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Eigenheimzulage bei Scheidung? - Rechtliches

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:00
Scheidungen nehmen in Deutschland seit Jahren leider stetig zu.
Da bleibt es nicht aus, dass auch auf das Problem mit der Eigenheimzulage eingegangen werden muss. Diese Zulage war eine der größten staatlichen Subventionen, und auch heute noch, wird sie in großem Umfang ausgezahlt. Wichtig ist natürlich, was damit nach der Scheidung passiert. Prinzipiell gibt es dabei mehrere Varianten.

Die Immobilie gehört beiden Ehepartnern

  1. Der wahrscheinlichste Fall, das Haus gehört beiden Ehepartnern jeweils zur Hälfte, ist der Standardfall.
  2. In diesem Falle bekommt jeder Ehepartner die halbe Zulage.
  3. Im der Trennung folgenden Jahr, zählen die beiden Hälften als zwei verschiedene Objekte. Für beide Ehegatten ist ab sofort keine Förderung mehr möglich.
  4. Um das zu umgehen, gibt es eine Möglichkeit: Ein Ehepartner muss seine Hälfte der Immobilie auf den anderen Ehepartner übertragen.
  5. Ob gegen Entgelt, oder kostenlos, ist dabei egal. Bedingung ist nur, dass das spätestens im Trennungsjahr geschieht.

Beide Ehepartner sind Eigenheimbesitzer

  1. Ist die Förderung für die Immobilien beider Ehepartnern bereits beendet, so besteht kein Anspruch mehr auf staatliche Förderung. Sind die Ansprüche noch vorhanden, so haben beide Ehegatten Anspruch auf die Eigenheimzulage.
  2. War ein Ehegatte wegen Aufgabe der Immobilie nicht in der Lage die Förderung voll zu nutzen, so hat dieser das volle Recht, die Förderung bei einer neuen Immobilie weiterhin zu nutzen.

Ein Ehepartner als Besitzer der Immobilie

  1. Ist nur ein Ehepartner Besitzer des gemeinsamen Hauses, so erhält der Besitzer weiterhin die staatliche Förderung, bis Ende des achtjährigen Förderzeitraumes.
  2. Nutzt der Besitzer den Förderzeitraum nicht bis zuletzt aus, zum Beispiel wegen Verkauf der Immobilie, so steht ihm bis zum Ende des Förderzeitraumes weiterhin die Eigenheimzulage zu.
  3. Der andere Ehegatte hat als Noch - Nicht - Anspruchsberechtigter ebenfalls Anspruch auf die volle Zulage.

Ein Ehepartner als Eigentümer zweier Immobilien

  1. Der unwahrscheinlichste Fall: Ein Ehepartner ist Eigentümer zweier Immobilien.
  2. Hat dieser Ehepartner die Förderung für ein objekt vollständig, für das andere teilweise, in Anspruch genommen, so fällt die Eigenheimzulage ab dem auf das Trennungsjahr folgenden Jahr fort.
  3. Ausserdem kann der Ehepartner mit einem eventuellen neuen Partner, erneut die Zulage beantragen.

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