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Was versteht man unter dem Pearl-Index?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:50
Es handelt sich um die Maßzahl wie sicher eine Methode zur Empfängnisverhütung wirklich ist.

Wer sich über verschiedene Verhütungsmethoden informiert, der stolpert irgendwann wohl oder übel über den Begriff „Pearl Index“. Dabei handelt es sich um eine Maßzahl die angibt, wie sicher eine Methode zur Empfängnisverhütung wirklich ist. Doch was bedeuten diese Zahlen eigentlich genau? Und kann man sich darauf verlassen, wirklich nicht ungewollt schwanger zu werden, wenn man mit einer nach dem Pearl-Index zu urteilend sicheren Methode verhütet?

  • Die Maßzahl des Pearl Index ist ganz leicht zu verstehen: Wenn 100 sexuell aktive Frauen während eines ganzen Jahres die jeweilige Verhütungsmethode anwenden, werden im Schnitt genau so viele von ihnen schwanger. Hat also eine Verhütungsmethode beispielsweise einen Pearl-Index von 10, werden von 100 Frauen innerhalb eines Jahres durchschnittlich 10 trotzdem schwanger.
  • Interessant ist übrigens, dass der Pearl-Index ohne jegliche Verhütungsmittel keinesfalls 100 beträgt. Denn nicht jede Frau wird auch bei gänzlich ungeschütztem Verkehr innerhalb eines Jahres schwanger. Zwischen 20 und 35 Jahren liegt der Pearl-Index ohne jegliche Verhütungsmittel im Schnitt bei etwa 80.

Im Folgenden finden Sie eine Auflistung der gängigsten Verhütungsmethoden und des jeweiligen Pearl-Index. Eine Spanne ergibt sich immer dort, wo in der Literatur unterschiedlichen Angaben zu finden sind. Denn während Hersteller gerne mit der theoretischen Sicherheit ihrer Methode werben, beziehen andere Quellen auch Anwendungsfehler mit ein. Der Pearl-Index stellt also immer nur einen Richtwert dar. Denn wenn zum Beispiel die Pille an sich sehr sicher ist, man aber ständig die Einnahme vergisst, so steigt der Pearl-Index im Zweifelfall bis auf die bereits erwähnte 80 an.

Verhütungscomputer: 0,8-6

  • Es gibt unterschiedliche Methoden, nach denen Verhütungscomputer vorgehen. Manche messen einfach die morgendliche Körpertemperatur, andere bestimmen die Konzentration der am Zyklus beteiligten Hormone im Urin. 
  • Auf jeden Fall geht es darum, die fruchtbaren Tage zu bestimmen und an diesen dann eine andere Methode der Verhütung anzuwenden beziehungsweise enthaltsam zu bleiben.


Symptothermale Methode: 0,3-2

  • Bei der Symptothermalen Methode stellt man selbst mittels Temperaturmessung und Beobachtung des Zervixschleims fest, welches die fruchtbaren Tage sind.


Coitus interruptus: 4-18

  • Je nachdem, wie gut Mann sich tatsächlich beherrschen kann, schwanken hier die Werte gewaltig.


Kondom: 2-14


Diaphragma: 1-20

  • Muss von erfahrenem Fachpersonal angepasst werden und bedarf ein wenig „Übung“ in der Anwendung.


Antibaby- und Minipille: 0,1-3

  • Kann den weiblichen Hormonhaushalt ziemlich durcheinander bringen und die Einnahme sollte man nicht zu oft vergessen.


Andere hormonelle Verhütungsmethoden (Hormonimplantate, Dreimonatsspritze, Vaginalring, Hormonpflaster usw.): 0-1,4

  • Die Einnahme kann meisten nicht vergessen werden, aber künstliche Hormone belasten den Körper trotzdem.


Spermizide: 3-21

  • Spermien abtötende Gels, Cremes, Schaum usw. können die Schleimhäute reizen.


Kupferspirale: 0,9-3

  • Kann zu einer stärkeren Menstruation und anderen Komplikationen führen.


Sterilisation: 0,1-0,25

  • Bei Männer reversibel, bei Frauen eine „Verhütung auf Lebenszeit“.

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