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Wie reguliert man Eifersucht?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
Im realen Leben kann Eifersucht gerade in der Partnerschaft zur maximalen Belastungsprobe werden.

Die entzückendste Eifersuchts-Szene hat uns zweifelsohne das Komiker-Duo Stan Laurel und Oliver Hardy beschert. Da stellt Olli seinem Freund Stan, der gerade genüsslich und selbstvergessen seinen Apfel verzehrt, die alles entscheidende Frage: „Stanley, wen magst du lieber - den Apfel oder mich?“ Und der arme Stanley, den die Entscheidung zwischen Frucht und Freund vollkommen überfordert, fängt bitterlich an zu weinen.

So köstlich geht es meist nur im Schwarz-Weiß-Film zu. Im realen Leben kann Eifersucht gerade in der Partnerschaft zur maximalen Belastungsprobe werden. Der Beziehungsalltag wird dominiert von Verlustängsten, Kontrollzwängen und Misstrauen – und diese destruktive Grundstimmung höhlt Eifernden und Opfer nach und nach vollkommen aus.

Selbstverständlich gibt es Eifersucht auch in der gesunden Variante und signalisiert, dass die Partner noch ein reges Interesse aneinander und an ihrer Verbindung haben und daher berechtigt alarmiert reagieren, wenn eine reale externe Verführung droht. 

Wenn Eifersucht jedoch aus mangelndem Selbstwertgefühl entsteht und gleichzeitig jeglicher Grundlage entbehrt, dann liegt ein handfester pathologischer Befund vor.

Wie aber erkennt man nun, ob man gerade noch angemessen empfindet oder bereits abseits jeglicher Logik unterwegs ist? Die Orientierung ist zugegebenermaßen schwer. 

Wenn Sie den Verdacht haben, krankhaft eifersüchtig zu sein, dann lassen Sie sich anhand der nachfolgenden Fragestellungen bei Ihrer Standortbestimmung helfen:

  • Glauben Sie ja nicht, dass es sich hier um völlig unrealistische Übertreibungen handelt. All diese Begebenheiten kommen aus dem echten Leben und zeigen, wie absurd sich ungebremste Eifersucht im Laufe der Zeit entwickelt.
  • Sollten Sie sich nur annähernd wiederfinden in diesen zugegebenermaßen extremen Beispielen, dann suchen Sie sich umgehend paartherapeutische Unterstützung. Setzen Sie sich und Ihre Beziehung nicht weiterhin diesem unmenschlichen Druck aus und retten Sie, was noch zu retten ist.
  • Überschätzen Sie sich nicht, indem Sie glauben, Sie kriegen das noch mit gutem Willen hin. Also: konsultieren Sie den Profi. Umgehend!
  • Sie sollten nicht zulassen, dass ein Bodensee-Apfel zu Ihrem schärfsten Konkurrenten wird.

  1. Unterliegen Sie ohne eindeutiges Belastungsmaterial permanent dem Zwang, Ihren Lebenspartner auf Schritt und Tritt zu überwachen? 
  2. Fühlen Sie sich bedroht, wenn Ihr Partner Unternehmungen im Alleingang tätigt, und sei es nur der banale Lebensmittel-Einkauf?
  3. Fahren Sie verunsichert die vermutete Shoppingtour mit dem Wagen ab und liegen Sie vor potentiellen Zielläden auf der Lauer, immer in der Erwartung, Ihre Frau oder Ihren Mann auf erotischen Abwegen zu ertappen? 
  4. Überprüfen Sie heimlich Verwiege-Uhrzeiten auf den Kassenzetteln der örtlichen Metzgerei, um gegenzurechnen, ob Ihre Partnerin / Ihr Partner zwischen Wurstwaren-Erwerb und Rückkehr in die gemeinsame Wohnung genügend Leerlauf gehabt haben könnte, um den Schlachter (alternativ: die Fleischerei-Fachverkäuferin) zu vernaschen?
  5. Hier explizit an die betroffenen Damen: Läuten bei Ihnen alle Alarmglocken, wenn Ihr Mann bevorzugt im Kurz-Pyjama fernsieht, weil Sie unterstellen, er habe sich seiner formalen Garderobe nur entledigt, um die blonde Nachrichtensprecherin ungezwungener genießen zu können?
  6. Vermuten Sie hinter jedem harmlos abgesetzten Gruß an die Nachbarschaft eine codierte Aufforderung zu verschwörerischem Sex hinter Ihrem Rücken?
  7. Sind Sie eifersüchtig auf das gemeinsame Haustier oder gar das Lieblings-Lebensmittel Ihres Partners?

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