Foto: Shutterstock.com

Die zehn beliebtesten Gedichte für den Valentinstag?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:16
Nicht jeder muss zum Poeten geboren zu sein um ein romantisches Gedicht zu verschenken.

Nicht jeder muss zum Poeten geboren sein, um eine Glückwunschkarte zum Valentinstag mit einem schönen Gedicht zu zieren. Liebesgedichte sprechen für ehrliche, tiefe Gefühle und Dichter, gleich in welcher Zeit sie lebten, berühren mit lyrischen Worten der Liebe bis heute unsere Seelen. Was schön ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Jeder muss selber in sich hineinfühlen, was ihn berührt. Bereits im 15. Jahrhundert bildeten sich in England Valentinspaare, die sich kleine Geschenke und Gedichte schenkten. Erst im 17. Jahrhundert kamen auch Blumengeschenke dazu. Ein Gedicht zählte schon immer zu den schönsten und romantischsten Liebeserklärungen.

Tipps

  • Gedichte, sowohl alte wie neue, nostalgische oder romantische sind eine ideale Geschenkidee zum Valentinstag. Jeder Liebe ist einzigartig, etwas Wunderbares und ein Geschenk des Herzens und genau das muss ein Gedicht zum Ausdruck bringen. Ein Gedicht ist eine gelungene Geschenkidee.
  • Passend in eine schöne Karte gesetzt bringt es Freude und kostet kein Geld. Es ist der Gedanke, der zählt und das gilt vor allem am Valentinstag.
  • Zum Valentinstag passt Poesie und wer mehr Verlangen hat als ein einziges Gedicht zu schenken kann auch als Idee einen schönen Gedichtband wählen. In das Buch sollte man dann aber noch ein paar persönliche Zeilen des eigenen Gefühls packen.
  • Wer etwas Talent in sich trägt, kann sich auch an ein Gedicht heranwagen und es einfach umschreiben. Keine Angst vor falschen Worten. Was zählt ist das Gefühl und wie man es dem anderen nahe bringt.

Das sind sie

1. Wenn alle untreu werden

Wenn alle untreu werden,
so bleib ich dir doch treu,
dass Dankbarkeit auf Erden
nicht ausgestorben sei.
Für mich umfing dich Leiden,
vergingst für mich in Schmerz.
Drum geb ich dir mit Freuden
auf ewig dieses Herz.

Novalis

 

2.  Ein Valentinsgruß, der bereits 200 Jahre als ist:

Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss...
Ich liebe dich, weil ich nicht anders kann;
Ich liebe dich nach einem Himmelsschluss;
Ich liebe dich durch einen Zauberbann.

Dich liebe ich, wie die Rose ihren Strauch;
Dich liebe ich, wie die Sonne ihren Schein;
Dich liebe ich, weil du bist mein Lebenshauch;
Dich liebe ich, weil dich lieben ist mein Sein.

Friedrich Rückert

 

3. Was Du mir bist

Du bist in meiner Suppe das Salz,
die Rose in meinem Garten.
Du bist das Schmuckstück an meinem Hals,
auf dich würd ich jahrelang warten...

Du bist meine Spitze am Weihnachtsbaum,
die Sahne auf meinem Kuchen,
du bist vom Capuccino der Schaum,
gäb’s dich nicht, ich würde dich suchen...

Du bist im Dunkeln mein Kerzenschein,
der Höhepunkt aller Feste,
du bist im Speziellen und ganz allgemein
in meinem Leben das Beste.

Renate Eggert-Schwarten

 

4. Was es ist

Es ist Unsinn

sagt die Vernunft

Es ist was es ist

sagt die Liebe

Es ist Unglück

sagt die Berechnung

Es ist nichts als Schmerz

sagt die Angst

Es ist aussichtslos

sagt die Einsicht

Es ist was es ist

sagt die Liebe

Es ist lächerlich

sagt der Stolz

Es ist leichtsinnig

sagt die Vorsicht

Es ist unmöglich

sagt die Erfahrung

Es ist was es ist

sagt die Liebe

Erich Fried 

 

5.Wie könnt ich dein vergessen!

Wie könnt ich dein vergessen!

Dein denk ich allezeit.

Ich bin mit dir verbunden,

mit dir in Freud und Leid.

Ich will für dich im Kampfe stehen,

und sollte es sein, mit dir vergehen.

Wie könnt ich dein vergessen!

Ich weiß, was du mir bist,

solang ein Hauch von Liebe

und Leben in mir ist.

Ich suchte nichts, als dich allein,

als deiner Liebe wert zu sein.

Wie könnt ich dein vergessen!

Ich weiß, was du mir bist.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 

6.Valentin Du weisst es schon

Valentin, Du weißt es schon, 

ist der Liebe Schutzpatron. 

Wenn es taut im Februar, 

wenn noch früh und jung das Jahr, 

kommt ein Tag, an dem ich Dir

sende diese Reime hier. 

Dir allein! Dich hab ich gern, 

bist so süß wie Mandelkern. 

Gerne käm ich zu Dir hin

heute am Sankt Valentin. 

Da dies leider nicht kann sein, 

trinke ich ein Gläschen Wein

auf Dein Wohl und denke Dein!

 

7. Ja, du bist mein!

Ich will's dem blauen Himmel sagen,
Ich will's der dunklen Nacht vertrau'n,
Ich will's als frohe Botschaft tragen
Auf Bergeshöh'n, durch Heid und Au'n.
Die ganze Welt soll Zeuge sein:
Ja, du bist mein!
Und ewig mein!

In meinem Herzen sollst du leben,
Sollst haben, was sein Liebstes ist,
Du sollst, von Lieb und Lust umgeben,
Ganz fühlen, dass du glücklich bist!
Schließ' mich in deine Arme ein!
Ja, du bist mein!
Und ewig mein!

Hoffmann von Fallersleben

 

8.Eins und alles

Meine Liebe ist groß wie die weite Welt,

und nichts ist außer ihr,
wie die Sonne alles erwärmt, erhellt,
so tut sie der Welt von mir!

Da ist kein Gras, da ist kein Stein,
darin meine Liebe nicht wär,
da ist kein Lüftlein noch Wässerlein,
darin sie nicht zög einher!

Da ist kein Tier vom Mücklein an
bis zu uns Menschen empor,
darin mein Herze nicht wohnen kann,
daran ich es nicht verlor!

Meine Liebe ist weit wie die Seele mein,
alle Dinge ruhen in ihr,
sie alle, alle, bin ich allein,
und nichts ist außer mir!

Christian Morgenstern

 

9.Was ist die Liebe?

Wie oft Du geweilt bei der Süßen, Schönen,

Stets klopfenden Herzen zu ihr sich sehnen;
Wie oft Dein Aug' an ihr gehangen,
Stets glühend wieder nach ihr verlangen;
Wie oft du sie küssend durftest umwinden,
Stets tiefere Leidenschaft empfinden;
Wenn Dir's versagt ist, sie zu sehen,
In innigem Herzeleid vergehen!
Und jede Sekunde verloren achten,
Wo ihre Augen Dir nicht lachten;
Im Glücke selbst ein Sehnen fühlen,
Durch keine holde Gunst zu kühlen
Und Herz an Herz, im höchsten Entzücken,
In ihr noch ein fernes Gut erblicken,
Ein Ideal, der Sonne vergleichbar,
Stets unerreicht und unerreichbar -
Das, das ist die Liebe, die Krone des Strebens,
Die höchste Wonne des Erdenlebens.

Melchior Meyr

 

10.Nähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne
O wärst du da!

Johann Wolfgang von Goethe

Kommentare