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Wie organisiert man seine Hochzeit?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:48
Ein Heiratsantrag wurde ausgesprochen und mit „ja“ beantwortet...

Ein Heiratsantrag wurde ausgesprochen und mit „ja“ beantwortet - ein Moment der Endorphinausschüttung! Es wird in diesem Moment klar, dass man mit dem Partner den Rest seines Lebens verbringen möchte.

Nachdem nun also feststeht, dass es zur Vermählung kommen wird, sind eine Reihe von organisatorischen Fragen zu klären. Die Spannbreite geht hier von großen allgemeinen Rahmenbedingungen, wie dem Umfang der Gästeliste, bis hin zu kleinen Details, wie der Gestaltung der Hochzeitstorte.

  • Eine gut organisierte Hochzeit erfordert die Durchdachtheit unzähliger kleiner Puzzlestückchen.
  • Bevor man in seiner unbändigen Freude die neue Nachricht vom bevorstehenden Ereignis unter nahestehenden Menschen bekanntmacht, sollten im Vorfeld bereits einige Rahmenbedingungen in die Überlegungen mit einbezogen worden sein.

Hochzeitrahmen und Grobplanung - Die Grobplanung des Hochzeitsrahmens zählen bedeutende Fragestellungen, welche unaufschiebbar und zügig zu klären sind.

Datum der Hochzeit

  1. Die schönsten Hochzeits-Locations sind oftmals bereits Monate im Vorfeld ausgebucht. Um die Hochzeit an seinem Wunsch-Ort vollziehen zu können, empfiehlt es sich bereits ein Jahr im Vorhinein damit zu beginnen Hochzeits-Plätze zu besichtigen.
  2. Bis Menu-Fragen und Organisation geklärt sind, und der passende Raum dann letzten Endes reserviert ist, dauert es ohnedies zumeist noch Monate.
  3. Des Weiteren müssen sich die auserwählten Gäste das Datum freihalten und mögliche Urlaubspläne oder eigene Feierlichkeiten verschieben. Die Auswahl des Hochzeits-Termins empfiehlt sich somit sehr zeitnahe durchzuführen.


Umfang der Gästeliste

  1. Die „Breaking News“ der bevorstehenden Trauung werden sich zumeist sehr rasch herumsprechen: Vom nahen und entfernten Verwandten- und Freundeskreis, bis hin zum Arbeitsplatz.
  2. Eine Reihe von Menschen werden eine Hochzeitseinladung erwarten. Wenn das Brautpaar daher plant, die Hochzeit lediglich im kleinen Rahmen auszurichten, sollte dies womöglich relativ rasch bekannt gemacht werden, da es sonst einige enttäuschte Reaktionen geben wird.
  3. Weiters wird die Anzahl der Hochzeitsgäste für die Wahl der Hochzeits-Location benötigt, welche sich in den nächsten Planungsschritten befindet.


Trauzeugen

  1. Nahezu jeder Mensch verfügt über mehrere gute Freunde und nahestehende Familienangehörige. Mit dem Entschluss zu einer Hochzeit steht eine wichtige Entscheidung an: die Wahl der Trauzeugen.
  2. Es zeigt den Auserwählten, dass sie die engsten Vertrauten sind, denn das Amt der Trauzeugen war früher mit einer „lebendigen Urkunde“ gleichzusetzen, welche das Eheversprechen zu „bezeugen“ hatte.
  3. Weiters dienten Trauzeugen als Vermittler und Seelsorger in Krisen, welche zu einer Brechung oder Auflösung des Treuegelöbnisses hätten führen können, ist also für die meisten Menschen mit einer großen Portion Ehre, Respekt und ideellen Werten verbunden.
  4. Die Klärung der Trauzeugenschaft kann zu betrübten Reaktionen führen, daher ist eine rasche und diplomatische Bekanntmachung der Wahl anzuraten.


Kirchlich, Standesamtlich oder gar Las Vegas?

