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Letztes Update am 24.05.2016, 11:19
Die österreichischen Häuslbauer wollen ihr Eigenheim fertig gebaut und beziehbar.

Von früh bis abends arbeiten, danach schnell Kleidung tauschen und fleißig auf der eigenen Baustelle werkeln, damit das Eigenheim langsam Gestalt annimmt. Den Traum vom Haus hegen viele. Dass dahinter aber nicht nur eitel Wonne, sondern auch jede Menge Arbeit und nervenaufreibende Entscheidungen stehen, merken Häuslbauer oft erst im Nachhinein.

Nur noch einziehen

Für die Österreicher ist im Falle des Eigenheimes deshalb eines ganz klar: Man lässt bauen. Jeder Zweite würde sich für ein Fertigteilhaus entscheiden - die lange andauernde Kontroverse um die Entscheidung zwischen Massivbau oder Fertigteilhaus ist passé. „Herrschte früher zwischen den beiden Bauweisen eine gewisse Kluft, so scheint sich heutzutage die weitverbreitete Meinung zugunsten der Fertighäuser geändert zu haben“, weiß Dominique Ertl, Studienleiterin bei Marketagent.com.

Baustufen auswählen

Als wesentlicher Vorteil dieser Bauart zeige sich nämlich die Möglichkeit, die einzelnen Baustufen wählen zu können. Die Ausbaustufe Rohbauhaus, bei der noch jede Menge Muskelkraft gefragt ist, wird dabei wenig überraschend von nur 7,1 Prozent bevorzugt. Das belagsfertige Haus, bei dem der Eigentümer auf vorbereitete Untergründe selbst Wand- und Bodenbeläge anbringen muss, wird von 30,7 Prozent gewählt.

Einfach einziehen

Als absoluter Favorit stellt sich hierzulande aber das schlüsselfertige Eigenheim dar: 56,9 Prozent der Österreicher wollen demzufolge ein Haus kaufen, in das sie auch sofort einziehen können. Energieeffizienz ist den Häuslbauern ein wichtiges Anliegen, bei den Fertigteilhäusern können sie hier zwischen den Ausführungen des Niedrigenergie- und Passivhauses wählen.

Komfort beim Hausbau

Die Beweggründe für die Entscheidung zum fertigen Eigenheim sind laut dem Umfrageinstitut sehr vielfältig: Sieben von zehn Befragten schätzen das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, für 60,5 Prozent ist die langjährige Garantie ausschlaggebend und mehr als jeden Zweiten überzeugt die Möglichkeit, die Heime vorher in Form der Musterhäuser besichtigen zu können. Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden ist auch die vorherige Nennung eines Fixpreises für 57,9 Prozent überzeugend. Auch die Annehmlichkeiten eines Ansprechpartners, der den gesamten Bauablauf von Anfang bis Ende begleitet, schätzen mehr als die Hälfte der Befragten.
Bauen ohne Stress


Der Alltag wird immer schnelllebiger, der Wunsch nach dem Eigenheim bleibt aber augenscheinlich trotzdem vorhanden. Die Österreicher haben in der Bauform des Fertigteilhauses also eine Möglichkeit gefunden, unliebsame Hürden auf dem Weg zum Hausbesitzer zu überwinden.
(cg)

Kommentare

  • SuperBeier 05.06.2017 11:46:50 Permalink

    Vielleicht sollten wir mal ein bisschen umdenken, was unseren Umgang mit Gebäuden allgemein betrifft. Hier in Wien und Umgebung werden regelmäßig schöne Altbauten abgerissen und stattdessen neue Plattenbauten/ Fertighäuser hingestellt. Das ist nicht nur weniger schön, sondern auch eine Katastrophe für die Umwelt. Da können die neuen Gebäude noch so toll isoliert sein, aber allein die Baustelle und den ressourcenverbrauch kompensiert das in Jahrzehnten nicht. Haben wir alle darauf vergessen, dass man auch einfach eine ordentliche Altbausanierung durchziehen kann? Dann ist das Gebäude wieder schön und modern, im Idealfall sogar super saniert (Wärmeisoliert und so weiter) UND wir haben jede Menge Geld und Ressourcen geschont und damit die Umwelt geschützt. Schaut mal bei http://www.koenig-heinrich.at/sanierung/altbausanierung vorbei, das ist ein Baumeister in Wien der sehr gut erklärt was bei einer Altbausanierung alles machbar ist. Klingt doch besser, also so ein hässliches Fertighaus hinzustellen, oder?
    lg