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Ehevertrag - Notwendigkeit oder unromantisches Übel?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
Eine Hochzeit will gut geplant sein und bedarf einiger Vorbereitungen.

Wenn es um die Ehe geht, hat das künftige Brautpaar zunächst nur rosa Wolken vor Augen und Schmetterlinge im Bauch. Eine Hochzeit will gut geplant sein und bedarf einiger Vorbereitungen.

Dabei gilt es insbesondere die folgende Frage zu klären: Wollen wir einen Ehevertrag oder nicht?

  • Ein Ehevertrag wird stets vor der Hochzeit aufgesetzt und ist ein absolut rechtskräftiges Dokument, dass nur im beiderseitigen Einverständnis außer Kraft gesetzt werden kann.
  • Damit ein solcher Vertrag überhaupt rechtskräftig werden kann, müssen die künftigen Eheleute gemeinsam einen Notar aufsuchen, welcher berechtigt ist, einen Ehevertrag aufzusetzen.
  • Der Notar führt zwar ebenfalls eine Beratung durch, welche speziell an die Lebensumstände des Brautpaares angepasst ist, jedoch sollte sich bereits im Voraus geeinigt werden, welche Dinge besprochen werden wollen. Denn es müssen nicht zwangsläufig Unterhaltsforderungen, Versorgungsausgleiche und Güterstände gesammelt aufgenommen werden.
  • Je nach Wunsch des Paares, kann auch nur einer der vorgenannten Punkte schriftlich festgehalten werden.

  1. Hier scheiden sich die Geister. Was die einen als notwendige Formalie betrachten, steht für andere im paradoxen Gegensatz zum romantischen Grundgedanken einer Ehe.
  2. Denn der Inhalt eines Ehevertrages regelt die Dinge, sofern eine Scheidung eintritt. Da jedoch viele mit dem Gedanken in die Ehe gehen, mit dem Partner bis an das Lebensende vereint zu bleiben, scheint er auf den ersten Blick sinnlos.
  3. Allgemein gesagt, liegt die Sinnhaftigkeit eines Ehevertrages im eigenen Ermessen des Paares.
  4. Prinzipiell macht ein Ehevertrag insbesondere dann Sinn, wenn einer der Partner (oder sogar beide Partner) vermögend ist und vor der Ehe ein unterschiedlicher Lebensstandard gepflegt wurde.
  5. Sinn macht ein Ehevertrag auch dann, wenn einer der Partner wertvolle Familienerbstücke besitzt, die er nach einer Scheidung unbedingt für sich beanspruchen würde.
  6. Im Ehevertrag können einerseits Unterhaltsforderungen festgelegt werden, welche nach der Ehezeit geltend gemacht werden können, sofern das Paar gemeinsame Kinder bekommen hat.
  7. Ebenfalls kann ein Versorgungsausgleich des besser verdienenden Ehepartners an den geringer verdienenden Partner schriftlich fixiert werden. 
  8. Aber auch der festgehaltene Güterstand ist für einige Paare ein Grund einen Ehevertrag aufzusetzen. Der Güterstand hält fest, wer welche materiellen Dinge mit in die Ehe gebracht hat und diese entsprechend nach einer Scheidung behält.

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