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Wie macht MANN Frau zum Freund?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
In der Regel ist die Beziehung zwischen Mann und Frau erotisch ausgerichtet.
Das hat die Natur aus Arterhaltungsgründen so angelegt und dem zufolge glauben die meisten Menschen (Männer) auch nicht an eine rein platonische, geschlechterübergreifende Freundschaft. 

Zugegebenermaßen funktioniert diese Art von Verhältnis nur in den seltensten Fällen. Männer sehen in jeder einigermaßen manierlich aussehenden Frau grundsätzlich eine potentielle Gespielin für‘s leibliche Wohl - und nur diejenigen Damen, die dem Auge des Betrachters nichts zu bieten haben, entfallen global - als Bettgenossin, als Mensch und damit natürlich auch als wertvolle Freundin.

Ich habe da mehr Glück. Ich habe Wolfgang. Er ist ein erfolgsverwöhnter, schnöseliger Gitarrist, der sich vor Frauen kaum retten kann. Die ganze Stadt wirft sich ihm praktisch an den Hals - abgesehen von mir - und Monsieur greift gelangweilt zu. 

Wolfi ist mein Busenfreund. Von ihm weiß ich alles, was Frauen über Männer wissen müssen. Und ich bin es, die mit Fug und Recht sagen kann, dass er ein richtig anständiger Kerl ist. Leider ist das ein Aspekt, der dem Gros der weiblichen Bevölkerung aufs Hartnäckigste verborgen bleibt. Denn Wolfgang empfindet seine Verehrerinnen allesamt als „viel zu willig“ und so lässt sein Engagement für die jeweils aktuelle Bewerberin nach der ersten „Druck-Regulierung“ sturzflugartig nach. 

Um so überraschender, dass die Beziehung zu mir für ihn lebensnotwendig ist, wie er behauptet - und so sind wir einander seit Jahren verbunden, tauschen Lebensträume aus und diskutieren die Verschiedenheiten von Mann und Frau. Und da wir beide diese Verbindung als absolut exklusiv und kostbar empfinden (und ich glücklich verheiratet bin), lassen wir auch konsequent die Hände voneinander.

Nun, meine Herren, warum erzähle ich Ihnen das? 

  1. Ich will Ihnen eine Möglichkeit zeigen, wie Sie eine durchaus erfüllende und solide Freundschaft mit einer Frau aufbauen können, selbst wenn oder gerade weil Ihr Hormonspiegel unbeeinträchtigt bleibt. 
  2. Selbstverständlich ist hier sicherzustellen, dass Sie sich nicht einseitig als Unantastbarer präsentieren, während das weibliche Gegenüber nur deshalb gar so freundschaftlich mit Ihnen umspringt, weil sie sich Hoffnung auf MEHR macht. Aber wenn die Voraussetzungen und Erwartungen übereinstimmen, können Sie und Ihre Freundin jede Menge voneinander lernen und das völlig ohne den Druck, sich werbewirksam zu inszenieren - und diese Erfahrung kommt letztendlich an anderer Stelle wieder Ihrem Liebesleben zugute.
  3. Darüber hinaus können Sie sich gegenseitig in die Denkweise des jeweils anderen Geschlechtes einweisen und einander beratend zur Seite stehen, wenn Beziehungsprobleme aufziehen. Sie sehen, meine Herren, eine platonische Liebe ist von unschätzbarem Wert.
  4. Und wie finden Sie nun eine solche Frau? Nun, das ist eine Aufgabe für die Sinnesorgane OBERHALB der Gürtellinie. Bevor Sie sich also vorschnell von einer Dame abwenden, weil sie Ihre optischen Zwangsvorstellungen nicht erfüllt, lassen Sie Herz und Verstand zu Wort kommen. Es besteht immerhin die Chance auf einen höchst inspirierenden Kontakt.
  5. Und was das „Harry-und-Sally-Phänomen“ betrifft (ich weiß, meine Herren, jetzt triumphieren Sie und fühlen sich bestätigt in Ihrem Vorurteil, dass Mann und Frau auf Dauer eben doch nicht nur Freunde sein können): Ja, auch diese Option gibt es. Freunde können tatsächlich Liebende werden. Und das sogar erfolgreich.
  6. Es gibt weiß Gott Schlimmeres.

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