Foto: Shutterstock.com

Wie überwindet man einen Trennungsschmerz?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 13:49
Es gilt in dieser Trennungszeit – so unangenehm dies auch sein mag - die Trauerphase zu bewältigen.

Sicher jeder war schon einmal in dieser Situation: eine Trennung stellt sich ein und die ganze Welt scheint zusammenzubrechen. Eine Trennung kann natürlich aus unterschiedlichen Gründen vonstatten gehen: ein Beziehungs-Aus, ein Todesfall, Abschied nehmen zu müssen wegen einem Wechsel der Örtlichkeit,....es existieren unterschiedliche Gründe, warum eine Trennung vollzogen werden muss. Die mannigfaltigen Gründe des Abschiedes, ziehen auch differierende Facetten im Schmerz nach sich. Ein Todesfall ist nicht natürlich mit einem herkömmlichen Abschied zu vergleichen. Möglicherweise kann in dieser Situation Vieles nicht mehr gesagt und getan werden - der Mensch kann vor allem nie wieder in die Arme geschlossen werden. 

Wodurch es auch immer zum Trennungsschmerz gekommen sein mag, in fast allen Fällen reduziert er kurzweilig oder langwierig die Lebensfreude und führt zum seelischen sowie sozialen Rückzug. 

Es gilt in dieser Trennungszeit – so unangenehm dies auch sein mag - die Trauerphasen hinter sich zu bringen. Die Phasen der Trauer durchlaufen verschiedene Stufen, die fast immer in dieser Abfolge abzuwickeln sind: 

  • Verleugnung: Man möchte es nicht wahrhaben und verleugnet das Geschehene
  • Trauer/Schmerz/Verzweiflung: In dieser Phase wird viel geweint, ein Schuldiger wird gesucht (woraus dann auch Zorn resultieren kann). Oft geht diese Phase auch mit Ruhelosigkeit, Abgeschlagenheit und Schlafstörungen einher. 
  • Neuorientierung/Wut: Trauer lässt nach, langsame Neuorientierung findet statt. Starke Gefühlsschwankungen und zeitweise Gereiztheit sind allerdings nach wie vor da. 
  • Akzeptanz: Das seelische und körperliche Gleichgewicht stellt sich wieder ein, Alltagsaufgaben können wieder problemlos bewältigt werden.

 

  • Nicht jeder Mensch verläuft problemlos alle vier Stufen nacheinander. Es gibt auch Menschen, welche in einer dieser Stufen verharren und nicht weitergelangen. Das kann für die weitere Lebensführung eine große Blockade darstellen und führt dazu, dass der Alltag nie mehr problemlos und sorgenfrei bewältigt werden kann. 
  • Nicht für alle Menschen gilt: „Die Zeit heilt alle Wunden“. Trauerarbeit muss für manche auch aktiv angegangen werden. 
  • Es ist zwar nicht gut, doch manche Trauernde können nicht anders, als ihren Kummer mit Alkohol, Süßigkeiten oder Tabletten zu betäuben. Keineswegs sollte dies jedoch über ein Monat andauern, da sonst die Gefahr einer Suchtentwicklung (bei Alkohol und Tabletten) oder einer starken Gewichtszunahme (bei Süßigkeiten) entsteht. Dies hätte eine neuerliche Problementwicklung zur Folge und hilft dem Betroffenen keinesfalls.

  • Ablenkungsmaßnahmen
  • Schöne Strecke für Spaziergänge
  • Gute Freunde
  • Eventuell professionelle Unterstützung (Psychologe, Psychotherapeut oder Psychiater)
  • Neues Styling
  • Adressen für Selbsthilfegruppen 
  • Telefonnumern der Telefonseelsorge
  • Gegebenfalls eine neue Partnerschaft
  • Distanz zum/zur Ex
  • Wenn alle Stricke reißen: betäubende Maßnahmen

Gute Freunde:

  1. Gute Freunde helfen einem dabei, genau die Situation herzustellen, die man benötigt, um mit der Trennung fertig zu werden: sei es, die Herstellung eines Ablenkungsprogramms, sei es über den verflossenen Partner einmal kräftig „ablästern“ zu wollen, oder einfach nur einen Zuhörer nötig zu haben – die besten und guten Freunde, werden das erforderliche Rezept parat haben. 