  1. Für die Suche nach den passenden Räumlichkeiten muss sich das Brautpaar über den kirchlichen und/oder standesamtlichen Rahmen klar werden.
  2. Eine Rolle für eine kirchliche Trauung spielt hierbei auch, ob es die erste Hochzeit für beide Brautpartner ist und ob gegebenenfalls in einen anderen Glauben konvertiert werden muss.
  3. Es hat sich im letzten Jahrzehnt zunehmend etabliert, Standesbeamte zum gewünschten Ort der Trauung „mit zunehmen“ und das Hochzeitsszenario dort „kirchenähnlich“ abzuhalten.
  4. Weiters entscheiden sich auch immer mehr Brautpaare, um dem "Hochzeitswahnsinn" zu entfliehen, ihre Hochzeit fernab zu feiern und beispielsweise in einer der vielen "Wedding Chapels" in Las Vegas oder an einem karibischen Strand zu heiraten.
  5. Mit der/den entsprechenden Institution(en) sollte ehestmöglich Kontakt aufgenommen werden, um die Verfügbarkeit zum gewünschten Termin und Möglichkeiten des Trauungsablaufes zu besprechen.


Wahl der Hochzeitsfeier-Örtlichkeit

  1. Nachdem man mit dem Priester und/oder Standesbeamten den Wunschtermin und –ablauf geklärt hat, geht es an die Suche des passenden Restaurants bzw. Hotels. Es sollte dabei auf Anbieter geachtet werden, welche mit der Organisation einer Hochzeit bereits Erfahrung haben.
  2. Sehr gut lassen sich zahlreiche Gastronomiebetriebe mit der gewählten Kirche und/oder dem gewählten Standesamt kombinieren.
  3. Falls man sich für ein Restaurant entscheidet, das keine Gästezimmer im selben Gebäude anbietet, sollte auf eine nahe Unterbringungsmöglichkeit der Gäste geachtet werden, so dass diese nicht – nach der Konsumation von Alkohol - in ein Auto steigen müssen.
  4. Oftmals wird aus diesem Grund eine Feier in einem Hotelbetrieb gewählt.


Motto oder Dresscode der Hochzeit

  1. Bevor es zur Gestaltung der Hochzeitseinladungen übergeht, sollte als nächster Schritt die Frage aufgeworfen werden, ob man der Hochzeit ein Motto oder einen Dresscode verpassen möchte.
  2. Beispiele hierfür sind eine „Trachtenhochzeit“ oder die Angabe einer bestimmten Farbe für die Kleidung der Hochzeitsgäste (damit das Brautpaar zum Beispiel in einer gegensätzlichen Farbe einen noch effektiveren Auftritt hat).


Wahl der Destination für die Hochzeitsreise


Wahl des Brautkleids

Wahl der Ringe

  1. Zur Wahl der Ehe-Ringe zählt auch die Überlegung, ob diese bereits als Verlobungsringe fungieren oder ob hier ein zusätzlicher Verlobungsring herangezogen wird.
  2. Die Eheringe können in Rot-, Weiß- oder Gelbgold, Platin und Silber sowie in allen Formen und Stärken gewählt werden.


Hochzeitsdetails und Feinplanung

  1. Gestaltung und Versenden der Einladungen
  1. Nachdem der Hochzeitstermin, die Anzahl der Gäste, die Location, der kirchliche und/oder Standesamtliche Rahmen, sowie ein etwaiges Motto der Hochzeit bedacht sind, sollte als nächster Schritt die Einladungsversendung erfolgen.
  2. Wichtig ist hierin, dass neben dem Datum, dem Ort und dem Motto auch ein etwaiges Wunschgeschenk, wie z.B. ein Geldgeschenk, auf der Einladung in Form eines netten Spruches angegeben ist.
  3. Andernfalls sollte sich das Brautpaar auf antike Serviettenringe, mit dem Namen versehene Wandteller und barocke Vasen als Hochzeitsgeschenke einstellen.


Weitere wichtige für die Detailplanung zu klärende Punkte sind:

Junggesellenabschied (Braut und Bräutigam)

  1. Dieser Abend wird üblicherweise von den Trauzeugen ausgerichtet.
  2. Es empfiehlt sich nicht, den Junggesellen-/gesellinnenabschied direkt vor der Hochzeit zu planen, da er eine Zeichnung in den Gesichtern auf jenen Fotos, welche noch zahlreiche Generationen später herumgereicht werden, hinterlassen könnte.


