Foto: ~konny / flickr.com / cc

Die Grenzwerte bei der BlowerDoor-Messung

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Bei der BlowerDoor-Messung müssen bestimmte Grenzwerte beachtet werden.

Steigende Energie- und Heizkosten erfordern smarte Maßnahmen, um die Ausgaben sowie den Verbrauch zu senken. So kann ein Objekt dann auch bedenkenlos auf eine angenehme Temperatur aufgeheizt werden, ohne Geldbeutel und Ressourcen all zu sehr zu belasten.

 

Demnach verwundert es also nicht, wenn Bauherren und Hausbesitzer nach effektiven und wirksamen Möglichkeiten suchen, um die sogenannte Luftwechselrate innerhalb ihres Gebäudes möglichst exakt zu bestimmen. Dabei kann eine BlowerDoor-Messung sehr hilfreich sein.

Gültige Grenzwerte für BlowerDoor-Messungen bei 50 Pa

  • bei undichten Altbauten 4 bis 12 hoch -1;
  • bei Neubauten 3 bis 7 hoch -1;
  • bei Passivhäusern 0,1 bis 0,6 hoch -1.

Luftwechselraten ermitteln

  • Die Luftwechselrate eines Gebäudes ist dabei jenes Maß welches den Zuluftvolumenstrom der entsprechenden Raumluft, jeweils bezogen auf das konkrete Bauvolumen eines Gebäudes, angibt.
  • Der Zuluftvolumenstrom ist insbesondere für die Heizungs- und Belüftungstechnik von Gebäuden von entscheidender Bedeutung und bestimmt maßgeblich die entsprechenden Heizkosten. Um diese Luftwechselrate eines Gebäudes zu messen und mögliche Luftleckagen in der Gebäudehülle einer Immobilie zu entdecken, ist die sogenannte BlowerDoor-Messung ein gebräuchliches Verfahren.
  • Jedoch weist die BlowerDoor-Messung bestimmte Grenzwerte auf. Beim BlowerDoor-Verfahren wird durch einen entsprechend dimensionierten Ventilator Luft in das betreffende Gebäude hinein gedrückt oder aus diesem heraus gesogen. Mit entsprechenden Messblenden kann der Volumenstrom dabei reguliert werden.
  • Die Größe des Volumenstroms wird jeweils aktuell angezeigt. Der Ventilator wird, durch Rahmen und Plane abgedichtet, in eine Tür- oder Fensteröffnung des Gebäudes eingesetzt. Im Gebäude wird nun durch die Tätigkeit des Ventilators ein Überdruck oder ein Unterdruck erzeugt. Messinstrumente bestimmen nun die Druckdifferenz, die zwischen dem Innendruck im Gebäude und dem Außendruck besteht. Ebenso können der im Ventilator selbst herrschende Druck und die Größe des Luftstromes bestimmt werden, der durch den Ventilator transportiert wird.
  • Im Falle der Unterdruckmessung muss die Drehzahl des Ventilators so eingestellt werden, dass jeweils so viel Luft heraus gepumpt wird, wie durch die Leckstellen des Gebäudes wieder in dieses eindringen kann. Der durch die Messgeräte festgestellte Luftstrom kann nun durch das Volumen des Gebäudes dividiert werden. Es ergibt sich n50, die Luftwechselrate, die nun mit entsprechenden Normen und mit den Werten vergleichbarer Gebäude verglichen werden kann.
  • Aus qualitativer Sicht bietet das Verfahren somit die Möglichkeit, Stärken und Lagen eventuell vorhandener Leckagen zu ermitteln. Quantitativ kann bei einem gegebenen und einer Windstärke von 5 entsprechenden Prüfdruck von 50 Pa der Luftstrom aus der Summe aller Leckagen des Gebäudes bestimmt werden. Ebenfalls kann die stündliche Luftwechselrate des jeweiligen Gebäudes aus den gemessenen Werten errechnet werden. 

Grenzwerte

Werden die entsprechenden gesetzlich festgelegten Grenzwerte bei der Messung nicht eingehalten, so darf kein Zertifikat über die durchgeführte Untersuchung des Gebäudes ausgestellt werden. So darf die jeweilige Luftmenge, die der Ventilator dabei fördert gemäß Energieeinsparverordnung (EnVO) die Luftmenge im Gebäude höchstens 3 Mal pro Stunde austauschen. Bei Gebäuden mit eigenen Lüftungsanlagen darf dieser Austausch höchstens 1,5 Mal pro Stunde erfolgen. 

 

Da bei den hier genannten Passivhäusern die Luftdichtigkeit jeweils extrem wichtig ist, wurde hier der Grenzwert besonders niedrig angesetzt. Die im Rahmen einer BlowerDoor-Messung festgestellten Grenzwerte der Luftdurchlässigkeitsmessung n50 von Gebäuden sind verbindlich in der DIN 4108-7 vom August 2001 und in der Bundesrepublik Deutschland zusätzlich außerdem durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) von Februar 2002 festgelegt. Beide Texte sind in den entsprechenden Medien publiziert worden. Welcher Grenzwert bei der BlowerDoor-Messung jeweils einzuhalten ist, hängt entscheident von der konkreten technischen Situation des Gebäudes ab (Altbau oder Neubau oder Passivhaus). 

Kommentare