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Was ist ein Flächennutzungsplan?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Der Flächennutzungsplan ist ein vorbereitender Bauleitplan - nach den Baugesetzbuchvorschriften.

Der Flächennutzungsplan ist ein vorbereitender Bauleitplan, der nach den Vorschriften des Baugesetzbuches aufgestellt wird. Im Flächennutzungsplan regeln Gemeinden oder auch aus mehreren Gemeinden gebildete Regionen (wie zum Beispiel das Ruhrgebiet) die Einteilung von Flächen für die städtebauliche Entwicklung.

  • Da der Flächennutzungsplan, anders als etwa ein Bebauungsplan, keine unmittelbare Auswirkung auf Privatpersonen hat, ist ein rechtliches Vorgehen gegen diesen Plan nahezu ausgeschlossen. 
  • Bevor also ehrgeizige Planungen oder Projektierungen auf bestimmten Flächen stattfinden, sollte man also den Flächennutzungsplan zu Rate ziehen.

Die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes wird durch folgende Faktoren geregelt:

  • Planung gemäß § 5 Baugesetzbuch
  • Auslegung des Planes
  • Diskussionsrunden mit Privatpersonen und Verbänden
  • Genehmigung durch die übergeordnete Verwaltungsbehörde.

Die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes gliedert sich in verschiedene Teilabschnitte.

Aufstellung eines Flächennutzungsplanes durch die Gemeinde oder gegebenenfalls durch eine Region. In Deutschland gibt es bisher erst zwei Regionen, Rhein-Main und das Ruhrgebiet, die einen gemeindeübergreifenden Flächennutzungsplan entwerfen. Hier werden beispielsweise folgende Flächenarten ausgewiesen:

  • Bebaubare Flächen, die nach Wohn- (W), Misch- (M), Gewerbe- (G) und Sonderbauflächen(S) unterschieden werden;
  • Ver- und Entsorgungsflächen (Kläranlagen, Umspannwerke);
  • Flächen für öffentliche Einrichtungen der Gemeinden (Schulen, Kirchen, Sportplätze);
  • Flächen für den überörtlichen Verkehr (Autobahnen und Bundesstraßen unter anderem);
  • Grün- und Erholungsflächen (Kleingartenanlagen, Parks oder auch Friedhöfe);
  • Wasserflächen (dazu gehören nicht nur die Gewässer wie Seen, Flüsse und Bäche, sondern auch wassergebundene Einrichtungen, wie Häfen, Schleusen oder Hochwasserschutzanlagen);
  • Flächen der Land- und Forstwirtschaft (Acker-, Weide- und Waldflächen);
  • nutzungsbeschränkte Flächen (Abstandsflächen);
  • Flächen, die der Gewinnung von Bodenschätzen dienen;
  • Ausgleichsflächen (zum Beispiel Stilllegungs- oder Aufforstungsflächen).
  • Diese Einteilung erfolgt allerdings nicht flächenscharf, das heißt der Plan orientiert sich nicht an den bestehenden Flurstücken. Die Aufstellung des Plans umfasst nicht nur den Ausweis der Flächen, sondern muss auch eine Begründung für deren Einteilung enthalten.


Der Flächennutzungsplan wird veröffentlich, die Bürger und Interessenverbände werden frühzeitig informiert.

Erfolgen keine Einsprüche muss der Flächennutzungsplan durch die übergeordnete Verwaltungsbehörde auf Bezirks- oder Landesebene genehmigt werden.

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