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Kleine Lebensretter - Rauchwarnmelder bald in jedem Bundesland Pflicht

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
In fast allen Bundesländern sind Rauchwwarnmelder inzwischen gesetzlich vorgeschreiben, was ist zu beachten?

Rauchmelder sind in allen Bundesländern (ausser Berlin, Brandenburg und Sachsen - Stand Anfang 2014) über die Landesbauordnungen (LBO) Pflicht.

Bitte beachten

  • Keine Billigmelder aus China und dergleichen verwenden. Qualitätsmelder sind auf die Lebensdauer von mindestens 10 Jahren günstiger.
  • Rauchmelder gehören an die Decke! An der Decke sind sie mittig anzubringen, mindestens aber mit einem Abstand von 50 cm zur Wand, bzw. anderen Hindernissen, wie Deckenbalken o.ä.., nicht zu nah an der (Decken-) Beleuchtung installieren. Insbesondere bei Neonbeleuchtung kann es zu Störungen kommen. Suchen Sie nach Meldern, die geklebt werden können. Montagen mit Schrauben und Dübeln, können zu Beschädigungen an der Decke oder gar unter Putz verlegten Kabeln führen.
  • Bei ca. 200 Gramm Gewicht ist eine Schraubmontage nicht notwendig. Beim Kauf der Melder ist darauf zu achten, dass eine große Taste zum stoppen und prüfen, auch mit einem Stiel erreichbar ist, so dass nicht jedes Mal eine Leiter benötigt wird. Viele fühlen sich auch durch die rote Blinkleuchte gestört. Es gibt Melder, die keine Blinkleuchten haben und diese Funktion mit Helpsignalen ausführen, oder die Leuchten abdimmen können.
  • Bei großen Einfamilienhäusern eignen sich auch Funkvernetzte Rauchmelder, so dass wenn an einem Ort eine Gefahr droht, alle Melder Signal geben. In der Regel können bis zu 15 Melder vernetzt werden. Auch hier gibt es Melder mit Langzeitbatterien. Für technisch Versierte gibt es auch Melder mit Gateway, so dass das Signal per Internet/Telefon überall hin übertragen werden kann. Dies ist besonders für Ferienwohnungen, die nicht ständig bewohnt sind eine gute Lösung.

Hierbei sind Übergangsfristen in den jeweiligen LBO vorgesehen

  • Neubauten sind sofort auszustatten, Bestandsbauten innerhalb einer Übergangsfrist.
  • Baden-Württemberg und Hessen bis Ende 2014, Niedersachsen bis Ende 2015, NRW bis 2016 und Bayern sogar bis Ende 2017.
  • Berlin und Brandenburg wollen in 2014 ein Gesetz verabschieden.
  • Beim Kauf von Rauchmeldern ist die CE Kennung, die sich auf die EN DIN 14604 bezieht, ausschlaggebend und zu beachten.
  • Bei der Montage und Wartung der Rauchmelder gilt die Anwendernorm DIN 14676.
  • Lt. Gesetz ist in allen Bundesländern der Eigentümer der Wohneinheit für die Beschaffung und Installation zuständig. Die Kosten hierfür kann der Vermieter über die Erhöhung der Kaltmiete (11%-Regel) , oder wenn er die Geräte gemietet hat, über die Betriebskosten an den Mieter weiterbelasten. Wartungskosten können immer über die Betriebskosten an den Mieter weiter belastet werden (ausser in NRW und Mecklenburg-Vorpommern). Eigenheimbesitzer sind selbst in der Pflicht. Grundsätzlich sollten Qualitätsrauchmelder mit einer Mindesthaltbarkeit der Batterie von 10 Jahren eingesetzt werden. Die Montage sollte einfach möglich sein - vorzugsweise geklebt werden.
  • Rauchmelder müssen auf jeden Fall in allen Schlafzimmern (auch Kinderzimmer und Gästezimmer) und Fluchtwegen (Flur, Hausflur) installiert werden. Zu empfehlen sind aber auch die Ausstattung des Wohnzimmers und weiterer Räume, da eine Umnutzung der Räume eine Nachinstallation nach sich führen würde. Auch (Wohn-)Küchen können mit Rauchwarnmeldern, die eine Küchentauglichkeit haben, ausgestattet werden. Brandherd Nr.1 sind das Wohnzimmer und die Küche. Von Schwelbränden durch Mehrfachsteckdosen, implodierenden Elektrogeräten bis zu offenen Feuer durch Kerzen, aber auch vergessene Herdplatten u.ä. sind nur einige Rauchbrandursachen.
  • Der Mensch kann im Schlaf nicht riechen, somit ist es umso wichtiger, dass er durch Rauchmelder vor der Gefahr gewarnt wird und im Zweifelsfall geweckt wird. Die Reaktionszeit liegt im Durchschnitt bei unter vier Minuten, so dass jede Sekunde zählt um Vergiftungen vorzubeugen.
  • Lassen Sie sich nicht von Billigprodukten aus China täuschen. Denn diese Melder haben eine Lebensdauer von max. 3-4 Jahren, da die Elektronik auf Presspappe gelötet ist, die durch Luftfeuchtigkeit aufschwemmt und zu Korrosionen führt. Zusätzlich müssen jedes Jahr teure 9V-Block Batterien gekauft werden. Die verwendeten Batterien sind zu dem ökologisch unnötig. Qualitätsrauchmelder sind mit Lithiumbatterien ausgestattet, die mindestens 10 Jahre halten und nicht ausgetauscht werden müssen.
  • Rauchwarnmelder müssen regelmäßig gewartet werden. Insbesondere die Raucheinlaßschlitze müssen frei von Staub o.ä. gehalten werden. Vermieter können hierfür Fachdienstleister beauftragen, die dann auch die sogenannte Verkehrssicherungspflicht übernehmen.

Tipps zum Rauchmelder

  • Rauchmelderbedarf ermitteln (Anzahl der auszustattenden Räume)
  • Ermitteln, ob Sie die Rauchmelder kaufen und installieren müssen (Eigentümer) oder ihr Vermieter.
  • Angebote vergleichen - es gibt inszwischen auch Design Rauchmelder (Farbig, Holzoptik, Metall, etc.)
  • Elektrofachhändler, Sicherheitshandel, Bauhaus oder Internet bieten eine große Auswahl
  • Montageort (Deckenmitte) festlegen
  • Leiter aufstellen
  • Rauchmelder an die Decke kleben, bzw. schrauben (Bohrmaschine - Dübel)
  • Rauchmelder regelmäßig testen
  • Rauchmelder mindestens 1x pro Jahr warten bzw. warten lassen

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