Suchtmittel:

  1. Wer nicht anders kann, darf sich für einige Zeit (lediglich um über das Gröbste hinaus zu kommen) auch mittels Alkohol, Süßigkeiten oder Tabletten „betäuben“. 
  2. Dies gilt nicht für all jene, die von sich wissen, dass sie über ein Suchtpotential verfügen. 
  3. Der Beginn einer Sucht hilft keineswegs bei der Trauerarbeit, sondern führt nur zu einer Problem-Verschiebung.


Ablenkung:

  1. Körperliche Aktivität und Ablenkung (Sightseeing, Shopping, Sport, Wandern, Ausflüge, Reisen,...) verhelfen, um sich auf andere Gedanken zu bringen. 
  2. Die Phasen der Trauer können damit unter Umständen schneller durchlaufen werden. Zuhause im Kabäuschen zu sitzen, verschlimmert und verlängert indes den Trauerprozess. 
  3. Aber: Wer einen Todesfall zu verdauen hat, darf und soll sich ruhig für einige Zeit zu Hause „einmurmeln.“ 


Selbsthilfegruppen:

  1. Es existieren in allen Großstädten Selbsthilfegruppen, in denen gemeinsame Trauerarbeit vollzogen werden kann. Oft hilft das Sprechen mit gleichermaßen Betroffenen. 


Professionelle Unterstützung: 

  1. Sollte man merken, dass man sehr lange in einer Trauerphase steckenbleibt und überhaupt nicht weiterkommt (z.B. man ist über Monate so wütend auf den Ex-Partner, welcher sich von einem getrennt hat, dass man keinen klaren Gedanken fassen kann oder man weint unentwegt über sehr lange Zeit), dann ist es wohl angeraten, bei einem Spezialisten (Psychologe, Psychotherapeut oder Psychiater) Hilfe zu suchen, um in die nächste Trauerphase gelangen zu können. 
  2. Nur so kann es auch nach einiger Zeit zur Akzeptanz und Neuaufnahme des eigenen Lebens kommen.


Telefonseelsorge:

  1. In schlimmen und vor allem akuten/pötzlichen Fällen/Trauerausbrüchen (und wenn gerade niemand aus dem engsten Kreis verfügbar ist), kann auch zum Hörer der Telefonseelsorge gegriffen werden. 
  2. Am anderen Ende hört ein geschulter Zuhörer zu, und kann mit neutralen und erfahrenen Ratschlägen punkten. 


Spaziergänge und Entspannungsübungen: 

  1. Spaziergänge und Entspannungsübungen entspannen und verhelfen schneller zum inneren Gleichgewicht. 

 

Für Trennungen nach Beziehungs-Ende gilt:

Neue Partnerschaft:

  1. Es ist zwar nicht jedermanns Sache, aber auch das Suchen eines neuen Partners bringt einen auf andere Gedanken. 
  2. Schneller als man glaubt, findet man sich möglichenfalls in einer neuen Romanze und Liebe wieder und über die verflossene Liebschaft wächst ganz schnell Gras. 


Attraktivität:

  1. Keineswegs sollte man sich äußerlich hängen lassen, sondern mehr denn je stylen und auf sich schauen. 
  2. Ein neuer Haarschnitt oder eine neue Haarfarbe für trauernde Damen, wirkt wahre Wunder.


Von Liebeskummer getriebene Fehler in Bezug auf den/die Ex vermeiden:

  1. Keine Liebesbekundungen und Kontakt-Aufnahmen für den Ex-Partner – es verschlimmert nur das Problem. 
  2. Schließlich hat er/sie sich von einem getrennt – Geschenke, Komplimente und das Suchen von Nähe, sind daher wohl oder übel fehl am Platze.

Kommentare