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Seit wann gibt es Waschpulver?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:56
Seit die Menschen anfingen Kleidung tragen, machten sie sich Gedanken um deren Reinigung.
Da nicht alle Verunreinigungen wasserlöslich sind, wird ein Zusatz zur gründlichen Reinigung benötigt. Heutzutage ist es schwierig, im Supermarkt den Überblick über die verschiedenen Arten und Anwendungsweisen der Waschmittel zu behalten. 

Kurioses zwischendurch:

  • 1970 veröffentlichte eine US-Seifenfirma in der saudiarabischen Presse eine Anzeige, mit der für ein neues Seifenpulver geworben werden sollte. Links sah man einen Haufen schmutziger Wäsche, in der Mitte einen Waschbottich von Seifenschaum überkrönt, rechts einen Haufen strahlend weißer Wäsche. Da Araber von rechts nach links lesen, hatte die Anzeige keinen Erfolg. 

Doch seit wann gibt es eigentlich das Waschpulver?

  1. Bereits in der Steinzeit werden die getragenen Felle wohl ab und an gereinigt worden sein, zumindest um Ungeziefer zu entfernen. Als die Menschen Stoffe zu Kleidung verarbeiteten, wurde auch auf die Reinheit derer mehr geachtet. 
  2. Einfaches Ausspülen der Kleider am Fluss oder Reiben auf Steinen oder anderen harten Untergründen reichte nicht immer aus, um Flecken zu entfernen. Bereits im römischen Reich vergoren die Menschen Urin zu Ammoniak und entfernten damit Verunreinigungen der Kleidung. 
  3. Später wurde der Luxusartikel Seife unter anderem auch zum Wäschewaschen genutzt, aufgrund der hohen Herstellungskosten war Seife aber zunächst höheren Haushalten vorbehalten.
  4. Waschpulver wie wir es heute kennen, wurde in Deutschland im Jahr 1907 bekannt. Fritz Henkel und Dr. Otto Röhm erfanden unabhängig von einander das so genannte Vollwaschmittel. 
  5. Die von Fritz Henkel erfundene Waschmittelmarke Persil gibt es auch heute noch, der Name leitet sich von den Inhaltsstoffen NatriumPERborat und -SILikat ab. Beim Kochen der Wäsche werden zwischen den beiden Stoffen Sauerstoffbläschen freigesetzt. Durch Sauerstoff wird Schmutz besonders textilschonend entfernt. 
  6. Mit dem innovativen Pulver konnten die Wäscherinnen Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur die Wäsche reinigen, durch den Sauerstoff als gleichzeitig enthaltene Bleichmittel entfiel auch das aufwändige Bleichen der Wäsche in der Sonne. 
  7. Im Laufe der Zeit wurde die Zusammensetzung der Waschmittel stetig verändert und verbessert. Die bedienfreundliche Waschmaschine hat die Handwäsche früherer Zeiten ersetzt, umweltfreundliches phosphatfreies Waschen ist in der heutigen Zeit selbstverständlich. 
  8. Auf dem Markt sind spezielle Waschmittel für Buntwäsche, für Sportbekleidung und für empfindliche Gewebe, flüssige Mittelchen, blau-weiße Pulver und edle Perlen. 
  9. Ein Waschmittel wäscht weißer als weiß, das nächste braucht man nicht einmal mehr abzumessen – ein Taps ab in die Waschtrommel und los geht die Fahrt. Davon konnten die Steinzeitler nur träumen. Wie die Zukunft der Waschmittel aussieht, können wir heute nur erahnen – eines ist aber sicher: die Flecken sterben nicht aus.

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