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Der Bund der Ehe - Vor und Nachteile des Heiratens?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Welche Entscheidung ist denn nun richtig? Heiraten oder nicht?

Fragt man ältere Generationen, so gehörte das Heiraten ganz natürlich zum Leben dazu, es war schlicht und einfach der normale Lauf der Dinge. Unverheiratete wurden bestenfalls belächelt oder gar als alte Jungfern beschimpft. Im Zuge der 68er Bewegung allerdings geriet das Heiraten eine Zeit lang nahezu völlig aus der Mode und wurde als Institution des Establishments gänzlich abgelehnt.

Fragt man junge Menschen heute nach ihrer Meinung zur Ehe, so wird diese von ihnen nicht nur wieder akzeptiert, sondern ist schion wieder Teil der Lebensplanung. Dabei zeigen die Scheidungsstatistiken gerade heute besonders hohe Scheidungsraten, jede zweite bis dritte Ehe wird oftmals schon nach wenigen Ehejahren wieder geschieden. Doch welche Entscheidung ist denn nun richtig? Heiraten oder nicht?

Die Vorteile des Heiratens

  1. In einem Land wie Deutschland wird seitens der Politik noch massiv am Konstrukt der Eheschließung festgehalten. 
  2. Steuerliche Vergünstigungen sowie sozialversicherungsrechtliche Vorzüge stehen nur Personen mit Trauschein zur Verfügung. 
  3. Besonders von Vorteil ist hierbei die steuerrechtliche Aufteilung in die Steuerklassen 3 und 5, in welchen der Ehepartner mit dem höheren Einkommen die günstigere Versteuerung erhält, der Partner mit den niedrigeren Einkünften die höhere. 
  4. Auf diese Art steht dem Gesamthaushalt mehr Geld zur Verfügung. Besonders vorteilhaft wird die Eheschließung aber im Falle einer Kindsgeburt, denn nur verheirateten Paaren steht in der gesetzlichen Krankenversicherung die kostenlose Mitversicherung des zu Hause bleibenden Partners zur Verfügung. 
  5. Unverheiratet ist es in Deutschland kaum möglich sein Kind länger zu Hause zu betreuen, denn die Krankenversicherung muss für den nicht arbeitenden Partner in dieser Zeit dann voll aus der eigenen Tasche bezahlt werden. 
  6. Die Kosten für die Versicherung Erwerbsloser liegt bei einem monatlichen Beitrag von 132 Euro, welche Personen, die ohnehin schon auf ein volles Einkommen verzichten müssen und von nur einem Einkommen auch noch ein Kind zu versorgen haben, oftmals nur schwer tragen können. 
  7. Aussichten auf Besserung dieser Schieflage im Sozialversicherungsrecht wird es vorraussichtlich nicht geben, da die Politik, wie schon erwähnt, am Konstrukt Ehe festhält. 


Die Nachteile der Ehe

  1. Wie eingangs schon erwähnt, steigt die Zahl der jährlichen Scheidungen immer weiter an, es ist davon auszugehen, dass zukünftig jede zweite Ehe wieder geschieden wird. 
  2. Dabei spielen postmaterialistische Werte wie Selbstverwirklichung und die Unabhängigkeit der Frau eine erhebliche Rolle. 
  3. Kaum eine Frau ist heute mehr bereit auf ihre eigene Karriere und ein eigenes Einkommen zu verzichten, um sich zu Hause um Heim und Herd zu kümmern. 
  4. Die Frau hat keinen Versorgungszwang mehr, aufgrund dessen sie auf die Verwirklichung ihrer eigenen Wünsche verzichten müsste. 
  5. Und genau hier liegen die Nachteile der Ehe: Statt einer gleichberechtigten und partnerschaftlichen Lebens-und Einstehensgemeinschaft obliegt gerade die Frau einem Rollenbild, welchem diese nicht mehr gerecht werden kann. 
  6. Statt sich wie früher nur um den Haushalt zu kümmern oder wie von den 68ern vorgesehen, um die Verwirklichung ihrer Wünsche zu kümmern, ist gerade die Frau gezwungen sich einer doppelten und dreifachen Belastung durch Beruf, Haushalt und Kinder zu unterwerfen. Stress und Burnout sind die Folgen. 
  7. Männer hingegen sehen in der Ehe oftmals eine freiheitsberaubende Institution, welche sie in ihrer Selbstverwirklichung und am Ausleben ihrer Wünsche hindert. 
  8. Auch die Angst, dass gemeinsame Unternehmungen mit dem Freundeskreis zu kurz geraten könnten, halten viele Männer davon ab, den Bund fürs Leben einzugehen.
  9. Es ist schlicht und einfach festzuhalten, dass die Nachteile der Ehe für Mann und Frau in ein und dem selben Aspekt zu finden ist: Die Freiheit und Selbstverwirklichung sind in der Ehe beschränkt, vielmehr ist das dauerhafte Zusammenleben nur auf der Basis einer Vielzahl an Kompromissen möglich. Zu diesen Kompromissen sind aber immer weniger Menschen bereit.

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