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Wie beichtet man einen Seitensprung?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:46
Das kann in der besten Beziehung vorkommen: Alkohol, Abenteuerlust, Übermut...

Das kann in der besten Beziehung vorkommen: Alkohol, Abenteuerlust, Übermut oder einfach zur falschen Zeit am falschen Ort und schon ist man, wo man eigentlich nie hinwollte: in einem wildfremden Bett.

Die Rede ist hier nicht von der Art Seitensprung, der sich infolge kaltblütiger Routine oder angeborener Treulosigkeit sozusagen serienmäßig ereignet.
Hier betrachten wir den „Ausnahme-Fremdgang“ , einen einmaligen Ausrutscher, der den bisher noch nie straffällig gewordenen Täter in unerträgliche Schuldgefühle und Gewissensbisse treibt. Da kommt im Einzelfall ein regelrechter Selbst-Zerfleischungsmarathon in Gang – und gepeinigt wälzt man den Fragenkatalog rauf und runter: Wie konnte das passieren? Was mache ich jetzt? Beichte ich oder nicht? Und wenn ja: wie wird die Reaktion ausfallen?

All diese Überlegungen halten das Gedanken-Karussell in Schwung – bisweilen 24 Stunden am Tag. Und das wird unweigerlich zur handfesten Belastung für alle Beteiligten.

  1. So merkwürdig es klingen mag, aber jetzt gilt vor allem eines: Ruhe bewahren. Outen Sie sich jetzt keinesfalls vorschnell bei Ihrem Partner in der Hoffnung auf Erleichterung Ihres schlechten Gewissens. Denn eines muss Ihnen klar sein: diese Offenbarung wird in jedem Fall eine große Erschütterung auslösen und Ihre Beziehung möglicherweise nachhaltig verändern – oder ihr den Garaus machen.
  2. Wenn Sie also nach ausreichender Überlegung (eventuell zusammen mit einem echten Vertrauten) zu dem Schluss kommen, dass Sie sich wirklich einmalig „verlaufen“ haben, keine Enthüllungsgefahr droht und Ihnen das Ausschwärmen charakterlich überhaupt nicht entspricht, dann gibt es keinen vernünftigen Grund, Ihren Partner zu verunsichern und zu belasten.
  3. Diese Empfehlung soll Sie nicht zur Unaufrichtigkeit ermutigen. Aber in diesem Fall müssen Sie allein mit Ihrem Fehlverhalten fertig werden. Außer, Sie haben Blut geleckt und gedenken, sich fortan öfter aushäusig zu vergnügen. 
  4. Dann MUSS der Partner in Kenntnis gesetzt werden, damit er oder sie die Konsequenzen ziehen kann, wie auch immer diese im Einzelfall aussehen.
  5. Bei überzeugter einmaliger Abtrünnigkeit jedoch gilt: „Einmal ist Keinmal“. Verarbeiten Sie diese Erfahrung im stillen Kämmerlein und lassen Sie es bei dieser exklusiven moralischen Entgleisung. Treue schont langfristig Nerven, Nachtruhe und Seelenfrieden.

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