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Ist Mülltrennung wirklich sinnvoll? - Pro und Contra

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Hören wir von der Thematik der Mülltrennung, bringen wir diese in der Regel auch immer gleich mit dem Begriff des Recycling in Zusammenhang.
Ziel ist die spätere Wiederverwertung von Abfallprodukten, um Ressourcen rarer Rohstoffe zu schonen. Was auf den ersten Blick also scheinbar der Umwelt nützt hat genauer betrachtet aber auch seine Schattenseiten. 

Pro: Vorteile von Recycling werden immer wieder beworben 

Gesetzlich vorgeschrieben ist die Trennung von Müll in der Bundesrepublik seit dem Jahre 1990. Die Wiederverwertung von Abfall ist auf diese Weise mit geringerem technischen Aufwand zu realisieren, da die Produkte bereits nach den wesentlichen Materialien vorsortiert sind. Die Vorschriften haben dazu geführt, dass sich die Qualität des Grundwassers vielerorts deutlich verbessert hat.

Bis zur gesetzlichen Einführung der Recycling-Vorschriften wurde sämtlicher Müll, ausgenommen Sondermüll, auf Deponien gelagert. Gefährliche Substanzen konnten also ungehindert in den Boden sickern. Die angestrebte Wiederverwertung von Abfall hat darüber hinaus ein großes Potential für die Energiegewinnung. Müllverbrennungsanlagen tragen durch Vergasung bzw. Verbrennung von Abfallstoffen ihren Teil zur Energieversorgung in Deutschland bei.

Auch das Pfandsystem, das von vielen Bürgern immer wieder kritisiert und beschimpft wird, trägt einen großen Teil zur Schonung der Umwelt bei: Glasflaschen können, nachdem Sie gereinigt und mit einem neuen Etikett beklebt worden sind, zu 100 Prozent wiederverwertet werden. 

Contra: Die Schattenseiten der Mülltrennung – Umweltschutz als Mythos?

Wie so oft, hat auch die Mülltrennung eine Kehrseite der Medaille. Dies führt dazu, dass auch aus den Reihen der Politik immer wieder Kritik laut wird und eine Reformierung der Mülltrennungs- und des Recycling-Systems in Deutschland gefordert wird. Als ein großes Contra wird genannt, dass die ursprüngliche Qualität der recycelten Kunststoffe in der Regel nur schwer oder gar nicht mehr herzustellen ist.

Aufwand und erzieltes Ergebnis stehen sehr häufig in keinem rationellen Verhältnis zueinander. Das System der Mülltrennung ist so komplex, dass die Bürger immer wieder unverschuldet Fehler begehen. Wer kann schon mit Sicherheit sagen, ob der alte Pizzakarton nun in den Gelben Sack oder doch in die Altpapiertonne gehört?

Vielerorts entwickelt sich auf Basis der Mülltrennung sogar eine neue Industrie, die – so wird argumentiert – dem eigentlich angestrebten Umweltschutz sogar entgegenwirkt. So werden Pfandflaschen zur Reinigung und Wiederaufbereitung zum Teil schon ins Ausland gebracht. Dort wird mit scharfen Chemikalien gearbeitet, die in der Europäischen Union aus Gründen des Umweltschutzes verboten sind. Auch der Transport ist mit einer großen, nicht zu vernachlässigenden Belastung der Umwelt verbunden, die das Pfandsystem in Deutschland in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

 

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