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Geteiltes Sorgerecht - Rechte und Pflichten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:02
Erfahren Sie, was beim gemeinsamen Sorgerecht beachtet werden muss.

Beim gemeinsamen bzw. geteilten Sorgerecht haben beide Elternteile Anspruch an der Erziehung des Kindes zu gleichen Teilen mitzuwirken. Besonders, wenn sich beide Eltern eigentlich noch gut verstehen, ist diese Möglichkeit des Sorgerechts eine gute Lösung für Kind und Eltern. Die Regelung ist am fairsten den Eltern gegenüber und auch das Kind wird sich darüber freuen sowohl Mama als auch Papa regelmäßig sehen zu dürfen. Doch welche Rechte und Pflichten besteht bei dieser Art des Sorgerechts eigentlich? In diesem Artikel können Sie sich darüber informieren.

  • Generell ist es wichtig, sich in solchen Fragen gemeinsam und gegenseitig auszutauschen.
  • Dabei sollten alle Beteiligten einbezogen werden.

  1. Generell entscheiden beide Parteien gemeinsam, wann das Kind bei wem bleibt. Natürlich sollte eine Regelung gefunden werden, die dem Kind auch einen geordneten Tagesablauf ermöglicht. So sollte es also an Wochentagen bei einem Elternteil leben und nur in der Freizeit und / oder am Wochenende das jeweils andere Elternteil besuchen.
  2. Wichtig ist es auch, die Kinder mit in die Entscheidungen einzubeziehen. Sobald das Kind oder die Kinder ein gewisses Alter erreicht haben, können sie problemlos auch mal selbst entscheiden bei wem sie das Wochenende verbringen oder mit wem sie ihre Freizeit gestalten möchten. Dabei ist es aber obere Pflicht beider Eltern, dass Kind nicht in dessen Entscheidung zu beinflussen.
  3. Oft passiert sowas auch unbewußt, vor allem wenn man eventuell auch mal gekränkt wurde, wenn das Kind einmal lieber etwas mit dem jeweils anderen Elternteil unternehmen möchte.
  4. Besonders derjenige Elternteil, bei dem das Kind wirklich lebt, also die meiste Zeit verbringt, darf den früheren Partner nicht von wichtigen Entscheidungen ausschließen. Vielleicht steht ein Elternabend an oder das Kind möchte eine bestimmte Sache.
  5. Es ist wichtig sich in solchen Fragen gemeinsam auszutauschen und wirklich wichtige Entscheidungen zusammen zu treffen. Fühlt sich eine Person ausgeschlossen, kann es schnell zum Streit oder Vorwürfen kommen und gefährde die in Moment noch günstige Situation. Davon abgesehen ist es auch gesetzlich geregelt, dass während des gemeinsamen Sorgerechts nicht nur eine Person alleine entscheidungsberechtigt ist.
  6. Eine Ausnahme hiervon besteht lediglich bei Entscheidungen, bei denen "Gefahr im Verzug" ist. In solchen Ausnahmefällen darf auch ein Partner alleine entscheiden.
  7. Einigen muss man sich zum Beispiel bei Zustimmungen zu Klassenfahrten, der Wahl der Schule oder des Kindergartens, der Wahl von Aausbildungen und auch bei gesundheitlichen Fragen. Steht eine Operation des Kindes an, dürfen hier nur beide Eltern gemeinsam entscheiden.
  8. Am wichtigsten ist es wohl immer miteinander zu sprechen und Unklarheiten oder Missverständnisse schnell aus dem Weg zu räumen. Das gemeinsame Sorgerecht ist sicher für jedes Kind eine willkommene Entscheidung der Eltern und diese Regelung sollte daher möglichst nicht durch Streitigkeiten gefährtet werden.

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