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Was genau sind Gaunerzinken?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
Gaunerzinken sind die Geheimsprache der Nichtsesshaften und Kriminellen.

Was sind eigentlich Gaunerzinken? Es handelt sich dabei um geheime Symbole, die an Hauswände, Toiletten und Türen gemalt werden, um Informationen über die Lokalität preiszugeben. So können Gaunerbanden einfach feststellen, ob es hier was zu holen gibt, welche Masche zum Erfolg führt, oder ob hier beispielsweise ein bissiger Hund wacht.

 

Bis ins 12. Jahrhundert zurück sind Spuren von Gaunerzinken bekannt - die Geheimsymbole haben also bei den "Nichtsesshaften" bereits lange Tradition. Wie sich der Gebrauch der Gaunerzinken entwickelt hat und wie die heutige Verwendung der Zeichen aussieht, wollen wir uns in diesem Beitrag ansehen.

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Quickfacts zu Gaunerzinken

  • Geheime Verständigung durch Symbole mit Bedeutung.
  • Hinweise für solche Symbole bis ins 12. Jahrhundert zurück, Begriff "Gaunerzinken" ab dem 18. Jahrhundert.
  • Häufig genutzte Plätze für Zinken: Hauswände, Wirtshäuser, Toiletten, Bahnhöfe, Briefkästen, Ortsschilder etc.
  • Die Gaunerzinken gehen mit der Zeit: Einige sind heute nicht mehr aktuell, während sich modernere (wie zum Beispiel ungeschütztes WLAN) weitläufig eingebürgert haben.
  • Gaunerzinken zeigen hauptsächlich, wo sich kriminelle Aktivitäten mehr oder weniger chancenreich umsetzen lassen.
  • Es gibt in Wien gefährliche Bezirke, mit besonders hohen Kriminalitätsraten.

Infos zu Gaunerzinken

Überblick: Was können Gaunerzinken aussagen?

  • Ob sich ein Einbruch/Diebstahl hier lohnt.
  • Wie oft die Bewohner zu Hause sind.
  • Ob ein Haustier, wie ein bissiger Hund, über das Anwesen wacht.
  • Mit welchem Verhalten man bei den Bewohnern am ehesten zum Erfolg kommt (Aufdringlichkeit, Betteln, Krankheit vortäuschen, ...).
  • Informationen über Lebenssituation oder -richtungen.


Wie sah die Entwicklung der Gaunerzinken aus?

  • Nach und nach entwickelten sich Gaunerzinken als die "Geheimsprache der Nichtsesshaften".
  • Eine historische Zusammenstellung dieser Zeichen umfasst ca. 340 Symbole.
  • Gaunerzinken wurden nicht nur von Diebesbanden, sondern auch von Handelsvertretern, Missionaren etc. verwendet.
  • Zunehmend wurden sie auch bei kriminellen Aktivitäten von größerem Format zu einem hilfreichen Instrument.
  • Heute gibt es neue, moderne Symbole - zum Beispiel, um offene WLAN-Netzwerke anzuzeigen (War-Chalking).

 

Was kann man tun, wenn am eigenen Objekt solche Gaunerzinken festzustellen sind?

  • Die Bedeutung durch intensive Recherche in Erfahrung bringen.
  • Gegebenenfalls Schutzmaßnahmen treffen, Mängel beheben.
  • Die Exekutive informieren. Auch Nachbarn sollten in Kenntnis gesetzt werden.
  • Die Symbole löschen oder übermalen.
  • Besonders gefinkelt: Manche vertrauen darauf, zum Selbstschutz einfach Gaunerzinken wie "Hier gibt es nichts zu holen" oder "Bissiger Hund" an das eigene Tor zu malen.

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