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Wann sollte man eine Hochzeit zu verhindern versuchen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Was würde die klassische wie moderne Unterhaltungsbranche bloß ohne ihr Lieblingssujet „Hochzeit“ machen.

Was würde die klassische wie moderne Unterhaltungsbranche bloß ohne ihr Lieblingssujet „Hochzeit“ und all die mit diesem verbundenen Inspirationen, Indiskretionen und Irritationen machen? Ganze Genres und Gattungen in den Bereichen Film, Fernsehen, Musik, Kunst, Theater und Literatur wären schlagartig um mehr oder weniger weltberühmte Werke ärmer, gäbe es dieses uralte, oft kritisierte und totgesagte, nichtsdestotrotz jedoch alle Epochen erstaunlich überdauernde sowie flexible und widerstandsfähige Versicherungsritual gegenseitiger Treue plötzlich nicht mehr. Bereits vor, doch spätestens seit der dauerhaften Etablierung des Christentums in Europa markierten und markieren Hochzeiten dabei einen sowohl wichtigen sozialen Wechsel in der gesellschaftlichen Eigen- und Fremdwahrnehmung wie auch bedeutenden Schritt auf dem Weg zum endgültig anerkannten Erwachsensein. Die Wertschätzung und die Bedeutung der Ehe und damit auch diejenigen der Hochzeit mögen sich also seit der Aufklärung und durch die Säkularisierung nachhaltig geändert und neuen Gegebenheiten angepasst haben, eine ernsthaft angepeilte Hochzeit verhindern können bei entsprechender Gefühlslage der Heiratswilligen jedoch auch die sog. „modernen Zeiten“ und die sie begleitenden zahlreichen Unwägbarkeiten nicht.

Ängstliche Bräute, abwesende Bräutigame und andere familiäre Befindlichkeiten

  • Die Planung, Durchführung und der Ablauf von sowie die eventuell unerwarteten Ereignisse bei Hochzeiten aller Art dienen auch gerade Kulturschaffenden aller Couleur schon lange als dramaturgisches Mittel und Vehikel für vorwiegend tragische, dramatische und komödiantische Erzählungen und Darstellungen. 
  • Immer wieder verwendete Motive wie etwa die sich im letzten Moment nicht trauende Braut, der aus geheimnisvollen Gründen nicht vor dem Altar anwesende Bräutigam, die eifersüchtige, missgünstige und intrigante Schwiegermutter, welche die Hochzeit verhindern möchte und der ob des Verlusts seiner einzigen Tochter schluchzende Vater haben sich über die Jahrhunderte quasi im kollektiven folkloristischen Bewusstsein als potenzielle Gefährdungen für gelungene Hochzeiten festgesetzt. 
  • Dergestalt geplatzte Hochzeiten, die also aus den gerade genannten Gründen kurz vor der Eheschließung doch noch scheitern, gibt es allerdings mittlerweile wohl weitaus häufiger in der cineastischen Fiktion als in der tatsächlichen Realität, in welcher die zukünftigen Ehegatten sich und ihre gemeinsamen Wünsche doch meist gut genug kennen, als dass diese eine Hochzeit verhindern könnten.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, denn wer sucht, der auch findet

  • Während jedoch zumindest in Filmen und Theaterstücken eine Hochzeit trotz anfänglicher und/oder vorübergehender Schwierigkeiten aufgrund der übergroßen Liebe der Beteiligten meistens entweder trotz aller Widrigkeiten als ein alle zufriedenstellendes „Happy End“ zustande kommt, oder auch bei erzwungener Vermählung als Tragödie oder Drama gewissermaßen exemplarisch als großes Unglück zelebriert wird, gibt es doch einige Hinweise und Anhaltspunkte, die eine auch bereits fest geplante reale Hochzeit verhindern sollten. Zwar stehen dem angestrebten Bund fürs Leben heute einst als bedeutsam erachtete Hindernisse wie etwa Standes- und Einkommensunterschiede, verschiedene ethnische Herkunft und religiöse Zugehörigkeit sowie eventuelle Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit weitaus weniger im Weg, als dies noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war, manche Anzeichen und Warnungen sollten jedoch auch noch so verliebte zukünftige Eheleute als schwerwiegend genug betrachten, um die eigene Hochzeit zu verhindern.

Was sich liebt, das neckt, aber schlägt, bestiehlt und übervorteilt sich nicht 

  • Grundsätzlich sollte natürlich jede Form gegenseitiger Gewalt sofort bei allen Beteiligten wie auch Eingeweihten sofort die Alarmklingeln, aber ganz sicher nicht die Hochzeitsglocken läuten lassen. Wer sich liebt, der schlägt sich nicht, auch wenn hierzu mitunter sogar gegensätzliche, aber letztlich psychisch krankhafte Ansichten unter manchen Paaren existieren. 
  • Dabei muss die körperliche und/oder seelische Gewalt gar nicht unbedingt immer von dem in der Regel physisch stärkeren Mann ausgehen, auch Frauen neigen medizinischen Erkenntnissen zufolge scheinbar immer häufiger dazu, in Partnerschaften leichter und schneller gewalttätig zu werden. Auch sollte der Zauber frischer oder schon länger anhaltender Liebe nicht über womöglich ausschließlich materielle Beweggründe des oder der Auserwählten für die kommende Heirat hinweg täuschen. 
  • Heiratsschwindler beiderlei Geschlechts betreiben ihr unlauteres Gewerbe bei Weitem nicht nur in altmodischen Büchern und Filmen, sondern nach wie vor auch in heutigen, scheinbar in emotionalen Dingen so abgeklärten Zeiten. Gerade die große Anonymität neuartiger Kontaktmöglichkeiten etwa durch das Internet sorgt bei vielen zunächst überglücklichen Männern und Frauen nach der misslungenen Hochzeit für nicht minder großen Verdruss und tiefe Enttäuschungen. Die nüchterne Betrachtung bestimmter Warnsignale wie etwa dem meist intensiven, weil kriminellem Interesse an der Mitgift oder den finanziellen Details des Ehevertrags können dabei definitiv helfen, die so sicherlich nicht gewünschte Hochzeit zu verhindern. 

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