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Die Scheidung einreichen - Was gilt es zu beachten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Eine Ehe gilt als gescheitert, wenn die Lebensgemeinschaft der Eheleute nicht mehr besteht.

Eine Ehe gilt als gescheitert, wenn die Lebensgemeinschaft der Eheleute nicht mehr besteht und auch nicht erwartet werden kann, dass sie wieder hergestellt wird. Das früher gültige Zerrüttungsprinzip ist nicht mehr maßgebend. Das Scheitern der Ehe muss vom Familiengericht festgestellt werden. Um den Scheidungsantrag einzureichen, musst Du unabdingbar einen Rechtsanwalt beauftragen. Vor dem Familiengericht besteht nämlich Anwaltszwang. Du selbst kannst keine Anträge stellen.

  1. Um den Kostenaufwand möglichst gering zu halten, bist Du gut beraten, wenn Du dich mit deinem Ehepartner über die Scheidung selbst und die damit verbundenen Folgesachen vorab einig bist. In diesem Fall genügt es, wenn Du allein anwaltlich vertreten bist und der Ehepartner der Scheidung einfach nur zustimmt. 
  2. Dein Rechtsanwalt darf den Ehepartner nicht beraten. Der Ehepartner kann daher auch keinerlei Anträge stellen und nicht streitig verhandeln. 
  3. Sobald er die Scheidungsvoraussetzungen jedoch bestreitet, ist eine einvernehmliche Scheidung nicht möglich und er muss seinerseits einen Rechtsanwalt mit seiner Vertretung vor dem Familiengericht beauftragen. Aber auch dann ist es immer noch sinnvoll, außergerichtlich eine Scheidungsfolgenvereinbarung notariell zu beurkunden. 
  4. Darin werden alle Folgesachen, die mit der Scheidung meist verbunden sind, geregelt. Du musst dich also mit dem Ehepartner über den Ehegattenunterhalt, Versorgungsausgleich, Zugewinnausgleich, Sorgerecht und Umgangsrecht der Kinder, Hausrat und Ehewohnung einigen. Das Familiengericht akzeptiert dann diese Vereinbarung im Regelfall. 
  5. Weitere Voraussetzung für die Scheidung ist, dass Du das Trennungsjahr einhältst. Dies bedeutet, dass die Ehe nur geschieden werden kann, wenn Du seit mindestens einem Jahr von deinem Ehepartner getrennt lebst. 
  6. Diese Trennung muss räumlich vollzogen werden. Dies bedeutet, dass mindestens getrennte Schlafzimmer genutzt werden, während Küche und Bad gemeinsam im Haus genutzt werden dürfen. 
  7. Bist Du dir mit dem Partner über das Trennungsjahr einig, wird unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe gescheitert ist. Lebt ihr seit mindestens drei Jahren getrennt, wird die Ehe auch dann geschieden, wenn der Ehepartner der Scheidung widerspricht. 
  8. Wenn Du Probleme hast, die Gerichtsgebühren und Anwaltskosten für den Scheidungsantrag zu bezahlen, kannst Du bei Gericht einen Prozesskostenhilfeantrag stellen oder beantragen, deinen zahlungswilligen Ehepartner zu verpflichten, dir die Kosten für den Scheidungsantrag vorzuschießen. 
  9. Wenn die Scheidung einvernehmlich erfolgen kann und die Folgesachen geregelt sind, setzt das Familiengericht meist kurzzeitig einen Termin an, in dem die Ehe dann geschieden wird.

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