Fotografin und Filmer

  1. Die meisten Brautpaare entscheiden sich für eine fotografische und zum Teil auch filmerische Begleitung des Hochzeitstages.
  2. Zunehmend eingebürgert hat sich der Brauch, einen Fotografie-Termin abseits vom direkten Hochzeitstag zu vereinbaren – da die Brautleute dann entspannter sind und sich ausschließlich auf die Fotos konzentrieren können. Worüber Hochzeitsfotografen immer wieder klagen, ist Anspannung in den Gesichtern des Brautpaares am Hochzeitstag.
  3. Diese beschäftigen sich natürlich innerlich auch während des Fotografierens mit dem weiteren Hochzeits-Procedere und der Organisation der Feier. Viele Fotografen bieten hierfür auch einen Stylisten mit im Paket an, der die Brautleute exakt wie an ihrem Hochzeitstag stylt.
  4. Eine Methode die sich sehr gut eignet um Fotos abseits vom förmlichen Rahmenprogramm zu erhalten, ist die Platzierung von Einmalkameras an jedem Tisch. Mit steigender Feierlaune werden sich zunehmend mehr Gäste die Kameras zu Nutze machen und munter darauf los fotografieren. Am Ende der Feier werden die Einmal-Fotoapparate eingesammelt und man wird nach der Entwicklung staunen, welch nette und spontane Fotos daraus geschöpft werden können.


Gesang, Band und Moderation

  1. Zur musikalischen Untermalung müssen Sängerinnen für die Zeremonie, sowie eine Live-Band oder ein DJ, welche durch den (Tanz)Abend begleiten, ausgewählt werden. Oftmals bieten Bands und DJs auch an, gleichzeitig als Entertainer oder (Spiele-)Moderator durch den Abend zu führen.
  2. Mit dem Moderator welcher durch die Feier begleitet, sind jeweilige Spielewünsche sowie traditionelle Bräuche (z.B. „Brautstraußwerfen“, „Schleiertanz“, „Anschneiden der Torte“, Hochzeitsreden und die „Brautentführung“) zu besprechen.


Hochzeitskleidung

  1. Die Hochzeitskleidung, speziell das Kleid der Braut, sollten rechtzeitig bestellt werden, da Änderungswünsche einige Zeit in Anspruch nehmen können.
  2. Falls es zu einem Missgeschick in der Änderung kommt, müssen manche Kleider erst erneut, beispielweise aus Paris, importiert werden.


Blumenschmuck

  1. Der Blumenschmuck ist mit dem Motto der Feier, der Farbauswahl der Tisch-Dekoration, dem Brautkleid und dem Brautstrauß abzustimmen - es bestehen außerdem zahlreiche Blumenarten, welche eine Zuordnung spezieller Bedeutungen und Aussagen aufzuweisen haben.


Hochzeitsgefährt

  1. Die Brautleute müssen sich im Vorfeld entscheiden ob sie in einer Kutsche, einer Limousine oder einem Oldtimer transportiert werden wollen.

 

Frisur und Make-up der Braut

  1. Frisur und Make-up der Braut sollten im Vorfeld ein bis zwei mal in Form eines Probedurchganges geübt werden, um unliebsame Überraschungen am Hochzeitstag, an dem jeder Handgriff sitzen sollte, zu vermeiden.


Hochzeitstorte

  1. Für die Wahl der Torte stehen unterschiedliche Geschmacksrichtungen, Farben, Höhen und Formen sowie Dekorationen zur Auswahl.


Rechtliche Fragen

  1. Auch wenn eine Hochzeit nur schöne Seiten in sich birgt, so zieht sie auch eine sehr große rechtliche Verantwortung nach sich. Den wenigsten Brautpaaren ist vor der Hochzeit bewusst, welch rechtliche und vertragliche Vereinbarung sie im Moment des "Ja-Wortes" eingehen (siehe Ehegesetz).
  2. Gerade in aktuellen Zeiten in denen 50-60% der Ehen nach unterschiedlichen Zeiträumen wieder geschieden werden, sollte man einen möglichen Ehevertrag in seine Überlegungen mit einbeziehen.
  3. Eine vertragliche Regelung hat den Vorteil, dass sie Rechtliches, beispielweise in punkto Unterhalt, für den Fall einer späteren Trennung regelt und bei Auftreten späterer Uneinigkeiten teure Anwalts- sowie Prozesskosten zu sparen hilft.

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