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Letztes Update am 13.05.2015, 09:21
In der Europäischen Union ist nun sehr bald Schluss mit phosphathaltigen Reinigungsmitteln.

Jeder zweite Österreicher belastet laut der Branchenplattform „Haushalt aktiv“ die Umwelt unnötig mit Multifunktionstabs und zusätzlichen Klarspülern.

 

Es fließt in die heimischen Gewässer, regt das Algenwachstum an, zieht Bakterien wie magnetisch an, zerstört das Biosystem der Seen und Teiche und tötet auf lange Sicht auch Fische: Was klingt wie eine heimtückische und höchstgiftige Seuche, befindet sich in vielen Tabs zur Geschirrreinigung. Dem möchte die EU-Kommission nun Einhalt gebieten.

Notwendiger Bann

Ein längst überfälliges Verbot wird innerhalb der nächsten Jahre, genauer im Jahr 2017, eintreten: Die gefährlichen Phosphate werden ein für alle Mal aus den Geschirrspülmitteln verbannt. Schon seit Juni 2013 darf eine normale Dosierung Waschpulver nicht mehr als 0,35 Gramm Phosphor enthalten, bei Spülmitteln ist diese Grenze ab 2017 auf 0,3 Gramm beschränkt. „Die neuen Grenzwerte sind sinnvoll, denn die Phosphate können noch nicht völlig ersetzt werden. Wo möglich, werden die Phosphate ersetzt und deren Einsatz abgeschafft“, meint dazu der ehemalige deutsche EU-Abgeordnete Holger Krahmer. Phosphate sind zwar äußerst effektiv in der Reinigung von Kleidern und Geschirr, die Folgen für die Oberflächengewässer sind aber verheerend und können nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Nachhaltige Alternativen

„Um den wertvollen Rohstoff Wasser zu schonen und um die Eutrophierung zu vermeiden, müssen wir mit Phosphat nachhaltig wirtschaften“, betont auch die CDU-Europaabgeordnete Christa Klaß. Für den Konsumenten gibt es hierfür bereits viele Mittel und Wege, denn schon jetzt sind viele phosphatfreie und daher auch umweltschonende Alternativen für die Reinigung des Geschirrs auf dem Markt. Mit der Frist zum 1. Jänner 2017 lasse man den Unternehmern laut Klaß gleichzeitig auch genügend Zeit, noch innovativere Produkte, die gleichzeitig umweltfreundlich sind, zu entwickeln.

 

Mit dem Verbot, beziehungsweise der strengen Begrenzung der Phosphate in Geschirrspülmitteln ab 2017, hat die EU-Kommission der Umwelt auf jeden Fall einen großen Gefallen getan. Gemeinsam mit dem immer stärker ausgeprägten Umweltbewusstsein der Konsumenten scheint das eine absolut nachhaltige, umweltschonende und vor allem vielversprechende Kombination zu sein.

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