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Wie entlarvt man falsche Freunde?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:46
Es scheint, als brauche man für eine gute Freundschaft ein ähnliches Geschick wie für eine Ehe.

Falsche Freunde oder Begleiter fürs Leben. Die hohe Kunst der Freundschaft wird gern und häufig thematisiert. Ähnlich wie die Liebe wird sie erörtert und besungen und es scheint, als brauche man für eine gelingende Freundschaft ein ähnliches Geschick (oder Glück) wie für eine Ehe. Hier wird kurz erörtert woran man falsche Freunde eventuell erkennen kann, uA auch aus persönlicher Erfahrung.

Falsche Freunde entlarven - Die Anleitung

  • Meist weist eine stabile Freundschaft eine deutlich höhere Bruchsicherheit auf als die klassische Liebesbeziehung. Aber auch hier kann es Verletzungen, Eifersüchteleien oder gar die eine oder andere Unaufrichtigkeit geben.
  • Meist bleibt aber alles im grünen Bereich und solange man sich miteinander wohlfühlt, entsteht kein Schaden.
  • Richtig problematisch wird es, wenn man eine „falsche Freundschaft“ führt. Diese Beziehungsform gibt es tatsächlich und hält sich oft jahrelang – trotz diffusen Unbehagens und ernsthafter Blessuren.
  • Warum man an einer derart maroden Konstruktion festhält, lässt sich schwer sagen. Oft sind es Erinnerungen an vergangene Zeiten oder fatale Abhängigkeiten. 
  • Mir selbst ist es so ergangen mit meiner Ex-Freundin Melanie. Wir kicherten uns zusammen durch das Studium und empfanden einander als Verbündete. Nach dem Einstieg ins Berufsleben wurden wir hartnäckige Rivalinnen und so startete ein langer, hässlicher Zersetzungsprozess. Immerhin dauerte es weitere zwanzig Jahre, bis sich unsere Wege endgültig trennten.
  • Was war also passiert?
  • Nun, Melanie war eine atemberaubende Schönheit. Das allein wäre schon ausreichend kriminell gewesen. Aber zudem war sie auch noch im höchsten Grade vertrauensunwürdig.
  • Da Verschwiegenheit eines der zentralen Gebote einer wahren Freundschaft ist und Melanie diese Disziplin so rein gar nicht beherrschte, hörte ich eines Tages auf, mich ihr anzuvertrauen. Ich wusste haargenau, dass sie meine Belange quer durch die ganze Stadt tragen würde.
  • Und das geschah noch nicht mal aus Bosheit, sondern aus ungefiltertem Sendungsbewusstsein. Was nichts an der Tatsache änderte, dass ich mich in Herzensangelegenheiten ihr gegenüber konsequent ausschwieg. 
  • Ich war auch nicht besser. Schon immer hatte ich Melanie um ihr fabelhaftes Aussehen und ihren Erfolg bei Männern beneidet. Nach jahrelangem Leiden rächte ich mich, indem ich ihrem langjährigen Freund Benno formvollendet ins Ohrläppchen biss – und das an Melanies 45. Geburtstag, gut sichtbar für sie und sämtliche Gäste. Sie können sich bestimmt vorstellen, dass Melanie überhaupt nicht amüsiert war.

Sie sehen: falsche Freunde braucht man eigentlich gar nicht zu enttarnen. Sie enttarnen sich selbst. Melanie und ich haben es vorgemacht. Aber hier der Vollständigkeit halber noch ein paar weitere Erkennungsmerkmale:

  1. Falsche Freunde respektieren unser Eigentum nicht und leihen sich von uns Geld (oder unseren Lebenspartner) ohne jegliche Gewissensbisse oder Rückgabe-Absichten.
  2. Falsche Freunde neiden uns unser Glück und unsere Habseligkeiten, während sie zitronensauer beteuern, „wie sehr“ sie uns alles gönnen.
  3. Falsche Freunde geben sich vertrauenswürdig und saugen alles auf, was wir Ihnen anvertrauen, um im Anschluss unsere intimsten Privatangelegenheiten in die Welt hinauszuposaunen.
  4. Falsche Freunde sind in der Not entweder am Südpol oder offiziell hocherfreut über unseren Absturz.
  5. Falsche Freunde geben uns Fehlinformationen und die falschen Ratschläge in der Hoffnung, dass wir Schaden nehmen.
  6. Kurz und gut: Falsche Freunde tun all das, was echte Freunde nicht tun. Sollten Sie also unglücklicherweise so ein nervenaufreibendes Exemplar in Ihrer Nähe haben, trennen Sie sich. Und zwar, BEVOR Sie sich aus Verzweiflung an den Sinnesorganen fremder Menschen vergehen.