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Haus und Energie: Optimieren mit Wärmebildkamera

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33

Mit einer guten Dämmung behält man die Heizungswärme dort, wo sie hingehört, nämlich im Haus. Auf diese Weise spart man gutes Geld, ohne sich gleichzeitig kalte Füße zu holen und tut außerdem auch der Umwelt Gutes. Denn wer beim Heizen weniger Energie verbraucht, der verringert damit auch die Produktion von Kohlenstoffdioxid und schädlichen Abgasen.

 

Factbox

  • Belebte und unbelebte Objekte geben Wärmestrahlung ab.
  • Wärmestrahlung kann mit einer Wärmebildkamera gemessen werden (Thermografie).
  • Die Wärmeverteilung wird in einem Thermogramm (Wärmebild) wiedergegeben.
  • Im Bauwesen misst man Wärmestrahlen zum Aufspüren von Wärmebrücken am Haus (Bauthermografie).
  • Für eine effiziente Wärmeanalyse sind Außen- und Innenmessungen nötig.
  • Wärmemessungen sollten von zertifizierten Ingenieuren durchgeführt werden.

Energie sparen fängt in den eigenen vier Wänden an

Zerstörungsfreie Bauwerkanalyse

Die Thermografie, zu Deutsch „Wärmeschreiben“, ist ein Verfahren, bei dem die von belebten und unbelebten Körpern ausgestrahlte Wärmestrahlung mit einer Wärmebildkamera festgehalten wird. Als Ergebnis erhält man ein Thermogramm (Wärmebild) des untersuchten Körpers. Handelt es sich dabei um ein Haus, kann das Bild genutzt werden, um Mängel in dessen Wärmeisolierung aufzudecken und zu beheben.

Im Bauwesen wird die Thermografie genutzt, um zerstörungsfrei Wärmebrücken sichtbar zu machen. Dabei handelt es sich um Bereiche in Bauteilen wie Fenstern oder Außenwänden, die einen höheren Wärmetransport ermöglichen und dadurch zu Wärmeverlusten führen. Nach der Auswertung können Maßnahmen getroffen werden, um den erhöhten Bedarf an Energie zu vermindern.

 

Das Handwerkszeug

Eine Wärmebildkamera bildet ganz wie eine normale Kamera das aufgenommene Motiv ab, wandelt dabei aber die vom Objekt ausgestrahlte Wärmestrahlung in ein Thermogramm um. Dieses gibt die Verteilung der Temperatur an der Objektoberfläche wieder. Hierfür ist sinnvollerweise eine einheitliche Temperaturskala zu wählen. Um eventuelle Mängel schnell verorten zu können, werden zusätzlich Sichtfotos angefertigt.

Für eine aussagefähige Thermoanalyse wird eine Wärmebildkamera benötigt, die folgende Anforderungen erfüllen sollte: eine Detektorauflösung von 320 x 240 Pixel, ein schneller Bildaufbau, hier sollten mindestens 50 Wärmebilder pro Sekunde möglich sein, und eine Detektormatrix von 640 x 480 Bildpunkten (= 307.200 Messpunkte). Im Weiteren sollten Temperaturunterschiede von mindestens 0,3 Kelvin erfasst werden. 

 

Keine Außenthermografie ohne Innenthermografie

Für eine seriöse Analyse ist es nicht ausreichend, lediglich eine Außenthermografie durchzuführen, da die Messungen durch Wettereinflüsse beeinflusst und insbesondere hinterlüftete Fassaden wegen der innen liegenden Luftschicht nicht untersucht werden können. Eine Außenthermografie kann zu einer ersten Orientierung und gegebenenfalls zur Unterstützung der Innenthermografie herangezogen werden. 

Um aussagefähige Daten zu erhalten, muss demzufolge eine ausreichend umfangreiche Innenthermografie durchgeführt werden. Sie offenbart Mängel direkt an ihren Entstehungsorten, die durch Sichtfotos einfach wiedergefunden werden. Der Zeitrahmen für ein Einfamilienhaus wird hierfür mit mindestens zwei Stunden für die Messung und weiteren sechs bis acht für die Auswertung veranschlagt. 

 

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Thermoanalyse

Zum Durchführen einer seriösen Wärmemessung müssen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sein: So sollte für mindestens einen Tag für eine stabile Temperaturdifferenz von mindestens 15 Kelvin zwischen innen und außen gesorgt werden, indem die Innenräume konstant beheizt werden. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass die Messergebnisse nicht durch vorhergehende Sonneneinstrahlung verfälscht werden und auch weitere Umwelteinflüsse wie Nebel oder Wind ausgeschlossen werden können. 

 

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