zweite Variante entsteht gegenüber anderen, volljährigen und nicht privilegierten Kindern. Die jeweiligen Beträge sind festgeschrieben.
  12. Doch mit den Tabellen ist längst nicht alles abgegolten. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung oder Studiengebühren sind darin nicht enthalten. 
  13. Auch ein entstandener sogenannter Mehrbedarf, wie beispielsweise Kosten, die durch Krankheit entstehen, ist durch die Tabelle nicht erfasst. Und auch der Sonderbedarf wie etwa Kosten für eine Klassenfahrt oder Konfirmation sind separat zu leisten.
  14. Entsteht also durch die Trennung vom Ehe- oder Lebenspartner eine Unterhaltspflicht für die gemeinsamen Kinder, sollte am besten gemeinsam sofort anwaltlicher Beistand eingeholt werden, um die Unterhaltsbeträge zuverlässig und korrekt ermitteln zu lassen.

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