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Polnische Hochzeitsbräuche – Überblick

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:22
Da Polen ein sehr traditionsbewusstes Land ist, dürfen natürlich alte Bräuche bei keiner...

Da Polen ein sehr traditionsbewusstes Land ist, dürfen natürlich alte Bräuche bei keiner Gelegenheit fehlen: Der obligatorische Karpfen an Weihnachten, die gesegneten Osterkörbe oder auch der recht nasse Śmigus-Dyngus, an dem sich alle mit Wasser vollspritzen, gehören zu den polnischen Bräuchen. Und deswegen dürfen auch an dem vielleicht wichtigsten Tag für viele Menschen die Traditionen nicht flöten gehen - die polnischen Hochzeitsbräuche.

Beliebte Bräuche

  • Alles, was man für eine gelungene Hochzeit in Polen braucht sind Reis, Kleingeld und -anders ist es natürlich unmöglich- eine (mehrere) Flasche/n Wòdka.
  • Doch bevor dies alles überhaupt zum Einsatz kommt, ist es noch ein weiter Weg. Denn erst muss das Brautpaar zum einen mindestens acht bis zehn Stunden vorehelichen Unterricht absolvieren (damit sie auch sicherlich nicht das "Ja"-Wort vergessen), und zum anderen braucht man diverse Beicht-, Kommunions- und Taufbescheinigungen. Danach steht dem jungen Glück nichts mehr im Wege.
  • Am großen Tag begibt sich der ganze "Orszak", d.h. alle Gäste, Trauzeugen und Schaulustige, nach der Segnung durch die Familienältesten, in Richtung Kirche.
  • Allerdings sind mehrere sog. Tore zu überwinden, einer der beliebtesten polnischen Hochzeitsbräuche: Anwesende der Feier versperren den Weg, und der Trauzeuge hat die Aufgabe, den ganzen Weg wieder freizukaufen (meist durch Wòdka).
  • Nach der kirchlichen Hochzeitmesse, die meist zusammen mit der standesamtlichen Trauung fällt, werden die frisch Verheirateten mit einem Regen aus Reiskörnern und Kleingeld begossen, und hier gilt: Wer das Sagen daheim haben will, sollte schnellstmöglich mehr Münzen aufsammeln als der Brautpartner.
  • Traditionell fährt das Brautpaar nun nach Hause und wird mit Brot und Salz begrüßt. Auf die Frage, welches der beiden Lebensmittel die Frau nehmen würde, darf die Braut laut polnischen Hochzeitsbräuchen nur eine Antwort geben: Chleb, sòl i pana młodego! (Brot, Salz und den Ehemann!) Jetzt werden dem Paar Gläser gereicht, welche ausgetrunken auf dem Boden zerschmettert werden, Scherben bringen nämlich Glück.
  • Hiernach beginnt die eigentliche Feier. Alle Gäste werden auf die Plätze geleitet, und es wird bis in die Morgenstunden getanzt, getrunken, traditionelle polnische Speisen gegessen und das Brautpaar beglückwünscht.
  • Kurz vor Mitternacht wirft die Braut noch ihren Schleier, und der Bräutigam seine Krawatte in die (noch) unverheiratete Menge; den glücklichen Fängern gehört nach polnischen Hochzeitsbräuchen der nächste Tanz.

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